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Wie lange küsst dein Mund den meinen wohl

Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.

Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küsst dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?

Else Lasker-Schüler

02.12.2020, aktualisiert vom November 2020 (src)

Die gewollte Vereinzelung des Individuums

in einer Gesellschaft, in der Meinung einen bezahlbaren und bezahlten Wert hat, und damit sind freilich die Medien gemeint, die Print, Elektronik und Funk beinhalten, - erlaubt es dem Einzelnen nicht mehr, gegen das Ganze anzudenken und sich mit und in der Utopie zu verbrüdern.

  • Es gibt keine Sprache dafür. Die Definition des

sprachlosen Erleidens einer fremdbestimmten Gegenwart ist nur dann subversiv, wenn man sich noch einen Genuß darin bewahrt. So tun, als würde man das wollen, und zwar so lange, bis es wieder eine Sprach-

  • und Gedankenwelt gibt, die gesellschaftlich relevant wird. Vom Blablabla zur Sprache.

Das Lamento über den mangelhaften Erkenntniszustand der Anderen ist eine typische Sprache dessen, der die Dialektik eben nicht erkennt.

01.12.2020, aktualisiert vom Februar 2004 (src)

Mitteilungstrieb

"Der Trieb sich mitzuteilen muß den Menschen, der noch allein ist, gegen lebende Wesen außer ihm, vornehmlich diejenigen, die einen Laut geben, welchen er nachahmen und der nachher zum Namen dienen kann, zuerst zur Kundmachung seiner Existenz bewogen haben", Anf. d. Menschengesch. 1. Anm (VI 50f.). Vgl. Geschmacksurteil (Mitteilbarkeit des ästhetischen Zustandes an andere), Humanität

(aus: R. Eisler, Kant Lexikon)

29.11.2020, aktualisiert vom Oktober 2004 (src)

Und meine Träume sind wie Diebe

Dein Haar hat Lieder, die ich liebe,
und sanfte Abende am Meer -
O glückte mir die Welt! O bliebe
mein Tag nicht stets unselig leer!

So kann ich nichts, als matt verlegen
vertrösten oder wehe tun,
und von den wundersamsten Wegen
bleibt mir der Staub nur auf den Schuhn.

Und meine Träume sind wie Diebe,
und meine Freuden frieren sehr -
dein Haar hat Lieder, die ich liebe,
und sanfte Abende am Meer.

Max Herrmann-Neisse

28.11.2020, aktualisiert vom März 2017 (src)

Trivialitäten gelten, es ist so traurig wahr.

Klärchens Lied

Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein,
Hangen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt –
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.

Johann Wolfgang von Goethe (ohne Wikipedia-Verweis, ihr verdummten Deppen, die ihr nicht wisst, wer das ist.)

Kommentar: Was für ein banaler Gesang auf die Liebe, so nichtssagend und allgemein. Wie sehr muß sich der schämen, der liebt, exakt dies erlebt und dabei denkt, was bin ich für ein banaler Geselle. Denn ich empfinde so billig wie der Goethe. Würde ich doch wenigstens wie Kafka lieben oder der Marquis de Sade. Aber nein, dies kleine Liebesgedicht erklärt mein Lieben völlig. Was für eine Peinlichkeit! Und doch find ichs so schön.

27.11.2020, aktualisiert vom September 2020 (src)

Wanderers Lied

Meine Freunde sind schwank wie Rohr,
Auf ihren Lippen sitzt ihr Herz,
Keuschheit kennen sie nicht;
Tanzen möchte ich auf ihren Häuptern.

Mädchen, das ich liebe,
Seele der Seelen du,
Auserwählte, Lichtgeschaffene,
Nie sahst du mich an,
Dein Schoß war nicht bereit,
Zu Asche brannte mein Herz.

Ich kenne die Zähne der Hunde,
In der Wind-ins-Gesicht-Gasse wohne ich,
Ein Sieb-Dach ist über meinem Haupte,
Schimmel freut sich an den Wänden,
Gute Ritzen sind für den Regen da.

„Töte dich!" spricht mein Messer zu mir.
Im Kote liege ich;
Hoch über mir, in Karossen befahren
Meine Feinde den Mondregenbogen.

