· Philosophischer Nacht- und Sonntagsdienst ·

Poetischer Nihilismus

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Das Paar

Kürzlich langweilte ich mich im Alten Schauspielhaus bei dem Theaterstück Der Tod des Handlungsreisenden von Arthur Miller fast zu Tode, während seiner dahinfließenden Unaufdringlichkeit hatte ich genügend Zeit, über den Autor nachzudenken. Besonders gut schnitt der Mann dabei natürlich nicht ab.

Dies mag schon während mancher Aufführung von manchem, der im Dunkeln saß und gelangweilt auf die hellerleuchteten Bühnendialoge blickte, gedacht worden sein: Millers künstlerische und solide Unbedarftheit, die einem Amerikaner gut ansteht und einem Europäer schnell ins Auge springt, hätte ihn weniger in den Rang des repräsentativen Intellektuellen der sechziger Jahre erheben können, als es seine Aufsehen erregende Heirat mit der immer noch repräsentativen Schönheit der Marilyn Monroe vermochte. Diese Heirat aber des Stückeschreibers Arthur mit der Filmschauspielerin Marilyn gilt als Paradigma von Schönheit, die sich mit der Intelligenz verbindet, bis in unsere Tage; es gibt kein neueres; der vollendete Zusammenschluß von Körper und Geist, der die überkommene Vorbildhaftigkeit antiker Statuen ablöst und den Werkstoff Marmor endlich gegen die wirksameren Materialien Hochglanzpapier und Zelluloid eintauscht, ist das immer noch moderne Ideal. Gäbe es einen Mythos von Eros und Psyche in der postmythischen Zeit, das wäre er.

Aufgrund dieser inzwischen historischen Mixtur von Miller und Monroe hält sich der geistige Teil, - das ist unter anderem Der Tod des Handlungsreisenden-, bis heute auf den Spielplänen und kann weiter nebenbei einer öden und schal gewordenen Humanität frönen.

Aber es ist seltsam, wie Qualität gewonnen wird durch das Zusammenbringen von Blondheit und Denkertum, so unvollkommen beides für sich genommen auch sein mag. Denn natürlich ist Marilyn Monroe nicht die schönste Frau der sechziger Jahre und schon gar nicht die begabteste Schauspielerin. Und Arthur Miller ist, entgegen den Behauptungen der Kritik, keineswegs ein literarisches Genie. Aber beide zusammen, auf einem Photo, in einem offenen Auto, in ihrer Eigenschaft als Sexsymbol und Erfolgsschriftsteller, bewirken eine ungeheure Suggestion vom höchsterreichbaren Glück. Noch in unserer Zeit fühlen sich viele Schönheitsköniginnen dem spröden Charme von Stubenhockern verpflichtet, nur weil sie an diese Harmonie der Sphären glauben, die ausgerechnet in den sechziger Jahren von ausgerechnet Amerikanern vorbestimmt wurde.

Ich hielt mich dank solcher Überlegungen ganz gut bis zum Schluß des Stückes, welches selbstverständlich von einem amerikanischen Vater-Sohn-Konflikt handelte. Na gut. Nach einem höflichen, doch knappen Schlußapplaus, strich sich Marcia, die ich übrigens für diesen Abend gewinnen konnte, und die sich im Gestühl neben mir träge geräkelt hatte, ihre blonden Haare nach hinten und fragte mich, ob wir nicht noch etwas trinken gehen sollten, nach all dem Durchgestandenen, etwa in die "Bar le théatre" nahe der Königsstrasse und unseres Autos. Wir schlenderten dorthin, durch die belebte Fußgängerzone, und ich fühlte mich verpflichtet, uns den Weg durch einige wohlgesetzte Kommentare zu der erlebten Theateraufführung zu verkürzen, was aber mich selbst mehr amüsierte als Marcia. Immer hatte ich das Problem, nicht so mondän scheinen zu können wie sie es war.

Später tranken wir Rotwein, den uns der Ober in dem halbleeren Café rasch herbeibrachte, und Marcia erzählte mir von ihrer neuen Lieblingsmusik, einem "total abgefahrenen Techno-Album" von der Gruppe X. Das sei "brutal tanzbar" und es habe einen durchlaufenden "Mörderbass", der einem direkt in die Eingeweide fahre. Mit einer vernünftigen Lightshow könne man sich auf diese Musik ziemlich edel in eine dezente Ekstase tanzen, und das sei unter uns gesagt ein anderes Vergnügen als so ein Abend im Schauspielhaus. Ich war schon einmal vor längerem mit Marcia in einer Discothek gewesen und mußte zugeben, daß sie beim ekstatischen Tanzen freilich keine schlechte Figur machte. Es gibt also ein ganz objektives Amüsiergefälle zwischen Theater und Musikbetrieb, dachte ich bei mir. Und natürlich kannte ich diese neue Techno-Gruppe ebenfalls und bestätigte, daß deren Musik sehr hörbar sei. Ich würde aber vermutlich alles bestätigen, was Marcia sagt, wenn sie nur indessen mit dieser bestimmten Geste ihre blonden Haare aus der Stirn striche.

Dies tat sie des öfteren, als ich, ein wenig animiert vom Rotwein, gesprächsweise die folgende Theorie entwickelte: Die Anziehungskraft des Ehepaares Monroe/Miller sei restlos veraltet, sowohl was die ästhetische als auch die künstlerische Seite betreffe. Man müsse sich endlich neue Paradigmen suchen, die einfach mehr reinhauten, aber trotzdem ähnliche Chancen auf Popularität besäßen. Gewiß würde solche Kritik nicht an der Blondheit Marilyn Monroes ansetzen, was immer etwas äußerst hinreißendes sei, eher schon an dem Beruf der Schauspielerin. Der Ruhm, der in dieser Branche zu erwerben sei, habe kaum noch das geheimnisvolle Flair wie in den früheren Zeiten, sondern sei denkerisch weitgehend erschlossen und liege nun, aufgrund der bekannten und deftigen Kritik an der Kulturindustrie, eher glanzlos da. Die Monroe sei das Symbol des seichten Unterhaltungsfilmes, und eben der Unterhaltungsfilm sei das z. B. von Adorno geprügelte Beispiel einer dekadenten und verlogenen Unterhaltungsmaschinerie. "Erfolgreiche Filmschauspieler sind auch nicht mehr das, was sie mal waren!" sagte ich und Marcia schaute mich zweifelnd, aber durchdringend an. Sie sagte: "Na, und was ist mit Depardieu und Philippe Noiret? Oder was ist mit den großen amerikanischen Stars, von denen doch einer berühmter ist als der andere. Zum Beispiel Arnold Schwarzenegger…"

