· Philosophischer Nacht- und Sonntagsdienst ·

Aktionstage poetischer Nihilismus


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Emacs-scratch-Miszellen

  • Ein Roman besteht aus 20 Geschichten und einer Idee, die sie verbinndet.
  • Das ist doch einfach.
    • Wie Thomas Mann, der an die einfachen Goncourt-Romane dachte, als er Buddenbrooks begann.
      • was ja auch ein einfacher Roman ist, der die 20 Geschichten unter einer Idee der Familie erzählt.
  • Jeder Mensch hat mindestens zwei Interessen.

    • Frau hat immer Familie und Mann.
    • Arbeiter hat immer Lohninteressen und Arbeitgebersolidarität.
      • In allen Lohnabhängigkeiten ganz verschieden, aber immer dies auch.
    • Es ist die Kunst, die
      • einen befreien kann,
        • oft in der sozialverträglichen Ausprägung

    ** aber es ist

    • das Genie,
      • das einen in die Welt zwängt, weil
        • das Genie immer autistisch ist.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180720.html

Die Kunst ist immer einfach.

Ein Roman besteht aus 20 Geschichten und einer Idee, die sie verbinndet.

  • Das ist doch einfach.
    • Wie Thomas Mann, der an die einfachen Goncourt-Romane dachte, als er Buddenbrooks begann.
      • was ja auch ein einfacher Roman ist, der die 20 Geschichten unter einer Idee der Familie erzählt.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180718.html

Der Aufstieg des Tanzbären

Man kann ja die Medien suggestiv nennen, oder aber sie benutzen ein Framing, - wie dem auch sei, - aber den Tanzbären haben sie erschaffen, der am Ende seiner Karriere der beste und historische Herrscher einer freien Nation gewesen sein wird.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180716.html

Es gibt die Schwierigkeit,

das Leben gedanklich zu ordnen.

  • Einladungen dazu gibt es viele.
    • Heute erinnert man sich an Ingmar Bergmann, -weil er ein Jahresdatum hätte,
      • der ist immerzu wunderbar,
        • wenn man ihn für sich je entdeckt hat

Und immer wieder stellt sich die Frage:

  • Was bedeutet ein genialer Künstler für die Welt?
    • Viel für diejenigen, die ihn wertschätzen, weil sie ihn kennenlernten
      • aus den guten Gründen der kulturellen Neugier.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180714.html

An der sonngewohnten Straße

An der sonngewohnten Straße, in dem
hohlen halben Baumstamm, der seit lange
Trog ward, eine Oberfläche Wasser
in sich leis erneuernd, still’ ich meinen
Durst: des Wassers Heiterkeit und Herkunft
in mich nehmend durch die Handgelenke.
Trinken schiene mir zu viel, zu deutlich;
aber diese wartende Gebärde
holt mir helles Wasser ins Bewußtsein.

Also, kämst du, braucht ich, mich zu stillen,
nur ein leichtes Anruhn meiner Hände,
sei’s an deiner Schulter junge Rundung,
sei es an den Andrang deiner Brüste.

Rainer Maria Rilke

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180712.html

Der technische Fortschritt

gefällt mir gut. Alles wird bequem und nett,

  • aber es gibt keinen 100-prozentige Erfolg
    • Niemmals gibt es den.

Manchmal muß halt die bekannte Menschlichkeit Einbußen hinnehmen,

  • denn die Algorithmen sind halt auch nicht sicher,
    • sondern eher nicht sicher.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180705.html

Misc aus dem emacs scratch

"Das Framing einer Schlagzeile" = suggestive Schlagzeile

Die Ironie ist der Versuch, durch Uneigentlichkeit eine Sprache zu erzeugen, die man niemals selbst sprechen würde.

  • Die eigene Distanz zum Thema macht es witzig.
    • Wer die Uneigentlichkeit darin errät, amüsiert sich darüber.

Sie sagen wieder "Mentalität", und zwar so:

  • "Er hat die Mentalität"
    • Früher hieß es "die typisch deutsche Mentalität" etc. Immer mit Adjektiv
  • Heute ist es ein Synonym für "Charakter haben"

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180706.html

Der Impetus der Geschichtlichkeit

erlahmt.