Albert Ehrenstein

26.11.2020, aktualisiert vom Juni 2005 (src)

Die Güte

einer Kultur besteht in der Möglichkeit, nein der Gewohnheit zur Selbstkritik. Wer sich immerzu feiern muß, ist zu meiden, wer sich immerzu kritisiert, ist das kleinere Übel. Das kann man den jeweiligen prägenden Tagesmedien problemlos abmerken.

23.11.2020, aktualisiert vom Januar 2008 (src)

Der ideale Staatsbeamte

ist ein Roboter, der auf das Grundgesetzt programmiert ist.

  • Damit fielen all die Menschen in der Polizei und den Ämtern weg, die da nur wegen ihrer politischen Einstellung dort sind.
  • Dmit fallen alle Menschen mit eigenem Wertesystem weg, das nichts mit der Verfassung zu tun hat.
  • Damit fielen alle teuren Pensionsansprüche weg, und der Staat hätte genug Geld für eine erhörgerühte Sozialhilfe.

Und jeder Staatsbürger könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen dafür nutzen, ein Mensch zu sein.

23.11.2020, aktualisiert vom August 2016 (src)

Die wunderbare Welt der Amélie

Lieben kann man nur jemand, der die Welt als ein Problem sieht, dem man nicht mit Schönheits-OPs beikommen kann. Heute abend muß man sich im TV für eins von beidem entscheiden.

23.11.2020, aktualisiert vom Dezember 2004 (src)

Ein Claude-Sautet-Film

Diese Claude-Sautet-Filme, die alle paar Jahre gezeigt werden,

  • sind sehr wundervoll und zeitlos immer wieder.
    • Das ist immer, wenn er selbst Geburtstag hat oder seine Hauptdarsteller Romy Schneider oder Michel Piccoli,
      • daß sie wieder gezeigt werden,
        • diesmal wegen Romy Schneider, die Geburtstag hätte.
    • Es sind die kühnen Aufbruchszeiten der unglücklichen 70er-Jahre.
23.11.2020, aktualisiert vom September 2018 (src)

Friedrich Merz zum Beispiel

Der Mensch hat immer Weltuntergangsängste

  • denn er weiß um sein eigenes Ende,
    • also er weiß es per se,
      • und es wird leichter für ihn, wenn er nicht alleine sterben muß.
  • und die Zerstörungswut vieler Gesellschaften
    • besteht eben genau darin.

Eschatologische Erwägung:

Der Mensch hat immer Weltuntergangsängste

  • denn er weiß um sein eigenes Ende,
    • also er weiß es per se,
      • und es wird leichter für ihn, wenn er nicht alleine sterben muß.
  • und die Zerstörungswut vieler Gesellschaften
    • besteht eben genau darin.
23.11.2020, aktualisiert vom November 2018 (src)

Und es bleibt dabei,

die Instinkte bedeuten alles, die Vernunft zählt nichts.

23.11.2020, aktualisiert vom Januar 2006 (src)

Die Wahrheit ist

  • (und es gibt sehr viele Wahrheiten),
    • daß die Menschen diese Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen sozialem Abstieg der Gebildeten und Festigung des Reichenstatus der Erbenden,
      • daß sie es geschehen lassen.
  • Und weil das so ist, mag man denken: diese Entwicklung hört nicht auf.
    • Am Ende sind wir nicht nur schuld am Elend der dritten Welt, wir erhalten auch unser eigenes Elend dadurch,
      • denn unsere falsche von der (CDU)-Politik vorangetriebenen Denkweise einer überall notwendigen Zweiklassengesellschaft, auch innerhalb unserer Gesellschaft, ist immer noch das wilhelminische Untertanen-Denken.
        • Heinrich Manns Unterta-Roman macht aus diesem notwendigen Erkenntnisgewinn ein Aneignungsvergnügen.
23.11.2020, aktualisiert vom August 2010 (src)

Geteiltes Leid

"Professioneller Umgang"

ist immer ein perverser, weil rein sachlich finanzieller Umgang,

  • der immer abseits des menschlichen Mitgefühls agiert.