Ich schwieg eine Minute und sprach dann weiter: "…oder Michelle Pfeiffer. Du hast natürlich schon recht. Aber ich bleibe dabei, daß der soziale Rang der Schauspielerei nicht mehr diesen Glanz verbreitet wie in den sechziger Jahren. Größeres Prestige und mehr öffentliche Zuwendung genießen in unseren neunziger Jahren die großen Stars der Musikszene. Was ist Noiret gegen Madonna? Was unter uns gesagt nichts daran ändert, daß Popularität als solche immer mehr in den Ruch der Dämlichkeit gerät, egal in welchem Bereich sie stattfindet. In unserer öffentlichen Welt ist der öffentliche Mensch etwas durch und durch verwerfliches geworden. Aber dennoch: wenn schon unbedingt populär sein, dann doch bitte als Musiker. Da ist wenigstens noch ein bißchen Magie, durchmischt mir Scharlatanerie und ziemlich viel Erotik, nicht wahr? Und verbringt nicht ein normaler Mensch mehr Zeit damit, Musik zu hören und darüber zu sprechen, als über Filme. Denn freilich befindet man sich häufiger in der Nähe eines Radios als im Kino. Daß kaum einer mehr in der Lage ist, geistreich über solche kulturellen Dinge zu sprechen, mit denen man doch Großteile seines Tages zubringt, beweist schon die annähernde Ausschließlichkeit, mit der die Musikkultur rezipiert wird. Es gibt inhaltliche Kinokritiken, aber kaum inhaltliche Musikkritiken. In diesem Bereich herrscht Sprachlosikgeit, was aber eben für diesen Bereich spricht. Es gibt ja kaum noch Vergleichsmöglichkeiten zwischen der populären Musik und was für anderen Dingen eigentlich? Es gibt keine Vergleiche! Die Musikindustrie in ihrer Unangreifbarkeit ist viel absoluter geworden als die Filmindustrie je war. Das mag daran liegen, daß Musik eben weit schwieriger verbal zu erfassen ist, als eine Filmhandlung. Die Zeitschriften mögen leichter Kritiker für´s Filmfeuilleton finden als fürs Musikgeschehen, also ist ihnen und damit der Kultur der Film immer noch näher. Es gibt den anarchischen und äußerst anziehenden Zustand der Wortlosigkeit in der Musikkultur. Die Jugendlichen, die durch jedes geschriebene Wort schon wieder an ihre Geißel Schule oder Ausbildung erinnert werden, lassen sich solch eine Verbalisierung und Vergeistigung, wie sie im Filmgewerbe üblich geworden ist, nicht bieten. Sie vergnügen sich lieber wortlos in der Musik und genügen sich in der gegenseitigen Versicherung, daß diese oder jene Musik echt super sei. Welche Freiräume des Gefühls in dieser simplen Versicherung! Und was braucht es auch mehr zum Ausdruck des Nicht-Allein-Seins-in-der-Welt?

Somit sei also als moderne Göttin solch eines Lebensgefühls eine schöne, natürlich hellhaarige Musikerin genommen, mit verspielten Locken und einem schönen Lächeln, Marcia."

Der Ober kam und wir bestellten noch Wein. Marcia dehnte sich in ihrem Kleid und erzählte mir von den Schwierigkeiten, eine angemessene Kleidung zu einem angemessenen Preis zu finden, und daß Strickröcke noch immer eine gute Alternative seien, wenn man ins Theater ginge. Ja, eben bei solchen Theaterabenden wie heute habe sie einige Energie aufwenden müssen, eine gemäße Hülle zu finden. Sie lächelte durch mich hindurch an, als sie die übergeschlagenen Beine träge durchtauschte. Ich hatte große Mühe, den Faden wieder zu finden, und über dieser Mühe vergaß ich den Strickrock.

"Wenn wir nun also die künstliche Schönheit und zweifelhafte Sängerin Madonna mit Deiner Erlaubnis als das populäre Paradigma ansetzen wollen, deren Perfektion in allen Aussehensdingen uns beide entsetzt und deren Reichtum uns lächeln macht; die jetzt allgegenwärtig ist und in wenigen Jahren schon wieder ganz und gar vergessen sein wird, dann wollen wir uns instinktiv nicht nur an weniger Künstliches und weniger Befremdendes halten, sondern dann wollen wir auch was Passendes aus dem Denkerreich entnehmen, um unsere imaginäre Hochzeit perfekt zu machen, dozierte ich. Damit meine ich, logo, keine der schillernden Schriftstellerpersönlichkeiten wie Peter Handke oder Botho Strauss, sondern einen richtigen Intellektuellen, ein echts Gscheitle. Dummerweise fällt mir da im Augenblick überhaupt kein Zeitgenosse ein, sondern bloß der Claude Levi-Strauss, der allein vom Namen her bis heute ungeschlagen ist und auch sonst eine ganz zutreffende Wahl für unsere Belange sein mag. Dieser Mann ist Dir doch ein Begriff? Natürlich, wieso frage ich überhaupt? Du studierst ja Romanistik!

Im Vergleich mit Arthur Miller ist Levi-Strauss ein ganz ausgebuffter Denker aber so was von einem anderen Kaliber. Während Arthur immer noch an Vater-Sohn-Beziehungen rumknobelt, schiebt Claude schon längst mit der Gesamtheit aller dieser Konflikte die erstaunlichsten Erkenntnisse. Als Strukturalist der ersten Garde liefert er neue Wortfelder, die eine so intelligente Abstraktion ermöglichen, wie es das letzte Mal nur mit dem Aufkommen der Dialektik geschehen konnte. Tscha, und hier hätten wir ja auch gleich eine Möglichkeit der Annäherung zwischen ihm und Frau Madonna. Denn eine strukturalistische Betrachtung der Popmusik könnte uns ja solche Begriffe an die Hand geben, die wir so nötig brauchen, wenn wir dem Jugendslang entfliehen wollen: Begriffe aber, die wir noch nicht besitzen. Hier wäre eine intelligente Abstraktion, wie sie Claude Levi-Strauss in seiner "Mythologica" oder in "Das wilde Denken" vorführt, in ihrem Element. Denn abstrahierte Musik bedeutet ja zugleich eine Konkretion des Sprachlichen. Madonnas Musik könnte eine Aufwertung durch Claudes Denken erreichen und andererseits könnten all die ungenutzten neuen Wortschätze, die in Madonnas Musik liegen, endlich geborgen werden und in den ihnen zustehenden Hafen der Musik würdig einfahren."

Die blonde Romanistikstudentin tauschte ihre übereinander geschlagenen Beine durch und ich nahm daraufhin einen unkonzentrierten Schluck Rotwein.

