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Die wichtigen Menschen

  • sind immer in Konzernen beschäftigt
    • sie verdienen Geld.
      • und sie wollen keine Veränderung der Welt,
        • an denen sie nicht mitverdienen.

Wohl aber ist die Welt verloren gegenüber allen,

  • die an ihr "Geld" verdienen,
    • was ein Verbrechen ist
      • an den lebendigen Lebensformen.

Die wichtigen Menschen in der Wirtschaft, Exekutive, Legislative und Judiskative sind wahrscheinlich meistens Verbrecher.

  • Wo die Regeln der Demokratie enden,
    • beginnt die Freiheit des Schuftes,
      • und alle Bildung gilt am Ende diesem Ideal.

Ein kluger Paketdienstleister

würde ja den Auslieferern Zeit geben, um mit den Paket-Empfängern zu sprechen. Da erführe man so einiges. Der hier wohnt allein und wählt CDU, - der hat Geld; der hier kauft Gartenartikel und hätte gern eine Frau. Der muß nur auf eine Gartenliebhaber-Seite gelenkt werden. Ein anderer ist wütend und möchte nicht sprechen. Er soll wortlos bedient werden.

Ein kluger Paketdienstleister weiß aus allen diesen Informationen doch mehr und besser Profit zu schlagen. Das ist die Zeit.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/171211.html

Sage etwas Objektives über das Universum,

dessen kleiner Teil wir sind, aber als dessen kleiner Teil wir immerhin einige Sprachen haben. Ob es wohl schon Sprachen gibt, die Zeit und Raum aufgrund großer Andersartigkeit als etwas gemütliches betrachten?

Doch für viele ist der Wunsch sehr groß, sich wegzudenken von hier, wegen des ständigen Krieges und der ständigen Not.

Genauso ergeht es diesem Kind im Märchen.

Wenn man sagt: "Die Welt ist schlecht", sollte man besser sagen: "Diese hier ansässige Menschheit ist grundsätzlich dumm und bösartig und zeigt kaum Nächstenliebe."

Aber ein Anderswo und Glücklicheres gibt es wohl nicht im näheren Universum.

Das Pompeji-Projekt

  • Man sammle Computer von Büroangestellten, Studenten, Künstlern etc. an einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Stunde, etwa 100 Stück. Es würden sich sicher genug Freiwillige finden. (Bei Körperwelten hats ja auch genug.)
    • Alle diese Rechner in einem Museum ausstellen, wo man sie anschauen, mit ihnen arbeiten, die Persönlichkeit des ehemaligen Besitzers ausfindig machen kann.
      • Wahlweise kann man in einigen Jahren die Mumien der ehemaligen Benutzer danebensetzen, um die Ausstellung spektakulärer zu gestalten (Antwort auf niedrige Besucherzahlen etc.)

Aber all dies nur für den Fall, daß die NSA nicht vorher einen Park eröffnet in Zusammenarbeit mit der CIA, was dann genau das Gleiche wäre, nur wesentlich professioneller in diesem Unterhaltungsbereich.

04.12.2017, aktualisiert vom Oktober 2003 (src)

Policy, ein ständig von allen benutzter Begriff, nachgeschlagen.

$ dict policy

  1 definition found

  From English-German FreeDict Dictionary ver. 0.3.5 [fd-eng-deu]:

    policy /pɔləsiː/
    Anstand <m>; Taktik <f>

Haha, das ist lustig. Eine sehr freundliche Übersetzung. "Anstand", ein sehr altes, längst und tausendmal eskamotiertes Substantiv, das immer ins Gegenteil ausschlägt, und "Taktik", welches ein präzises Wort dafür ist, wie man eine private Weltanschauung unterbringen will in der Sprache der Öffentlichkeit.

Policy heißt also nur "Vorgehensweise", und nicht etwa "akzeptierter Sozialvertrag".

04.12.2017, aktualisiert vom September 2014 (src)

Der verkrachte Landschaftsarchitekt

Ich setze mich tief unter's Wasser
an eine Stelle weit stromabwärts,

geb' mich meiner Halbheit hin
im Träumen und im Planen
und im konkreten Rahmen des
von mir, dem Wasserarchitekten, klug
erdachten fließgenauen Landstriches da unten, den
ich mir auf sand'ger Fläche selbst erschuf.

Schon manchmal badete ich mich
in der Erinnerung an trockenangelegte Gärten,
sonnenzugewandt im heißen Mistral.
Das Atmen in der Luft.
Man ruhte dort auf Bänken und im sanften Schatten.

Doch setz' ich mich viel lieber unter's Wasser
an eine Stelle weit stromabwärts
und bleibe meistens wochenlang,

ohne aufzufallen.