Die Perversion beginnt immer da, wo ein zeitliches und statisches Verhalten eines Dienstleisters (Staat, Industrie, Wirtschaft, Mittelstands-Clans) gilt, und das Denken sich nur auf ein mächtiges egoistisches Machtziel richtet, während das Leben insgesamt beachtet werden müßte mit mehreren Nuancen.

In der Antike und im Mittelalter gab es zu allen Zeiten die Handwerker- oder Kaufmannsfamilien, aber immer auch die Kriege und dahinter immer den Tross.

  • und die waren im Gesamtverhalten genauso schlimm wie der heutige Tross.
23.11.2020, aktualisiert vom Dezember 2019 (src)

Willkommen

im neuen Leben.

23.11.2020, aktualisiert vom Januar 2009 (src)

Das Ding ausführen

Eine stark gefühlte Traurigkeit ohne jeden Anlass: das erinnert einen natürlich gleich an Georg Büchners Lenz

Im Gespräch stockte er oft, eine unbeschreibliche Angst befiel ihn, er hatte das Ende seines Satzes verloren; dann meinte er, er müsse das zuletzt gesprochene Wort behalten und immer sprechen, nur mit großer Anstrengung unterdrückte er diese Gelüste. Es bekümmerte die guten Leute tief, wenn er manchmal in ruhigen Augenblicken bei ihnen saß und unbefangen sprach und er dann stockte und eine unaussprechliche Angst sich in seinen Zügen malte, er die Personen, die ihm zunächst saßen krampfhaft am Arm faßte und erst nach und nach wieder zu sich kam. War er allein, oder las er, war's noch ärger, all' seine geistige Tätigkeit blieb manchmal in einem Gedanken hängen; dachte er an eine fremde Person, oder stellte er sie sich lebhaft vor, so war es ihm, als würde er sie selbst, er verwirrte sich ganz und dabei hatte er einen unendlichen Trieb, mit Allem um ihn im Geist willkürlich umzugehen; die Natur, Menschen, nur Oberlin ausgenommen, Alles traumartig, kalt; er amüsierte sich, die Häuser auf die Dächer zu stellen, die Menschen an- und auszukleiden, die wahnwitzigsten Possen auszusinnen. Manchmal fühlte er einen unwiderstehlichen Drang, das Ding auszuführen, und dann schnitt er entsetzliche Fratzen.

23.11.2020, aktualisiert vom Juli 2017 (src)

Herr Doktor, das ist schön von Euch.

Es gibt nichts Harmloses mehr. Die kleinen Freuden, die Äußerungen des Lebens, die von der Verantwortung des Gedankens ausgenommen scheinen, haben nicht nur ein Moment der trotzigen Albernheit, des hartherzigen sich blind Machens, sondern treten unmittelbar in den Dienst ihres äußersten Gegensatzes. Noch der Baum, der blüht, lügt in dem Augenblick, in welchem man sein Blühen ohne den Schatten des Entsetzens wahrnimmt; noch das unschuldige Wie schön wird zur Ausrede für die Schmach des Daseins, das anders ist, und es ist keine Schönheit und kein Trost mehr außer in dem Blick, der aufs Grauen geht, ihm standhält und im ungemilderten Bewußtsein der Negativität die Möglichkeit des Besseren festhält. Mißtrauen ist geraten gegenüber allem Unbefangenen, Legeren, gegenüber allem sich Gehenlassen, das Nachgiebigkeit gegen die Übermacht des Existierenden einschließt. Der böse Hintersinn des Behagens, der früher einmal auf das Prosit der Gemütlichkeit beschränkt war, hat längst freundlichere Regungen ergriffen. Das Zufallsgespräch mit dem Mann in der Eisenbahn, dem man, damit es nicht zu einem Streit kommt, auf ein paar Sätze zustimmt, von denen man weiß, daß sie schließlich auf den Mord hinauslaufen müssen, ist schon ein Stück Verrat; kein Gedanke ist immun gegen seine Kommunikation, und es genügt bereits, ihn an falscher Stelle und in falschem Einverständnis zu sagen, um seine Wahrheit zu unterhöhlen. Aus jedem Besuch des Kinos komme ich bei aller Wachsamkeit dümmer und schlechter wieder heraus. Umgänglichkeit selber ist Teilhabe am Unrecht, indem sie die erkaltete Welt als eine vorspiegelt, in der man noch miteinander reden kann, und das lose, gesellige Wort trägt bei, das Schweigen zu perpetuieren, indem durch die Konzessionen an den Angeredeten dieser im Redenden nochmals erniedrigt wird. Das böse Prinzip, das in der Leutseligkeit immer schon gesteckt hat, entfaltet sich im egalitären Geist zu seiner ganzen Bestialität. Herablassung und sich nicht besser Dünken sind das Gleiche. Durch die Anpassung an die Schwäche der Unterdrückten bestätigt man in solcher Schwäche die Voraussetzung der Herrschaft und entwickelt selber das Maß an Grobheit, Dumpfheit und Gewalttätigkeit, dessen man zur Ausübung der Herrschaft bedarf. Wenn dabei, in der jüngsten Phase, der Gestus der Herablassung entfällt und Angleichung allein sichtbar wird, so setzt gerade in solcher vollkommenen Abblendung der Macht das verleugnete Klassenverhältnis um so unversöhnlicher sich durch. Für den Intellektuellen ist unverbrüchliche Einsamkeit die einzige Gestalt, in der er Solidarität etwa noch zu bewähren vermag. Alles Mitmachen, alle Menschlichkeit von Umgang und Teilhabe ist bloße Maske fürs stillschweigende Akzeptieren des Unmenschlichen. Einig sein soll man mit dem Leiden der Menschen: der kleinste Schritt zu ihren Freuden hin ist einer zur Verhärtung des Leidens.