Schließlich sprach mein Gegenüber: "Da hast du dich jetzt aber ganz schön in was verrannt. Aber nichtsdestoweniger habe ich dir interessiert zugehört und deine Partnervermittlungsgedanken wohlwollend geprüft. Nun sind dir aber ziemlich viele Fakten échappiert, zum Beispiel der, daß es ja nicht nur die von uns geliebte Techno-Musik gibt, zu der die Pop-Sängerin Madonna freilich nicht gehört, sondern auch noch die herkömmlichen Formen der Orchestermusik. Als ich das letzte Mal bei Freunden in Paris war, hat man mich auf ein Violinkonzert mit Anne-Sophie Mutter eingeladen, die dort gastierte. Und meine Begleiter hatten durchaus die passenden Worte für diese Art der Musik parat. Es gibt also längst einen rationalen Jargon der Empfindsamkeit für große Teile der Musik. Aber moderne Popmusik, die nur wenige Wochen in Mode bleibt und dann durch einen neuen moderneren Stil abgelöst wird, ist zu wechselhaft, als daß sich jedesmal ein ordentliches Wortfeld dafür herausbilden könnte. Also wenn du mich fragst, dann würde ich eher die Anne-Sophie Mutter dem Claude Levi-Strauss beigesellen, denn das wäre eine Musik, die dem strukturalistischen Denken eine adäquatere Aufgabe bereitet. Außerdem wäre unser modernes Traumpaar ein wenig zeitloser, sprich haltbarer geraten. Wenn Du schon auf die Existenz von Mythen anspielst, deren Untersuchung sich Herr Levi-Strauss zur Aufgabe gemacht hat, dann mußt Du auch diejenige Musik nehmen, deren Tradition soweit zurück reicht, daß ein Sprechen vom Mythos überhaupt gerechtfertigt ist. Und Techno-Musik als neueste Abart des Musikalischen wird kaum einen Bezug auf Mythisches erlauben."

"Gewiß hast Du recht, was die Wahl der Frau Mutter angeht", sagte ich, "aber glaubst Du nicht doch, daß sie mit ihrem realen Ehemann, einem arrivierten Prominentenanwalt, dann doch besser beraten ist, auch imagemäßig, innerhalb ihrer Weltanschauung zu verbleiben und nicht Neues aus ihrer Existenz zu schaffen? Denn die Verbindung von klassischer Musik und Intellektualismus ist denn doch inzwischen ein wenig sehr konventionell. Und außerdem möchte ich bezweifeln, daß die Phraseologie der klassischen Musikberichterstattung sehr hilfreich bei der Aufgabe ist, die Musik selbst verständlicher zu machen. Womit ich natürlich nichts gegen deine Bekannten gesagt haben will. Aber bis auf die Schriften von Adorno oder Max Weber gibt es nicht allzu viel an Gegrübel, das diese Aufgabe seriös löst. Ich halte die Umwandlung von musikalischen Gehalten in sprachliche auch in der klassischen Musik für ein äußerst schwieriges Unternehmen. Da gefällt es mir schon besser, wenn die Wirklichkeit die hohe Virtuosenkunst der Töne in die Nähe des virtuosen Gelderwerbs rückt, wie bei Anne-Sophie Mutter und ihrem angetrauten Prominentenanwalt.

Und eine Verbindung von Geld und moderner Musik würde uns wohl auch schon wieder langweilen, auch wenn sie noch so angebracht wäre. Nun denn, ich bleibe also bei meiner Synthese von blondem Gift und ausgebufftem Denken. Und in das ausgebuffte Denken hinein nehme ich die Vermutung, daß, um nochmal auf die Mythen zurückzukommen, die fortgeschrittene elektronische Musik mehr Bezug hat zur archaischen Zeit als die durchrationalisierte Orchestermusik. Die primitiven Rhythmen und Klänge unserer Ahnen sind uns in den Instinkt eingegangen und jederzeit abrufbar, während doch der Genuß eines Bachschen und Anne-Sophischen Violinkonzertes ziemlich sehr von unserer humanistischen Bildung abhängt, nicht? Madonna kann eben doch bloß von Einem richtig erkannt werden, der nicht nur ihren Augenblickserfolg liebt, sondern auch ihre freche und dreiste Art würdigt, mit christlich-moralischen und zugleich archaisch-primitiven Mythen zu spielen."

Marcia schaute mich zweifelnd an, warf einen Blick auf die Uhr.

Ich fragte sie, ob ich sie heimbringen solle, denn es sei ja nicht mehr ganz früh. Oder ob sie noch Lust habe auf ausgedehntere Unterhaltung. Der Ober kam an unserem Tisch vorbei und sie bestellte bei ihm einen Kaffee. Ich rief ihn zurück und bestellte mir auch einen.

"Okay, Claude" sagte meine Begleiterin nach kurzem Zögern und indem sie ihre Haare nach hinten strich, "laß uns anschließend noch ein wenig tanzen gehen."

Die Sonne

Phantasie steht auf den Stufen
Und blickt bittend nach mir hin,
Scheinet lockend mich zu rufen,
Bietend herrlichen Gewinn.

Clemens Brentano

Deine Seele, die die meine liebet.

Ein alter Tibetteppich

Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.

Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küßt dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?

Else Lasker-Schüler

Du wirst es bereuen

Heirate, du wirst es bereuen; heirate nicht, du wirst es auch bereuen; heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen; entweder du heiratest oder du heiratest nicht, du bereust beides. Lache über die Torheiten der Welt, du wirst es bereuen; weine über sie, du wirst es auch bereuen; lache über die Torheiten der Welt oder weine über sie, du wirst es beides bereuen; entweder du lachst oder du weinst über die Torheiten de Welt, du bereust beides. Trau einem Mädchen, du wirst es bereuen, traue ihr nicht, du wirst es auch bereuen; trau einem Mädchen oder traue ihr nicht, du wirst beides bereuen; entweder du traust einem Mädchen oder du traust ihr nicht, du wirst beides bereuen. Erhänge dich, du wirst es bereuen, erhänge dich nicht, du wirst es auch bereuen, erhänge dich oder erhänge dich nicht, du wirst beides bereuen; entweder du erhängst dich oder du erhängst dich nicht, du wirst beides bereuen.

