Geschichtslosigkeit

als Tendenz ist zu allen Zeiten das zu Befürchtende. Alle Medien arbeiten daran, uns die letzen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte vergessen zu lassen. In Amerika ist Geschichte bis zu 300 Jahre alt. Im Viva-TV ist Geschichte zwei Jahre alt, wenns hochkommt. Nur, weil jedes Jahr Oktoberfestzeit ist, ist das noch kein empirischer Zustand, der für alle Lebewesen immer galt. Im Trias gabs das nämlich noch nicht. Man muß, um die Welt zu verstehen, notwendigerweise eine Theorie entwickeln. Innerhalb der Sprache, die man derzeit spricht, und welche nichts transzendiert, gibt es keine Geschichte, und alles Gesagte ist schlicht und vorphilosophisch. Früher wußten die Leute viel mehr und konnten es besser sagen. Vielleicht ist das die Erkenntnis der Zeit, daß die Sprache derzeit so zurückgezogen ist, daß Lektüre aus der Vergangenheit den Genuß der Klugheit und Geistesschärfe fördern könnte. Vielleicht aber wird die Zeit nie wieder sprachlich und gedanklich, sondern einfach nur visueller. Dann wiederum ist alles oke!

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