Theodor Adorno

23.11.2020, aktualisiert vom November 2017 (src)

* Die romantische Liebe

ist unteilbar, weil es die Liebe zu Gott bedeutet,

  • allerdings in der Form eines heterosexuellen Gegenübers auf der hiesigen Erde.
  • Menschen können mehrere andere Menschen zugleich lieben, sie müssen es nur in ihrer Sprache bereden können,
    • wenn es nicht mit allzuviel Verletzung einhergehen soll.
      • aber es ist ja selten ein Gott dabei.
  • Wobei der christliche Gott ja immer aus drei Teilen besteht.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180329.html

23.11.2020, aktualisiert vom März 2018 (src)

Schaltjahrmitleid

Der Mensch wird zwar an einem gewissen Tage, an einem gewissen Datum geboren, allein sein Eintritt in die Welt, sein erster Atemzug ist das Werk eines Augenblicks. In diesem Punkt von Zeit steht die Sonne in einem gewissen Punkt der Eklipik. Er wird also genau ein Jahr alt sein, wenn die Sonne das nächste Mal wieder in demselben Punkt der Eklipik steht, und der bürgerliche Tag, in welchen jener Zeitpunkt fällt, ist der Geburtstag des Menschen im eigentlichen Verstande, er heiße nun übrigens im Kalender, wie er wolle. Dieses ist, dünkt mich, sehr klar. Das Problem: wann soll ich meinen Geburtstag feiern, wenn ich am 29. Februar geboren bin

Georg Christoph Lichtenberg

23.11.2020, aktualisiert vom Februar 2012 (src)

Verrückte Dinge tun,

das ist was für Spießer, die glauben, sie hätten einen Bedarf dafür.

  • Aber eher ist das verrückt, was alle tun,
    • denn das verändert die Welt

nicht zum Bösen und Schlechten,

  • sondern zur Idee einer Demokratie der dämlichen Leute,
    • die allesamt ein Gespür für Vernunft und Schönheit hätten.

Aber so, wie es ist, ist es auch ganz ganz herrlich verrückt.

23.11.2020, aktualisiert vom Mai 2017 (src)

