· Philosophischer Nacht- und Sonntagsdienst ·

Aktionstage poetischer Nihilismus


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Der technische Fortschritt

gefällt mir gut. Alles wird bequem und nett,

  • aber es gibt keinen 100-prozentige Erfolg
    • Niemmals gibt es den.

Manchmal muß halt die bekannte Menschlichkeit Einbußen hinnehmen,

  • denn die Algorithmen sind halt auch nicht sicher,
    • sondern eher nicht sicher.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180705.html

Misc aus dem emacs scratch

"Das Framing einer Schlagzeile" = suggestive Schlagzeile

Die Ironie ist der Versuch, durch Uneigentlichkeit eine Sprache zu erzeugen, die man niemals selbst sprechen würde.

  • Die eigene Distanz zum Thema macht es witzig.
    • Wer die Uneigentlichkeit darin errät, amüsiert sich darüber.

Sie sagen wieder "Mentalität", und zwar so:

  • "Er hat die Mentalität"
    • Früher hieß es "die typisch deutsche Mentalität" etc. Immer mit Adjektiv
  • Heute ist es ein Synonym für "Charakter haben"

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180706.html

Der Impetus der Geschichtlichkeit

erlahmt.

Es passiert wieder mal so viel derzeit, die Fußball-WM, die politischen Streitereien, die Krisen der Weltökonomie, und das wird wohl

(Mögen die braven Geschichtswissenschaftler all dieser Langweiligkeit annehmen,

  • und selbst wenn die Menschheit immer weiter wächst,
    • wird diese Forschungsliteratur unseres Lebens.)

keinen interessieren.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180701.html

Tatsächlich

kann ich auf den Balkon hinausliegen und Musikhören und mehr Gefühle und Gedanken damit erzeugen,

  • als sähe ich ein Fußballspiel im TV,
    • selbst wenn das in der Weltmeisterschaft wäre.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180619.html

Was die Väter halt so raten:

Polonius ist als Laertes' Vater sehr viel netter als Hamlets Vater.

POLONIUS
Und diese Regeln präg in dein Gedächtnis:
Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge,
Noch einem ungebührlichen die Tat.
Leutselig sei, doch mach dich nicht gemein.
Den Freund, der dein, und dessen Wahl erprobt,
Mit ehrnen Haken klammr ihn an dein Herz.
Doch schwäche deine Hand nicht durch Begrüßung
Von jedem neugeheckten Bruder. Hüte dich,
In Händel zu geraten; bist du drin,
Führ sie, daß sich dein Feind vor dir mag hüten.
Dein Ohr leih jedem, wenigen deine Stimme;
Nimm Rat von allen, aber spar dein Urteil.
Die Kleidung kostbar, wie's dein Beutel kann,
Doch nicht ins Grillenhafte: reich, nicht bunt;
Denn es verkündigt oft die Tracht den Mann,
Und die vom ersten Rang und Stand in Frankreich
Sind darin ausgesucht und edler Sitte.
Kein Borger sei und auch Verleiher nicht;
Sich und den Freund verliert das Darlehn oft,
Und Borgen stumpft der Wirtschaft Spitze ab.
Dies über alles: Sei dir selber treu,
Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage,
Du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.
Leb wohl! Mein Segen fördre dies an dir!

LAERTES
In Ehrerbietung nehm ich Abschied, Herr.

POLONIUS
Euch ruft die Zeit; geht, Eure Diener warten.

Shakespeare, Hamlet

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180624.html

Donc je suis

Da gibt es kein Vertun beim Leben, jeder muß atmen, essen, trinken, wohnen und sich anziehen. Grundbedürfnisse, die sich

  • freilich dadurch pervertieren,
    • indem die Herstellungs- und Verteilmechanismen -optimieren.

Denn das Wesen des nichtkommunistischen Handels

  • liegt natürlich im Betrug, also der maximalen Steigerung des Mehrwerts.