(Aus: Gedichte für Übersetzer.pdf)

04.12.2017, aktualisiert vom November 2008 (src)

-Der unvermeidliche Lichtenberg

Der große Kunstgriff kleine Abweichungen von der Wahrheit für die Wahrheit selbst zu halten, worauf die ganze Differential- Rechnung gebaut ist, ist auch zugleich der Grund unsrer witzigen Gedanken, wo oft das Ganze hinfallen würde, wenn wir die Abweichungen in einer philosophischen Strenge nehmen würden.

Lichtenberg - Sudelbuch A

04.12.2017, aktualisiert vom Februar 2006 (src)

Solche Menschen

wie der Claus Kleber vom ZDF, die den Staats-Journalismus betreiben,

  • sind wohl genauso nötig wie die CDU-Mehrheit im Bundestag.
    • Solche Menschen machen unseren Staat aus, und ich weiß,
      • ich bin kein Teil davon.
04.12.2017, aktualisiert vom Oktober 2014 (src)

Die Nachrichten im TV und Zeitung sind keine.

  • Nachrichten sind eine Sprachäußerung
    • und gehören den Formulierenden.
  • Eine Nachricht kein Ereignis,
    • es ist eine Sprachäußerung von jemand,
      • der sich damit einen Eigenwert erwirbt.
        • Journalisten sind merkwürdige Leute.
  • Nachrichten gibt es keine,
    • solange man nicht weiß, wer sie überbringt.

Selbstverständlich ist es jederzeit nur recht und billig, den Überbringer einer schlechten Nachricht deswegen zu bestrafen.

04.12.2017, aktualisiert vom März 2013 (src)

Kultur als permanente Kultur auf der Kippe

Die Kultur verbrämt den Ursprung der menschlichen Bedingungen; - nämlich, daß man das Atmen, Essen, Schlafen und Reden braucht zum Leben. Und dieses Minimum an menschlichen Grundbedingungen wird immer schwieriger zu erfüllen, weil es nun so viele Menschen gibt, und früher war es so schwer, es zu erfüllen, weil es so wenige Menschen gab. Die Kultur ist die freie Zeit derjenigen, die das Glück des Lebens unter den guten Bedingungen erleben. Die Kultur des Lebens ist immer viel schwerer zu erfüllen als jene des wieder Sterbens, da es ein ständiger glücklicher Übergangszustand jedes einzelnen ist, der dazu beiträgt. Wer nicht so zu leben vermag, der muß für immer schweigen. Möge es einige Freie geben, die unter den Lebenden Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit erklären. Es ist ständig auf der Kippe.

04.12.2017, aktualisiert vom Dezember 2015 (src)

Die heimliche Sehnsucht

all derer, die ihr Leben von aller Komplexität mit aller Intelligenz befreien konnten, ist das persönliche Anheimfallen an den Kontrollverlust und an das Gefühl. Indessen mißtraut nur der dem Gefühl und überhebt sich darüber, der es einst besaß und sich von ihm emanzipierte und dadurch diese Art des Kontrollverlustes mit philosophischem Gewinn erlitt.

04.12.2017, aktualisiert vom Januar 2006 (src)

Auf der Galerie

Wenn irgendeine hinfällige, lungensüchtige Kunstreiterin in der Manege auf schwankendem Pferd vor einem unermüdlichen Publikum vom peitschenschwingenden erbarmungslosen Chef monatelang ohne Unterbrechung im Kreise rundum getrieben würde, auf dem Pferde schwirrend, Küsse werfend, in der Taille sich wiegend, und wenn dieses Spiel unter dem nichtaussetzenden Brausen des Orchesters und der Ventilatoren in die immerfort weiter sich öffnende graue Zukunft sich fortsetzte, begleitet vom vergehenden und neu anschwellenden Beifallsklatschen der Hände, die eigentlich Dampfhämmer sind - vielleicht eilte dann ein junger Galeriebesucher die lange Treppe durch alle Ränge hinab, stürzte in die Manege, rief das - Halt! durch die Fanfaren des immer sich anpassenden Orchesters.