Sören Kierkegaard

10. Juni 2017

24.09.2020, aktualisiert vom September 2020 (src)

Junge Leute aus den niederen Ständen

Frau von Rênals Stirnrunzeln, oder vielmehr sein Ärger über seine Unvorsichtigkeit, war der erste Schlag gegen Julians Traumwelt. »Luise ist lieb und gut«, sagte er sich. »Sie ist stark verliebt in mich. Aber sie ist im feindlichen Lager erzogen. Diese Aristokraten müssen ja Angst haben vor jedem herzhaften Mann, der eine gute Bildung, aber nicht genug Geld hat, Karriere zu machen. Was würde aus all den Adligen, wenn uns Plebejern die Möglichkeit gegeben wäre, mit gleichen Waffen auf den Kampfplatz zu treten? Ich zum Beispiel, wenn ich Bürgermeister von Verrières wäre, ich, ein Idealist und ein redlicher Mensch (letzteres ist ja Rênal im Grunde auch!) … ich wollte diese Spitzbuben bald an die Luft gesetzt haben, diesen Vikar, diesen Valenod und wie sie alle heißen! Die Gerechtigkeit sollte in Verrières triumphieren! Die geistigen Fähigkeiten dieser Leute würden mir keine Hindernisse bereiten. Das Pulver haben sie alle miteinander nicht erfunden!«

Julians Glück war an diesem Tage nahe daran, beständig zu werden. Er brauchte nur offen und natürlich zu sein. Er hätte den Mut haben müssen, eine Schlacht zu liefern und dies auf der Stelle. Frau von Rênal war über Julians Rede zunächst betroffen, weil sie durch Mitglieder ihrer Gesellschaftsklasse oft hatte behaupten hören, das Emporkommen eines zweiten Robespierre wäre sehr wohl möglich, da so viele junge Leute aus den niederen Ständen viel zu viel Bildung hätten.

Frau von Rênals Verhalten blieb kühl. Julian kam es sogar außerordentlich kühl vor. In Wirklichkeit gesellte sich zu ihrem Abscheu vor Julians rebellischen Worten der Kummer, ihm ungewollt etwas Häßliches gesagt zu haben. Dieses Unbehagen spiegelte sich in ihrem Gesicht, das so voll Sonne und Unschuld war, wenn sie sich glücklich und dem Alltag fern wähnte.

Stendhal - Rot und Schwarz

Der Leidermann

Der Leiermann

Drüben hinterm Dorfe
Steht ein Leiermann
Und mit starren Fingern
Dreht er, was er kann

Barfuß auf dem Eise
Wankt er hin und her;
Und sein kleiner Teller
Bleibt ihm immer leer

Keiner mag ihn hören
Keiner sieht ihn an;
Und die Hunde knurren
Um den alten Mann

Und er läßt es gehen
Alles, wie es will
Dreht, und seine Leier
Steht ihm nimmer still

Wunderlicher Alter
Soll ich mit dir gehn?
Willst zu meinen Liedern
Deine Leier drehn?

Der Leiermann

Lob der verkehrten Lebensweise

Ich hatte die traurigen Folgen einer normalen Lebensweise, mit der ich es eine Zeitlang versuchte, nur zu bald an Leib und Geist zu spüren bekommen und beschloß, noch einmal, ehe es zu spät wäre, ein unvernünftiges Leben zu beginnen. Nun sehe ich die Welt wieder mit jenen umflorten Blicken, die einem nicht nur über die Wirklichkeit der irdischen Übel hinweghelfen, sondern denen ich auch manch eine übertriebene Vorstellung von den möglichen Lebensfreuden verdanke. Das gesunde Prinzip einer verkehrten Lebensweise innerhalb einer verkehrten Weltordnung hat sich an mir in jedem Betracht bewährt. Auch ich brachte das Kunststück zuwege, mit der Sonne aufzustehen und mit ihr schlafen zu gehen. Aber die unerträgliche Objektivität, mit der sie alle meine Mitbürger ohne Ansehen der Person bescheint, allen Mißwachs und alle Häßlichkeit, entspricht nicht jedermanns Geschmack, und wer sich beizeiten vor der Gefahr retten kann, mit klaren Augen in den Tag dieser Erde zu sehen, der handelt klug, und er erlebt die Freude, darob von jenen gemieden zu werden, die er meidet. Denn als der Tag sich noch in Morgen und Abend teilte, wars eine Lust, mit dem Hahnenschrei zu erwachen und mit dem Nachtwächterruf zu Bett zu gehen. Aber dann kam die andere Einteilung auf, es ward Morgenblatt und es ward Abendblatt, und die Welt lag auf der Lauer der Ereignisse. Wenn man eine Weile zugesehen hat, in wie beschämender Art sich diese vor der Neugierde erniedrigen,wie feige sich der Lauf der Welt den gesteigerten Bedürfnissen der Information anpaßt und wie schließlich Zeit und Raum Erkenntnisformen des journalistischen Subjekts werden - dann legt man sich aufs andere Ohr und schläft weiter. "Nehmt, müde Augen, eures Vorteils wahr, den Aufenthalt der Schmach nicht anzusehn!"

Darum schlafe ich in den Tag hinein. Und wenn ich erwache, breite ich die ganze papierene Schande der Menschheit vor mir aus, um zu wissen, was ich versäumt habe, und bin glücklich. Die Dummheit steht zeitlich auf, darum haben die Ereignisse die Gewohnheit, vormittags zu geschehen. Bis zum Abend kann immerhin noch manches passieren, aber im allgemeinen fehlt dem Nachmittag die lärmende Betriebsamkeit, durch die sich der menschliche Fortschritt bis zur Stunde der Fütterung seines guten Rufs würdig zeigen will. Der richtige Müller erwacht erst, wenn die Mühle stillesteht; und wer mit den Menschen, deren Dasein ein Dabeisein ist, nichts gemein haben will, steht spät auf. Dann aber gehe ich über die Ringstraße und sehe, wie sie einen Festzug vorbereiten. Vier Wochen hallt der Lärm, wie eine Symphonie über das Thema von dem Geld, das unter die Leute kommt. Die Menschheit rüstet zu einem Feiertag, die Zimmermeister schlagen Tribünen und die Preise auf, und wenn ich bedenke, daß ich all die Herrlichkeit nicht sehen werde, beginnt auch mein Herz höher zu schlagen. Führte ich noch die normale Lebensweise, so hätte ich wegen des Festzugs abreisen müssen; nun kann ich dableiben und sehe trotzdem nichts. Ein alter König bei Shakespeare winkt ab: "Macht kein Geräusch, macht kein Geräusch; zieht den Vorhang zu! Wir wollen des Morgens zu Abend speisen." Ein Narr, der die Verkehrtheit dieser Weltordnung bestätigt, setzt hinzu: "Und ich will am Mittag zu Bette gehen." Wenn aber ich am Abend frühstücken werde, wird alles vorbei sein, und aus den Zeitungen erfahre ich bequem die Zahl der Sonnenstiche.

