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Hyperions Schicksalslied

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.

Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.

Hölderlin

Kommentar:

Ja, genau so ist es mit uns. Das Leben wirft uns von Klippe zu Klippe, und wir wissen nichts von unserer Zukunft. Doch die Gedichtform ist prima, denn in einigen kurzen Sätzen erfahren wir die psychische Offenbarung, und die ist sehr wegweisend. Im Grunde geht es ja darum, gern blindling auf die Klippen geworfen zu werden. Oderso.

07.06.2018, aktualisiert vom Juni 2005 (src)

Selbstlosigkeit

ist das letzte Ziel der Industrie.

Ist das schlecht?

07.06.2018, aktualisiert vom Februar 2009 (src)

Ich rutsche über den Rasen

und weiß "Ich bin ein Toooooooooor."

07.06.2018, aktualisiert vom Juni 2010 (src)

Die beamtete Oberschicht

in unserer Demokratie

  • garantiert die Verfassung,
    • die jedermann nachlesen kann.

Wir! Das ist unsere Gesellschaft,

  • die geschützt wird von der staatlichen Infrastruktur.
    • Es ist eine Garantie gegen den Mißbrauch von
      • Gemeinheit, Geiz und Mißbrauch.

Der Staat und seine Einrichtungen stehen für

  • Gerechtigkeit, Gleichheit und Aufklärung,
    • nicht im mindesten.

Der Staat steht aber auch für finanzielle Interessen

  • die sich stets durchsetzen,
    • und das ist der Staat mitsamt allen seinen Vertretern.
      • und zwar, weil der Staat es genau so haben will.

Wir anderen im müssen uns daher ständig neu orientieren, denn

  • obwohl wir leben, gibt es uns ja nicht als die, die nur leben wollen.
07.06.2018, aktualisiert vom April 2014 (src)

Fairspult

Einst, in der Büchermesse gab er sich die Konferenzen mit der Zartbeseiteten.

In den Pausen nahten sich Hostessen und reichten Lebensmittel unterm Nachmittag,

als kämen sie aus alt.binaries.erotica oder sogar alt.binaries.erotica.fairs.hostesses oder sogar alt.binaries.movies.stills.vanity.fair.buchmessenhostessen.

Ein anderes Kapitel waren die Besucher.

07.06.2018, aktualisiert vom Februar 2009 (src)

An die Kurfürstin Sophie

Mons. Leibniz' unitet verstehe ich eben so wenig, als wenns griechisch oder latein were; wenn mein sohn wieder von Paris wird kommen sein, will ichs ihm weisen, umb zu sehen, ob er es so wohl als der duc de Bourgogne verstehen wird; der duc de Bourgogne begreift sachen, die meinem geringen verstand viel zu hoch sein. Zu allem glück ist es nicht sonderlich nötig, daß ich es weiß.

Briefe der Liselotte von der Pfalz, 1705, aus Versailles

07.06.2018, aktualisiert vom Mai 2006 (src)

Die wichtigen Menschen

  • sind immer in Konzernen beschäftigt
    • sie verdienen Geld.
      • und sie wollen keine Veränderung der Welt,
        • an denen sie nicht mitverdienen.

Wohl aber ist die Welt verloren gegenüber allen,

  • die an ihr "Geld" verdienen,
    • was ein Verbrechen ist
      • an den lebendigen Menschen.

Die wichtigen Menschen in der Wirtschaft, Exekutive, Legislative und Judiskative sind wahrscheinlich meistens Verbrecher.

  • Wo die Regeln der Demokratie enden, beginnt die Freiheit des Erz-Schuftes.
07.06.2018, aktualisiert vom Juli 2014 (src)

Radelnde Hoffnungsträger

Vor zehn Jahren war alles noch anders. Doch dann setzte der stille Strukturwandel ein. Das Wort des zwanzigsten Jahrhunderts wurde plötzlich unpopulär: Erfolg. Karriere wurde unschick, ja verpönt. Die Manager hatten versagt, und keiner wollte es mehr sein. Die Reichen waren unmoralisch geworden, also blieb man lieber arm. Bilanzen wurden gefäscht, die schwarzen Zahlen wurden zu roten radiert, sonst wäre der Warenverkehr zusammengebrochen. Die öffentliche Meinung war einhellig. Vermögen war eine Schwäche, Leistungswillen wurde als Unvernunft verdächtigt.

Doch arm sein, das soziale Ziel aller, wurde schwierig. Die Firmen bangten um den Nachwuchs an der Führungsspitze. Alle studierten und bildeten sich, doch keiner wollte sein Wissen mehr verkaufen: wußte man doch, daß dies in der Korruption enden würde. Man verkaufte seine Zeit nicht mehr, man verschenkte sie,

  • doch das paßte nicht in die veralteten

Leistungsstrukturen. Man beleidigte den, den man bezahlte. Aufsteiger in den Firmen wurde sozial geächtet und ließen sich nicht mehr blicken. Headhunter wurden schon für die Besetzung von Lagerarbeiterstellen benötigt, doch das Angebot wurde je sicherer abgelehnt, je höher es wurde, und die knappbezahlten Stellen wurden schon von den Langeingessenen Mitarbeitern benutzt, da sie sonst aus ihrem Wohnviertel vertrieben worden wären.