Es passiert wieder mal so viel derzeit, die Fußball-WM, die politischen Streitereien, die Krisen der Weltökonomie, und das wird wohl

(Mögen die braven Geschichtswissenschaftler all dieser Langweiligkeit annehmen,

  • und selbst wenn die Menschheit immer weiter wächst,
    • wird diese Forschungsliteratur unseres Lebens.)

keinen interessieren.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180701.html

Tatsächlich

kann ich auf den Balkon hinausliegen und Musikhören und mehr Gefühle und Gedanken damit erzeugen,

  • als sähe ich ein Fußballspiel im TV,
    • selbst wenn das in der Weltmeisterschaft wäre.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180619.html

Was die Väter halt so raten:

Polonius ist als Laertes' Vater sehr viel netter als Hamlets Vater.

POLONIUS
Und diese Regeln präg in dein Gedächtnis:
Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge,
Noch einem ungebührlichen die Tat.
Leutselig sei, doch mach dich nicht gemein.
Den Freund, der dein, und dessen Wahl erprobt,
Mit ehrnen Haken klammr ihn an dein Herz.
Doch schwäche deine Hand nicht durch Begrüßung
Von jedem neugeheckten Bruder. Hüte dich,
In Händel zu geraten; bist du drin,
Führ sie, daß sich dein Feind vor dir mag hüten.
Dein Ohr leih jedem, wenigen deine Stimme;
Nimm Rat von allen, aber spar dein Urteil.
Die Kleidung kostbar, wie's dein Beutel kann,
Doch nicht ins Grillenhafte: reich, nicht bunt;
Denn es verkündigt oft die Tracht den Mann,
Und die vom ersten Rang und Stand in Frankreich
Sind darin ausgesucht und edler Sitte.
Kein Borger sei und auch Verleiher nicht;
Sich und den Freund verliert das Darlehn oft,
Und Borgen stumpft der Wirtschaft Spitze ab.
Dies über alles: Sei dir selber treu,
Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage,
Du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.
Leb wohl! Mein Segen fördre dies an dir!

LAERTES
In Ehrerbietung nehm ich Abschied, Herr.

POLONIUS
Euch ruft die Zeit; geht, Eure Diener warten.

Shakespeare, Hamlet

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180624.html

Donc je suis

Da gibt es kein Vertun beim Leben, jeder muß atmen, essen, trinken, wohnen und sich anziehen. Grundbedürfnisse, die sich

  • freilich dadurch pervertieren,
    • indem die Herstellungs- und Verteilmechanismen -optimieren.

Denn das Wesen des nichtkommunistischen Handels

  • liegt natürlich im Betrug, also der maximalen Steigerung des Mehrwerts.

Man sieht es daran, daß es diese Leute gibt, bei denen dieser Mehrwert/Vorteil/Betrugsbereich

  • zunehmend ankommt.
    • Wobei tatsächlich jeder einzelne etc etc etc

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180613.html

Es sind die Flugzeuge, die fliegen.

und nicht mehr der Menschheitstraum des Fliegens.

  • Ach, wie billig macht die Technik alles,
    • und wie zerstört das Fliegen derzeit nicht den Traum,
      • denn den zerstört sie ja garnicht.

sondern sie zerstört den Traum des guten Lebens für alle anderen,

Genauso fliegt dahin der Traum der Freiheit, der Gesundheit, der Selbstbestimmtheit und der freien Meinung.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180611.html

Hyperions Schicksalslied

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.

Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.

Hölderlin

Kommentar:

Ja, genau so ist es mit uns. Das Leben wirft uns von Klippe zu Klippe, und wir wissen nichts von unserer Zukunft. Doch die Gedichtform ist prima, denn in einigen kurzen Sätzen erfahren wir die psychische Offenbarung, und die ist sehr wegweisend. Im Grunde geht es ja darum, gern blindling auf die Klippen geworfen zu werden. Oderso.

07.06.2018, aktualisiert vom Juni 2005 (src)

Selbstlosigkeit

ist das letzte Ziel der Industrie.

Ist das schlecht?

07.06.2018, aktualisiert vom Februar 2009 (src)

Ich rutsche über den Rasen

und weiß "Ich bin ein Toooooooooor."

07.06.2018, aktualisiert vom Juni 2010 (src)

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Created: 2018-07-23 Mo 20:20

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