Alle größeren Unglücksfälle geschehen am Vormittag; so bewahre ich mir den Glauben an die Vortrefflichkeit der menschlichen Einrichtungen. Doch in den Abendblättern steht nicht nur was geschehen ist, sondern auch wer dabei war, man fühlt sich in eine sichere Entfernung von einer Brandstätte gerückt und bat dennoch Gelegenheit, die Häupter jener Lieben zu zählen, die rechtzeitig u. a. bemerkt wurden, so daß kein einziges fehlt. Man mache sich die Verwandlung des Weltenraumes in einen lokalen Teil zunutze, so gut man kann, man bediene sich des Verfahrens, das unter dem Namen Zeitung eine Konserve der Zeit herstellt. Die Welt ist häßlicher geworden, seit sie sich täglich in einem Spiegel sieht, darum wollen wir mit dem Spiegelbild vorlieb nehmen und auf die Betrachtung des Originals verzichten. Es ist erhebend, den Glauben an eine Wirklichkeit zu verlieren, die so aussieht, wie sie in den Zeitungen beschrieben wird. Wer den halben Tag verschläft, hat das halbe Leben gewonnen.

Alle größeren Dummheiten geschehen am Vormittag: der Mensch sollte erst erwachen, wenn die Amtsstunden zu Ende sind. Er trete nach Tisch ins Leben hinaus, wenn es frei von Politik ist. Daß auch die Attentate vormittags geschehen, wird er allerdings nicht aus den Abendblättern entnehmen können; denn sie werden zumeist auch von den Korrespondenten verschlafen. Es gibt eine Zeitung, die einen Vertreter nach dem andern nach Paris schickte, um die Attentate auf die Präsidenten rechtzeitig zu erfahren; und siehe da, ein Präsident nach dem andern kam ums Leben, und jedesmal war der Tod eines Präsidenten der Zwillingsbruder des Schlafs eines Korrespondenten. Als neulich die deutschen Fürsten in unserer Stadt weilten und alles auf den Beinen war, wußte ich nichts davon. Aber auch sonst hatte dieser Zwischenfall keine nachteiligen Folgen für mich, höchstens, daß es zum erstenmal geschah, daß ich zum Frühstück mein gewohntes Rindfleisch nicht bekam, also einer Neigung entsagen mußte, durch die ich bis dahin meine Zugehörigkeit zu der Stadt, in der ich lebe, demonstrativ bekundet hatte. Der Kellner entschuldigte sich und verwies mich zum Trost auf die Festigung des Dreibunds. Die hatte ich verschlafen. Wenn ein Theologe sich dazu durchringt, nicht mehr an die unbefleckte Empfängnis zu glauben, so geschieht es am Vormittag, wenn ein Nuntius sich blamiert, so geschieht es am Vormittag, und es ist wahrlich immer noch besser, daß ein Sturm der Bauern auf eine Universität oder der Ruf "Heraus mit dem allgemeinen Wahlrecht!" uns den Schlaf des Vormittags stört als die Ruhe des Nachmittags. Nur einmal kam ich zufällig des Weges, wie ein Minister nach Tisch demissionierte. Aber wie unordentlich ist es auch damals zugegangen! Die Polizisten hieben um drei Uhr auf die Volksmenge ein, die "Abzug!" gerufen hatte, und sagten schon um viertel auf vier. "Geht's harn, Leuteln, der Bodens is a schon gangen!" Wie steht es mit der Justiz? Sie ist nur am Vormittag blind, und geschieht ausnahmsweise einmal noch in vorgerückter Stunde ein Justizmord, so handelt es sich gewiß um einen besonders skandalösen Fall. Oder es kann in Deutschland passieren, daß in einer geschlechtlichen Affäre die Wahrheit auf dem Marsche ist, und zwar seit fünfundzwanzig Jahren, und dann muß sie wohl die Nachmittage zu Hilfe nehmen. Um einem solchen Ereignis zu entfliehen, nützt es auch nichts, sich wieder ins Schlafzimmer zurückzuziehen, da sich bekanntlich gegenüber dem Wahrheitsdrang gerade dieses als der am wenigsten sichere Ort herausgestellt hat. Gehört es aber sonst immerhin zu den Annehmlichkeiten des Lebens, dessen Unannehmlichkeiten verschlafen zu können, so muß ich leider zugeben, daß ich auf einem Gebiete mit meiner Praxis überhaupt kein Glück habe, und zwar im Bereich der schönen Künste. Denn es ist eine alte Erfahrung, daß die meisten Theaterdurchfälle gerade abends geschehen.

Dafür ist in der Nacht in allen Betrieben öffentlicher Betätigung Stillstand. Nichts regt sich. Es gibt nichts Neues. Nur die Kehrichtwalze zieht wie das Symbol einer verkehrten Weltordnung durch die Straße, damit der Staub verbreitet werde, den der Tag zurückgelassen hat, und wenns regnet, so geht auch der Spritzwagen hinterher. Sonst ist Ruhe. Die Dummheit schläft - da gehe ich an die Arbeit. Von fern klingt es wie das Geräusch von Druckpressen: die Dummheit schnarcht. Und ich beschleiche sie und ziehe aus der meuchlerischen Absicht noch Genuß. Wenn am östlichen Horizont der Kultur das erste Morgenblatt erscheint, gehe ich schlafen … Das sind so die Vorteile der verkehrten Lebensweise.

Karl Kraus

»Wie ihr wollt«, sagte Fréderic

er saß in der Ecke des Landauers hingesunken, sah das Kabriolett am Horizont verschwinden und fühlte, daß etwas Nichtwiedergutzumachendes geschehen sei und er seine große Liebe verloren hatte. Freilich war die andere Liebe da, neben ihm, die fröhliche und leichte Liebe. Doch er war ermattet, einander widersprechende Gefühle erfüllten ihn, er wußte selbst nicht mehr, was er wollte, und er fühlte eine maßlose Traurigkeit und ein Verlangen nach dem Tod.

Flaubert, Education sentimentale

Stendhal, Lucien Leuwen

"Sie sind eben ein geistvoller Mann", entgegnete sie ihm lachend; "Sie sind nicht so töricht, sich zu verlieben … Großer Gott! Gibt es etwas Langweiligeres als die Liebe?" ¹

Stendhal, Lucien Leuwen

¹ Wie töricht muß man sein, sich zu verlieben. Niemand tut das. Es würde zuviel bleiben.

Trivialitäten gelten, es ist so traurig wahr.

Klärchens Lied

Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein,
Hangen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt –
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.