Man sieht es daran, daß es diese Leute gibt, bei denen dieser Mehrwert/Vorteil/Betrugsbereich

  • zunehmend ankommt.
    • Wobei tatsächlich jeder einzelne etc etc etc

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180613.html

Es sind die Flugzeuge, die fliegen.

und nicht mehr der Menschheitstraum des Fliegens.

  • Ach, wie billig macht die Technik alles,
    • und wie zerstört das Fliegen derzeit nicht den Traum,
      • denn den zerstört sie ja garnicht.

sondern sie zerstört den Traum des guten Lebens für alle anderen,

Genauso fliegt dahin der Traum der Freiheit, der Gesundheit, der Selbstbestimmtheit und der freien Meinung.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180611.html

Hyperions Schicksalslied

Philosophischer-Nacht-und-Sonntagsdienst.de#+BEGINQUOTE Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.

Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab. #+ENDQUOTE

Hölderlin

Kommentar:

Ja, genau so ist es mit uns. Das Leben wirft uns von Klippe zu Klippe, und wir wissen nichts von unserer Zukunft. Doch die Gedichtform ist prima, denn in einigen kurzen Sätzen erfahren wir die psychische Offenbarung, und die ist sehr wegweisend. Im Grunde geht es ja darum, gern blindling auf die Klippen geworfen zu werden. Oderso.

07.06.2018, aktualisiert vom Juni 2005 (src)

–—Philosophischer-Nacht-und-Sonntagsdienst.de

Selbstlosigkeit

ist das letzte Ziel der Industrie.

Ist das schlecht?

07.06.2018, aktualisiert vom Februar 2009 (src)

Ich rutsche über den Rasen

und weiß "Ich bin ein Toooooooooor."

07.06.2018, aktualisiert vom Juni 2010 (src)

Die beamtete Oberschicht

in unserer Demokratie

  • garantiert die Verfassung,
    • die jedermann nachlesen kann.

Wir! Das ist unsere Gesellschaft,

  • die geschützt wird von der staatlichen Infrastruktur.
    • Es ist eine Garantie gegen den Mißbrauch von
      • Gemeinheit, Geiz und Mißbrauch.

Der Staat und seine Einrichtungen stehen für

  • Gerechtigkeit, Gleichheit und Aufklärung,
    • nicht im mindesten.

Der Staat steht aber auch für finanzielle Interessen

  • die sich stets durchsetzen,
    • und das ist der Staat mitsamt allen seinen Vertretern.
      • und zwar, weil der Staat es genau so haben will.

Wir anderen im müssen uns daher ständig neu orientieren, denn

  • obwohl wir leben, gibt es uns ja nicht als die, die nur leben wollen.
07.06.2018, aktualisiert vom April 2014 (src)

Fairspult

Einst, in der Büchermesse gab er sich die Konferenzen mit der Zartbeseiteten.

In den Pausen nahten sich Hostessen und reichten Lebensmittel unterm Nachmittag,

als kämen sie aus alt.binaries.erotica oder sogar alt.binaries.erotica.fairs.hostesses oder sogar alt.binaries.movies.stills.vanity.fair.buchmessenhostessen.

Ein anderes Kapitel waren die Besucher.

07.06.2018, aktualisiert vom Februar 2009 (src)

An die Kurfürstin Sophie

Mons. Leibniz' unitet verstehe ich eben so wenig, als wenns griechisch oder latein were; wenn mein sohn wieder von Paris wird kommen sein, will ichs ihm weisen, umb zu sehen, ob er es so wohl als der duc de Bourgogne verstehen wird; der duc de Bourgogne begreift sachen, die meinem geringen verstand viel zu hoch sein. Zu allem glück ist es nicht sonderlich nötig, daß ich es weiß.

Briefe der Liselotte von der Pfalz, 1705, aus Versailles

07.06.2018, aktualisiert vom Mai 2006 (src)

Die wichtigen Menschen

  • sind immer in Konzernen beschäftigt
    • sie verdienen Geld.
      • und sie wollen keine Veränderung der Welt,
        • an denen sie nicht mitverdienen.