Da es aber nicht so ist; eine schöne Dame, weiß und rot, hereinfliegt, zwischen den Vorhängen, welche die stolzen Livrierten vor ihr öffnen; der Direktor, hingebungsvoll ihre Augen suchend, in Tierhaltung ihr entgegenatmet; vorsorglich sie auf den Apfelschimmel hebt, als wäre sie seine über alles geliebte Enkelin, die sich auf gefährliche Fahrt begibt; sich nicht entschließen kann, das Peitschenzeichen zu geben; schließlich in Selbstüberwindung es knallend gibt; neben dem Pferde mit offenem Munde einherläuft; die Sprünge der Reiterin scharfen Blickes verfolgt; ihre Kunstfertigkeit kaum begreifen kann; mit englischen Ausrufen zu warnen versucht; die reifenhaltenden Reitknechte wütend zu peinlichster Achtsamkeit ermahnt; vor dem großen Salto mortale das Orchester mit aufgehobenen Händen beschwört, es möge schweigen; schließlich die Kleine vom zitternden Pferde hebt, auf beide Backen küßt und keine Huldigung des Publikums für genügend erachtet; während sie selbst, von ihm gestützt, hoch auf den Fußspitzen, vom Staub umweht, mit ausgebreiteten Armen, zurückgelehntem Köpfchen ihr Glück mit dem ganzen Zirkus teilen will - da dies so ist, legt der Galeriebesucher das Gesicht auf die Brüstung und, im Schlußmarsch wie in einem schweren Traum versinkend, weint er, ohne es zu wissen.

Franz Kafka

04.12.2017, aktualisiert vom Februar 2017 (src)

Zeitlos,

bis hin zur Gleichgültigkeit.

04.12.2017, aktualisiert vom Mai 2004 (src)

Der poetische Nihilismus

ist die Grundwahrheit. Poetisch, sich zu fühlen nach Menschenart, - nihilistisch zu fühlen, daß es vergebens sein wird.

04.12.2017, aktualisiert vom März 2005 (src)

Wie Diotima es sagen würde

Nur habe ich nach einer Weile anfangen müssen, im Kopf zu rechnen, und das hatte ein unerwartetes Ergebnis. Siehst du, ich hatte mir vorher gedacht, wenn ich jeden Tag da ein Buch lese, so müßte das zwar sehr anstrengend sein, aber irgendwann müßte ich damit zu Ende kommen und dürfte dann eine gewisse Position im Geistesleben beanspruchen, selbst wenn ich ein oder das andere auslasse. Aber was glaubst du, antwortete mir der Bibliothekar, wie unser Spaziergang kein Ende nimmt und ich ihn frage, wieviel Bände denn eigentlich dieses verrückte Bibliothek enthält? Dreieinhalb Millionen Bände, antwortet er!! Wir sind da, wie er das sagte, ungefähr beim siebenhunderttausendsten Buch gewesen, aber ich habe von dem Augenblick an ununterbrochen gerechnet; - ich will es dir ersparen, ich habe es im Ministerium noch einmal mit Bleistift und Papier nachgerechnet: Zehntausend Jahre würde ich auf diese Weise gebraucht haben, um mich mit meinem Vorsatz durchzusetzen! In diesem Augenblick sind mir die Beine auf der Stelle stecken geblieben, und die Welt ist mir wie einziger Schwindel vorgekommen. Ich versichere dir noch jetzt, wo ich mich beruhigt habe: da stimmt etwas grundlegend nicht!

Du kannst sagen, man braucht nicht alle Bücher zu lesen. Ich werde dir darauf erwidern: Man braucht auch im Krieg nicht jeden einzelnen Soldaten zu töten, und doch ist jeder notwendig! Du wirst mir sagen: Auch jedes Buch ist notwendig. Aber siehst du, da stimmt schon etwas nicht, denn das ist nicht wahr; ich habe den Bibliothekar gefragt! Lieber Freund, ich habe mir einfach gedacht, dieser Mensch lebt doch zwischen diesen Millionen Büchern, kennt jedes, weiß von jedem, wo es steht: der müßte mir also helfen können. Natürlich habe ich ihn nicht ihne weiteres fragen wollen: wie finde ich den schönsten Gedanken von der Welt? Das würde geradezu wie der Anfang von einem Märchen klingen, und so schlau bin ich schon, daß ich das merke, und überdies habe ich Märchenerzählen schon als Kind nicht leiden können; aber was willst du tun, irgend etwas ähnliches mußte ich ihn schließlich fragen! Andererseits hat mir mein Gefühl für das Schickliche verboten, ihm die Wahrheit zu sagen, etwa meinem Anliegen Auskünfte über unsere Aktion vorauszuschicken und den Mann zu bitten, mich auf die Spur des würdigsten Ziels für sie zu setzen; dazu habe ich mich nicht ermächtigt gesehn. Also, ich hab schließlich eine kleine List angewendet. 'Ach! - habe ich ganz harmlos zu sagen angefangen - 'ach, ich habe mich zu unterrichten vergessen, wie Sie es eigentlich beginnen, in diesem unendlichen Bücherschatz immer das richtige Buch zu finden?!' - weißt du, genau so habe ich das gesagt, wie ich mir dachte, daß Diotima es sagen würde, und für ein paar Kreuzer Bewunderung für ihn habe ich auch in den gelegt, damit er mir auf den Leim geht.

Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften

04.12.2017, aktualisiert vom Juni 2013 (src)

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Created: 2017-12-15 Fr 21:50

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