Johann Wolfgang von Goethe (ohne Wikipedia-Verweis, ihr verdummten Deppen, die ihr nicht wisst, wer das ist.)

Kommentar: Was für ein banaler Gesang auf die Liebe, so nichtssagend und allgemein. Wie sehr muß sich der schämen, der liebt, exakt dies erlebt und dabei denkt, was bin ich für ein banaler Geselle. Denn ich empfinde so billig wie der Goethe. Würde ich doch wenigstens wie Kafka lieben oder der Marquis de Sade. Aber nein, dies kleine Liebesgedicht erklärt mein Lieben völlig. Was für eine Peinlichkeit! Und doch find ichs so schön.

Erkenntnis

Das Genre der Talkshows krankt an den Sofas.

Kleiner Exkurs aus der Physik

Ein Pazifismus, der die Rüstungen der Staaten nicht bekämpft, ist und bleibt ohnmächtig. Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit.

A. Einstein

Wissen und Wunder

Am frühen Morgen hatte ein Tieflader den Container mitten auf den Platz gestellt.

Gegen zehn Uhr kamen einige Schulklassen, die sich mit der Sammelaktion etwas Geld fuer die Klassenkasse verdienen wollten, und schwärmten mit Leiterwagen, elterlichen Kleinbussen, ausgeliehenen Traktoren gleich wieder aus, um in diesem Industriegebiet und den sich danach anschließenden Wohnstraßen das besondere Altmaterial schnell von den Gehwegen zum Container zu schaffen, welcher dadurch der Zielpunkt aller Aktivitäten war.

Nach einer halben Stunde sind die ersten zurück und werfen ausgediente Monitore, hunderte von alten Platinen und verstaubten Computergehäusen unter lautem Getöse in den Stahlbehälter.

Bevor sich die Schüler erneut aufmachen, bestimmen sie zwei der Jungen, Neuntklässler, welche, die ohnehin nichts raffen, ein zu kleines Mädchen und einen zu fahrigen Jungen, vielleicht ficken sie ja, und es gibt was zum Erzaehlen, als Aufpasser, damit niemand in der Zwischenzeit nach vergoldeten Steckern sucht oder die Chips von den Prozessorboards stemmt oder hier bloss seinen privaten Muell dazukippt.

Die beiden klettern die zweieinhalb Meter hohen Seitenwände hinauf und lassen sich in den riesigen, viertelsgefüllten Behälter hineinfallen.

Nur eine Wand an der Längsseite hat nicht die volle Höhe, aber trotzdem noch über anderthalb Meter. Beide Wächter besitzen einen Walkman, den sie sich wie auf Kommando gleichzeitig überstülpen und anschalten.

Scheinbar ohne Rücksicht auf seine schwarze Lederjacke zu nehmen lehnt sich der Schüler an die einzige schräge, die verkürzte Wand und blinzelt nach oben in die Sonne, die jetzt schon so stark brennt, dass ihm heiss ist in seiner Jacke, die aus Leder ist. Ausziehen käme schon wegen der Torte nicht in Frage. In seinem Alter kann er es sich nicht erlauben, nicht cool zu sein.

Mehr im Stil der siebziger Jahre ist die Schülerin gekleidet. Sie hat lange Haare und eine Jacke mit langen Fransen. Sie trägt zwar ebenso Jeans wie der andere auch, aber ihre haben einen Stoffsticker aufgenäht: ein offener Mund, aus welchem eine obszön lange Zunge herausgestreckt wird.

Sie sitzt auf dem Teil des Bodens, welcher vom Müll unbedeckt ist und blickt mit verzücktem Gesichtsausdruck in den blauen Himmel, welcher sich über dem Container wölbt.

Als ihr die Wärme zu schaffen macht, zieht sie die Fransenjacke aus und krempelt die Ärmel ihres Holzfällerhemdes hoch. Obgleich es erst April ist, wirkt die Sonnenstrahlung sehr stark, und der dunkelblaue Lack auf dem Stahl, wo er noch nicht abgebeizt ist, speichert die Hitze zusätzlich.

Ab und zu läuft draussen jemand vorbei, so dass die Schritte auf dem Asphalt, die im Container widerhallen, die quäkenden Rhythmen aus den Walkmännern übertönen.

Irgendwann kommen zwei bäuerliche Traktoren mit Anhängern vorgefahren, die kurz vor der Sammelstelle heftig abgebremsen und von denen sogleich eine Meute Schüler herunterspringt. Die älteren Schüler machen derbe Späße ueber das wachende Schülerpaar.

Wieder lädt man einige Zentner Datenverarbeitungsreststoffe in den Stahlcontainer und fährt dann erneut los, um in den entfernteren Straßen die Sammeltätigkeit fortzuführen. Jetzt hat sich der eine Zurückgebliebene rittlings oben auf ein Eck gesetzt, während die andere immer noch einen freien Platz im Inneren findet.

Der Schüler fühlt sich da oben wie der Käpt'n, eine Willensanstrengung, und der ganze Kahn fährt ab in Richtung Amerika. Bloß da vorne an der Fabrik vorbei muss er sein Containerschiff lotsen und dann kommt schon freies Feld, Wiesen, Wälder, Frankreich, das große Meer und dann Amerika.

Und wenn schon Amerika, dann gleich nach Kalifornien. Da wäre die Torte sicher auch nicht dagegen. Brücke an Maschinenraum: Dampf machen!

"Hier stinkts volle Kanne" sagt das Mädchen ohne den Kopfhoerer abzunehmen und ungehört und ohnehin nicht an den Jungen gewandt, der seinerseits den Kopfhörer nicht abnehmen wird. Sie nimmt sich eine Platine von dem Haufen weg und studiert sie: große schwarze Ameisen, viereckig und mit vielen verankerten Beinen, festgewachsen in einem Feld voller buntlackierter Vergissmeinnicht.

Aber dafür sind die Ameisen groß. Sie sind mutiert und genmanipuliert. Schöner die Rückseite, wenn man die Platine umdreht, da ist ein kompliziertes Wegesystem, ein Labyrinth, wo sich der Strom nur noch gefühlsmaessig zurechtfinden kann. Der Strom, den die festgewachsenen Ameisen aussenden, um den Kontakt zu ihresgleichen nicht abbrechen zu lassen.

Sie schnippt die Leiterplatte zurück auf den Berg aus Datenschrott. Um dem üblen Geruch, der sich aus Lack-, Kunststoff- und Klebstoffdämpfen zusammensetzt, zu entgehen, klettert sie ebenfalls die Wand des Containers hoch und setzt sich oben hin, auf die entgegengesetzte Seite von derjenigen des Käptns. Es ist fast menschenleer auf dem Platz, ab und zu fahren schwere Lastkraftwagen vorbei, die von der Fabrik kommen.