Vom Acker

  • Der Antrieb, auf Castingshow- und Radiomusik zu verzichten,
    • um in eine andere von der heutigen Kontextkultur verschiedene Reißaus zu nehmen, führt zwangsläufig in die Vereinzelung und Sonderlichkeit.
  • Und wenn dann schon alles egal ist, wieso nicht mal wieder Jazz hören?
    • Das klingt ja alles gleich, so wie auch alle Autos gleich aussehen. Aber nur solange, bis man das bekommt, was für jeden Geschmack unerläßlich ist: nämlich Überdrußerscheinungen.
      • Überdruß ist das Zauberwort für das Finden des eigenen Geschmacks: er führt einen dorthin, wo er sich nicht langweilt, also aus dem Grenre komplett hinaus, oder zu den Schönheiten des Genres hin.
        • Die Art des Menschen, nicht beliebig Glück empfinden zu können, resultiert in der Erfahrung, allzuoft Überdruß zu empfinden, gerade bei den künstlerischen Darbietungen, die allzuoft gleichgültig bleiben.
          • Dennoch erhalten sich uralte Kunstsparten, die keiner mehr mag, aus Gründen der politischen Zuschüsse und der Kinder, die immerzu wieder die Clowns nicht leiden können aber sehen müssen, und deswegen wird es immer Clowns geben.
            • Das Zirkuswesen insgesamt ist eine Sparte der Kunst geworden, die als Grusical existiert, aber kommen wir zurück zur Jazz-Musik.
      • Gleich klingt nämlich garnichts, und wenn man sich in die fremde Zeit quantitativ mehr als qualitativ eingehört hat, kommt man auf den Geschmack.
  • Die Motivation, historische Jazzmusik zu hören, bedingt die Einlassung auf soziale Geschichtlichkeit, aus der jede Kultur sowieso wie Grünspan wächst.
    • Am Anfang war der Acker, wahlweise auch der Gottesacker, und die anfangs gespielten Trauer- und religiösen Traditionals waren so sehr Programmmusik zur Lebenswirklichkeit, daß sie mir völlig fremd bleiben.
    • Erst die starke Intellektualisierung der Nach-Swing-Ära, und die starke Hinwendung zu einer sich urban freimachenden Kunstgattung in ihrer unbegrenzten Vielfalt, eröffnet ein Pandämonium an Formen, Instrumentalisierungen, Charakteren der Stile und der Personen der Musiker.
  • Das Einhören dauert so lange wie das Einleben, ein historischer Roman ist schneller durchgelesen als diese erstinstanzlichen Kulturgebärden der Zeit selbst zu studieren.
    • Kultur ist auch immer der Versuch, die eigene Zeit möglichst erfreulich zu verbringen, und das darf sehr lange anhalten.
    • Es ist ja keine effektiv zu leistende Arbeit.
  • Sich in kultureller Abwendung der eigenen Zeit eine eigene neue zu erobern, sich quasi auf Widerruf davonzumachen in eine geschichtliche Altternativkultur, ist eines der wunderbaren Mittel, die die technische Reproduzierbarkeit und anheimstellt.
    • Hier ist auch der Hauptunterschied zu klassischen Musik, bei der der geschichtliche Rücklauf schon ins Ideengeschichtliche reicht, und der Anspruch der Dirigenten an ihre Eitelkeit und Originalität der Interpretation stark begünstigt.
  • Und endlich, nach etlichen Jahren der Ablenkung im dunkeln Pfuhl der geschichtlich hinterlassenen Ex-Hochkultur, mag man als Kontrast die jetzige wieder erleben können.
    • aus dem Blickwinkel des historisch gebildeten Hörers kann man jetzt mit dem Ohr die Sphären singen, die Nerven stimmen und die Flöhe husten hören.
23.11.2020, aktualisiert vom August 2016 (src)

Krieg

Krieg ist zuerst die Hoffnung, daß es einem besser geht, hierauf die Erwartung, daß es einem nicht schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, des es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, daß es beiden schlechter geht.

Karl Kraus

23.11.2020, aktualisiert vom April 2020 (src)

Vervielfältigung

ist insofern ein Fortschritt, als sie die Verbreitung des Einfältigen ermöglicht.

( Karl Kraus, "Beim Wort genommen")

23.11.2020, aktualisiert vom Mai 2005 (src)

Was die baldige Bundestagswahl betrifft,

da tritt ja nun so langsam die heiße Farce ein.

23.11.2020, aktualisiert vom August 2013 (src)

Ein gutes Jahr.

Was für ein schöner Film. und was für eine falsche Sicherheit

  • des guten Lebens.

Aber was ein gutes Leben ist, bleibt ein ewiges Geheimnis.

23.11.2020, aktualisiert vom Juli 2014 (src)

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Created: 2020-12-02 Mi 23:12

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