Wohl aber ist die Welt verloren gegenüber allen,

  • die an ihr "Geld" verdienen,
    • was ein Verbrechen ist
      • an den lebendigen Menschen.

Die wichtigen Menschen in der Wirtschaft, Exekutive, Legislative und Judiskative sind wahrscheinlich meistens Verbrecher.

  • Wo die Regeln der Demokratie enden, beginnt die Freiheit des Erz-Schuftes.
07.06.2018, aktualisiert vom Juli 2014 (src)

Radelnde Hoffnungsträger

Vor zehn Jahren war alles noch anders. Doch dann setzte der stille Strukturwandel ein. Das Wort des zwanzigsten Jahrhunderts wurde plötzlich unpopulär: Erfolg. Karriere wurde unschick, ja verpönt. Die Manager hatten versagt, und keiner wollte es mehr sein. Die Reichen waren unmoralisch geworden, also blieb man lieber arm. Bilanzen wurden gefäscht, die schwarzen Zahlen wurden zu roten radiert, sonst wäre der Warenverkehr zusammengebrochen. Die öffentliche Meinung war einhellig. Vermögen war eine Schwäche, Leistungswillen wurde als Unvernunft verdächtigt.

Doch arm sein, das soziale Ziel aller, wurde schwierig. Die Firmen bangten um den Nachwuchs an der Führungsspitze. Alle studierten und bildeten sich, doch keiner wollte sein Wissen mehr verkaufen: wußte man doch, daß dies in der Korruption enden würde. Man verkaufte seine Zeit nicht mehr, man verschenkte sie,

  • doch das paßte nicht in die veralteten

Leistungsstrukturen. Man beleidigte den, den man bezahlte. Aufsteiger in den Firmen wurde sozial geächtet und ließen sich nicht mehr blicken. Headhunter wurden schon für die Besetzung von Lagerarbeiterstellen benötigt, doch das Angebot wurde je sicherer abgelehnt, je höher es wurde, und die knappbezahlten Stellen wurden schon von den Langeingessenen Mitarbeitern benutzt, da sie sonst aus ihrem Wohnviertel vertrieben worden wären.

Die Kultur änderte sich. Der Typ des Hans-Dampf-in-allen-Gassen, Intendanten, Regisseure, medienwirksame Schriftsteller, man ignorierte sie. Die Verlage begrenzten die Auflagen derjenigen Bücher, die ins Gespräch kommen sollten. Berühmte Theaterstücke durften nicht mehr öffentlich besprochen werden, weil deren Autoren dies erzwangen. Meinung wurde in dezentralisierten Medien gemacht, welche nur dann ernstgenommen wurden, wenn sie keinen Gewinn abwarfen und nichts kosteten.

Geld war in der Tat allgemein als langweilig begriffen geworden. Der Materialismus war so weit gediehen, daß man den Sinn von volkswirtschaftlichen Symbolen nicht mehr verstand. Trotzdem konnte sich das System erhalten: man setzte auf Minimierung und Understatement. Man sprach so wenig von konkreter Leistung und deren Bezahlung, wie man in den Zeiten davor nicht vom Anwenden der Moral gesprochen hatte.

Aber man sprach insgesamt viel. Die dezentralisierten Medien boten Austausch und Gesprächsmöglichkeiten für jedermann, man nutzte seine freie Zeit, dem unnennbaren Gedanken der Demokratie nachzuspüren. Allgemeine Ideen wurden von vielen ausgearbeitet und von vielen verworfen, doch wenn sie sich durchsetzten, blieb nur die Idee und nicht die Namen der Verfechter im Gedächtnis.

Es war die Zeit des Paradigmenwechsels. Aber die ersten, die den Wind der neuen Zeit spürten, hatte man schon vorher mit ihren Fahrrädern zu erotischen Streifzügen in die Bankenviertel fahren sehen.

  • Origin: "I want you to join me" (Uncle Dem) (74:4970/100.33) 2004-03-10
07.06.2018, aktualisiert vom November 2009 (src)

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Created: 2018-07-12 Do 21:18

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