Deren Lärm übertrifft zwar kaum den der Walkmanmusik, aber das Rumpeln übertraegt sich von der Strasse auf den Müllbehälter und von dort direkt in den Bauch der Bewacher.

Es scheint, dass die Hitze, der Lärm, die Verlassenheit ihrer Lage die beiden etwas benommen machen, denn obwohl sie erst seit einer dreiviertel Stunde ihr Amt ausüben, tragen sie schon alle Anzeichen der Erschöpfung.

Sie verständigen sich kurz mittels einigen Gesten, die eben diesen Sachverhalt verdeutlichen und amüsieren sich einen Moment lang über die Einigkeit ihrer negativen Gefühle. Dann ist wieder jeder mit sich selbst beschäftigt, die Cassette zu wechseln, sich irgendwie Kühlung zu verschaffen, und wieder auf die Anderen zu warten. Damit ist genug getan.

Der Käptn ist ab jetzt keiner mehr, er hat sich in Mad Max verwandelt, der ein Wüstenfort vor den in schweren, zu fahrenden Festungen umgewandelten, Bussen anrollenden Strauchdieben verteidigt. Cool ist gar kein Ausdruck, wie er sie auflaufen lässt, in Empfang nimmt mit Guns'n'Roses.

Und wenn die Riesenkampfwagen, am Bug getroffen, abdrehen und in voller Fahrt umstuerzen, spuert er es in seinem Bauch beben. Aber auch er wird schliesslich getroffen, als er eine Frau aus der Schusslinie zieht, in der Schulter, so dass er gefaehrlich viel Blut und Energie verliert.

Entkraeftet laesst er diese Vorstellung fahren und sieht seitlich hinueber zu der Torte. Diese ist anscheinend ebenfalls sehr mit sich beschaeftigt, malt geistesabwesend irgend etwas mit dem Kugelschreiber auf ihre Turnschuhe, aber trotzdem wird Ex-Mad Max es nicht wagen koennen, seine Jacke auszuziehen ohne sein Gesicht zu verlieren.

Diese Sonne macht ihn voellig kaputt. Und es ist erst Fruehling. Ueberhaupt scheint er eine Abneigung gegen den freien Himmel zu haben, gegen die "frische Luft", von der doch jeder weiss, wie wenig Frisches in ihr ist; gegen die Sonne, vor deren Strahlung selbst die Lehrer warnen.

Und dazu diese ungeordnete Akustik des Lebens im Freien. Unmotivierte Laute von Flugzeugen, Autos, Strommasten, Schritten, Stimmen. Wie haben es die Leute nur ausgehalten, als es noch keine transportable Musik gab?

Die Schuelerin schaut indessen ueber den Platz, in der Hoffnung, dass endlich etwas passiere. Sie wirft einen Schwall Haare nach hinten ueber die Schulter, um dann weiter auf ihren Turnschuh zu malen. Sie schreibt "Deep Purple" und "Pink Floyd", wobei sie die Buchstaben extra rund gestaltet und die Buchstabeninnenraeume minutioes ausmalt.

ie hat die Musik im Walkman, es ist Nirvana, laut gestellt, aber trotzdem fuehlt sie sich aeusserst ermattet. Sie schwankt und faellt beinahe ruecklings in den Reststoffsammelcontainer. Dann sammelt sie ihre Kraefte und steigt vorsichtig und langsam hinein. Unten setzt sie sich wieder auf den Boden, wobei sie die Augen schliesst und irgendwie anfaengt zu traeumen.

Es ist eher ein Fabulieren mit offenen Augen, denn zum Traeumen ist die Vierzehnjaehrige wirklich nicht aufgelegt. Dazu hat sie in ihrer Lage wirklich keinen Nerv; sie fuehlt sich viel zu schlapp. Sie denkt zwangshaft, um sich etwas abzulenken, an die Logikbausteine, die ihr es in ihrer uebergrossen Schwaerze angetan haben.

Logikbausteine, zwischen denen sich der Strom auf der Leiterbahn nur gefuehlsmaessig hin- und herbewegte, als sie ueberhaupt noch an den Stromkreislauf angeschlossen waren, so weiss sie. Komisch eigentlich, dass sich der Strom ueberhaupt an die vorgeschriebenen Wege haelt. Er wuerde doch nichts verlieren, wenn ers nicht taete. Vielleicht ist das die Logik, dass ers eben einfach tut, ohne auf die Konsequenzen zu achten.

Sie findet das sympathisch von dem Strom und ueberlegt, ob sie nicht mit ihren runden Buchstaben "Logik" auf den Turnschuh schreiben soll, wobei das o und das g natuerlich schwarz ausgefuellt werden muessten, so schwarz wie die Speicherchips selber sind. Oder so schwarz wie die Lederjacke von dem Dings da oben. Oder so schwarz, wie wenn man erst versucht in die Sonne zu blicken und dann die Augen fest zudrueckt.

Jetzt traeumt sie doch: dass sie auf dem Gras einer Wiese liegt und dass Ameisen ueber ihrem Koerper hin und her laufen. Die Ameisen sind alle viel zu gross und genmutiert, doch sie findet das lustig, dass jemand ueber sie hinweglaeuft und die Ameisen finden das auch. Dann merkt sie aber, dass die Ameisen nicht zu gross sind, sondern dass sie selbst viel zu klein ist.

Ihr Gewicht muss sie tief hinunter gedrueckt haben, so dass die Grashalme wie kahle Baeume gegen den Himmel zeigen und das Gesichtsfeld versperren. Seltsam, denkt sie, dass keine Voegel zu hoeren sind, wo doch jetzt Fruehling ist. Da ist bloss eine elektrische Gitarre und ein Schlagzeug, aber die Maenner, die sie spielen, sind mitten in ihrem Kopf. Das ist unlogisch, denkt sie.

Dann sieht sie die Vergissmeinnicht, die in Reih und Glied zwischen den Ameisen eingepflanzt sind. Als sie versucht, daran zu riechen, faehrt sie entsetzt zurueck, denn die Fruehlingsblumen riechen alt und staubig. Was soll das, denkt die Schuelerin erbittert, Blumen haben gefaelligst nach Blumen zu riechen. Aber vielleicht riechen die hier nunmal so.

Und als sie sich daran erinnern will, wie Blumen denn sonst riechen koennten, faellt es ihr nicht ein. Die muessen vielleicht bloss mit etwas elektrischem Strom gewaessert werden. Aber insgeheim glaubt sie nicht daran.