Die Kultur änderte sich. Der Typ des Hans-Dampf-in-allen-Gassen, Intendanten, Regisseure, medienwirksame Schriftsteller, man ignorierte sie. Die Verlage begrenzten die Auflagen derjenigen Bücher, die ins Gespräch kommen sollten. Berühmte Theaterstücke durften nicht mehr öffentlich besprochen werden, weil deren Autoren dies erzwangen. Meinung wurde in dezentralisierten Medien gemacht, welche nur dann ernstgenommen wurden, wenn sie keinen Gewinn abwarfen und nichts kosteten.

Geld war in der Tat allgemein als langweilig begriffen geworden. Der Materialismus war so weit gediehen, daß man den Sinn von volkswirtschaftlichen Symbolen nicht mehr verstand. Trotzdem konnte sich das System erhalten: man setzte auf Minimierung und Understatement. Man sprach so wenig von konkreter Leistung und deren Bezahlung, wie man in den Zeiten davor nicht vom Anwenden der Moral gesprochen hatte.

Aber man sprach insgesamt viel. Die dezentralisierten Medien boten Austausch und Gesprächsmöglichkeiten für jedermann, man nutzte seine freie Zeit, dem unnennbaren Gedanken der Demokratie nachzuspüren. Allgemeine Ideen wurden von vielen ausgearbeitet und von vielen verworfen, doch wenn sie sich durchsetzten, blieb nur die Idee und nicht die Namen der Verfechter im Gedächtnis.

Es war die Zeit des Paradigmenwechsels. Aber die ersten, die den Wind der neuen Zeit spürten, hatte man schon vorher mit ihren Fahrrädern zu erotischen Streifzügen in die Bankenviertel fahren sehen.

  • Origin: "I want you to join me" (Uncle Dem) (74:4970/100.33) 2004-03-10
07.06.2018, aktualisiert vom November 2009 (src)

Liebe

ist der traditionelle Festhaltebegriff für diejenigen Menschen, die transzendent bleiben wollen und die biologischen Programme in sich entweder leugnen oder freisetzen wollen. Allein deswegen ist und bleibt es ein guter Begriff, der polarisiert und zuweist.

07.06.2018, aktualisiert vom September 2004 (src)

Die Unwahrheit ist

  • (und es gibt indessen sehr viele Wahrheiten),
    • daß die Menschen die Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen sozialem Abstieg der Gebildeten und Festigung des Reichenstatus der Erbenden,
      • daß sie es geschehen lassen.
  • Und weil das so ist, mag man denken: diese Entwicklung hört nicht auf.
    • Am Ende sind wir nicht nur schuld am Elend der dritten Welt, wir erhalten auch unser eigenes Elend dadurch,
      • denn unsere falsche von der (CDU)-Politik vorangetriebenen Denkweise einer überall notwendigen Zweiklassengesellschaft, auch innerhalb unserer Gesellschaft, ist immer noch das wilhelminische Untertanen-Denken.
        • Heinrich Manns Untertan-Roman macht aus diesem notwendigen Erkenntnisgewinn ein Aneignungsvergnügen.

Und das Thema hört nie auf, eines zu sein, in unserer Gesellschaft,

  • in der es kein richtiges Leben im falschen gibt,
    • immerzu.

30. April 2017

07.06.2018, aktualisiert vom April 2017 (src)

Die Dinge sind eh immer heikel,

und sie sind es desto mehr, je einfacher sie scheinen. Die Menschen tun Dinge, die oft "einfach nur" bezaubernd sind für die Analytiker komplexer Zustände.

07.06.2018, aktualisiert vom Januar 2008 (src)

Strukturalismus

… ein Vorschlag für ein Denkmuster, das immer noch am ehesten gültig sein könnte. Man erinnere sich, wieviel Denken es damals gab, vor unserer Zeit der Medien. Aber das Denken kommt ja wieder, auch hier.

07.06.2018, aktualisiert vom Oktober 2004 (src)

Mit viel Inbrunst

für den Geist, für die Gegenwart und für die Vernunft zu leben; oder aber für die Freiheit, die Gleichheit und die Brüderlichkeit; oder für das Glück und die Lebenslust und die schönen Künste. Keiner sollte sich anmaßen, anderen Vorschriften zu machen, welche Trinität er unter den dreien bevorzugt und mit viel Inbrunst anstrebt.

07.06.2018, aktualisiert vom März 2006 (src)

Die Personifikation von Ideen

ist die Sache der Medien, und es leiden beide darunter, die interessierte Person und die kompromittierte Ideen.

07.06.2018, aktualisiert vom November 2008 (src)

Die Wahrheit ist

  • (und es gibt sehr viele Wahrheiten),
    • daß die Menschen diese Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen sozialem Abstieg der Gebildeten und Festigung des Reichenstatus der Erbenden,
      • daß sie es geschehen lassen.
  • Und weil das so ist, mag man denken: diese Entwicklung hört nicht auf.
    • Am Ende sind wir nicht nur schuld am Elend der dritten Welt, wir erhalten auch unser eigenes Elend dadurch,
      • denn unsere falsche von der (CDU)-Politik vorangetriebenen Denkweise einer überall notwendigen Zweiklassengesellschaft, auch innerhalb unserer Gesellschaft, ist immer noch das wilhelminische Untertanen-Denken.
        • Heinrich Manns Unterta-Roman macht aus diesem notwendigen Erkenntnisgewinn ein Aneignungsvergnügen.
07.06.2018, aktualisiert vom August 2010 (src)

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Created: 2018-06-10 So 20:17

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