Sie wendet sich den logischen Ameisen zu, die sich gegenseitig zum Zeitvertreib knifflige Aufgaben stellen und ueber die Loesungen lachen. Denn freilich fallen ihnen sogleich die Loesungen ein. Und ueberhaupt sind sie sehr lustig.

Vielleicht wirft man sie eben deswegen in den Muellcontainer, vermutet ihre Bewacherin. Logische Bausteine haben logisch und konsequent zu sein, und wenn sie trotzdem spontan und witzig sein wollen, dann werden sie ueberfluessig und unerwuenscht.

Sie wird ganz traurig ueber das Schicksal der lustigen logischen Bauteile, doch diese wenden sich ihr zu und nennen sie Alice. Man scherzt auf binaer, und es ist alles viel froehlicher als in der Schule, so dass Alice auch schnell wieder bessere Laune bekommt. Vor allem ist sie erheitert darueber, dass sie waehrend ihres Traumes weiss, noch nie so seltsames Zeug getraeumt zu haben.

Und sie entscheidet sich dafuer, dass ihr Traeumen doch eher ein Fabulieren sein muesse.

(Doch später, als die Polizei alle vernahm, vor allem die Lehrer, wie es geschehen konnte, dass man Schüler über einen Zeitraum von mehreren Stunden solch einen Cocktail von diffundierendem Sondermüll atmen ließ, sodass man mit dauerhaften Schäden bei den beiden rechnen müsse, stellte sich heraus, dass sich niemand auch nur träumen ließ, was das bedeuten würde. Klares Ergebnis aus diesem Ereignis war schließlich, dass dies die letzte Sammlung solcher Art an dieser Schule bleiben würde.)

Ignoranz und Selbstvertrauen

machen Männer zu richtigen Männern.

15.09.2020, aktualisiert vom Januar 2009 (src)

Automobilbau

  • scheint nun auch eine Art Küferhandwerk zu werden
    • sehr speziell,
      • aber ein bisschen wird es schon noch geben.
        • wie bei den Küfern halt
          • und den anderen mittelalterlichen Handwerken.
15.09.2020, aktualisiert vom Oktober 2018 (src)

Du wirst es bereuen

Heirate, du wirst es bereuen; heirate nicht, du wirst es auch bereuen; heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen; entweder du heiratest oder du heiratest nicht, du bereust beides. Lache über die Torheiten der Welt, du wirst es bereuen; weine über sie, du wirst es auch bereuen; lache über die Torheiten der Welt oder weine über sie, du wirst es beides bereuen; entweder du lachst oder du weinst über die Torheiten de Welt, du bereust beides. Trau einem Mädchen, du wirst es bereuen, traue ihr nicht, du wirst es auch bereuen; trau einem Mädchen oder traue ihr nicht, du wirst beides bereuen; entweder du traust einem Mädchen oder du traust ihr nicht, du wirst beides bereuen. Erhänge dich, du wirst es bereuen, erhänge dich nicht, du wirst es auch bereuen, erhänge dich oder erhänge dich nicht, du wirst beides bereuen; entweder du erhängst dich oder du erhängst dich nicht, du wirst beides bereuen.

Sören Kierkegaard

15.09.2020, aktualisiert vom Juli 2005 (src)

Essais

Zu den Bienen wäre nachzutragen, daß man bloß einen Schwarm davon auf das Monster loszulassen braucht, und er wird Stärke und Mut genug haben, es in die Flucht zu jagen. Als kürzlich die Portugiesen die Stadt Tamly im Gebiet von Xiatima belagerten, trugen deren Bewohner eine große Menge Bienenkörbe, an denen sie reich sind, auf die Befestigungsmauern und trieben die durch Feuer angriffswütig gemachten Tiere auf die Feinde, die nun, weil sie deren Sturm und Stichen nicht standzuhalten vermochten, ihr Unternehmen abblasen mußten. So verdankte die Stadt Sieg und Freiheit dieser neuartigen Hilfstruppe, die zudem vom Kriegsglück derart begünstigt war, daß bei der Rückkehr aus dem Kampf keine einzige Biene fehlte.

Michel de Montaigne, Essais, Zweites Buch, 12. Kap.

15.09.2020, aktualisiert vom November 2005 (src)

Solange die Sprachen

der Medien, der Politik und der Leute zuhause so weit auseinanderklaffen, wie sie es tun, gibt es keine neue Diktatur. Man muß diese schweren Diskrepanzen als heilsame Kunstfertigkeit des hegelschen Weltgeistes schätzen lernen. Die tätige Dialektik in ihrem Wirken ist immer absolut.

15.09.2020, aktualisiert vom Februar 2009 (src)

Die Idee der demokratisierten Vernunft

ist verführerisch,

  • denn das Volk weiß ja am besten, was es will,
    • trotz BILD und Großkonzernen,
      • die jeweils andere Ziele verfolgen als die der Vernunft.

Der Alltag aber ist, daß die Konzerne und die BILD den Alltag unseres Lebens,

  • verändern, manipulieren und ins Gegenteil verwandeln,
    • das bestätigt ich bei allen demokratischen Wahlen erneut, und
      • wieder und wieder.

Die demokratisierte Vernunft ist im Alltag die Vernunft der schwerreichen und egoistischen "Eliten",

  • und daß denen die Welt komplett gehört,
    • ist leider die demokratisierte Vernunft.

Erkannt, als unerquicklich empfunden, abgehakt.

  • Die Armut wäre längst kein Weltproblem mehr, wenn es nicht die Schwerreichen gäbe. Die aber sind systemrelevant für unsere demokratische Welt.
15.09.2020, aktualisiert vom Juli 2014 (src)

Der Traum der Menschheit,

fliegen zu können, ist inzwischen vollkommen eskamotiert,

  • denn er wird nun gelebt. Dieses Realisieren von Träumen ist insgesamt ohnehin immer ein Unding, und in diesem Fall erinnert es einen an nichts Poetisches, sondern an eine ökologische Katastrophe.
  • Wie schade um eines der schönsten Dinge, das sich die Menschen einmal in ihren Köpfen erträumen konnten. Berichte von Flugreisen werden hiermit zum Schund erklärt, und

Leute, die Flüge bei Fluggesellschaften buchen, sind aus dem gesellschaftlichen Bekanntenkreis zu entfernen.

  • Der Traum von einem blauen Himmel ohne die weißen Striche der Kondensstreifen ersetzt den vom Fliegen.
15.09.2020, aktualisiert vom November 2003 (src)

Spinoza

mit seiner wundervollen und gemäßigten Auffassung der Welt wird nach Meinung des PhNuS viel zu selten von den Verantwortlichen RTLs in ihrer täglichen Produktion respektiert. Dies ist ein Versäumnis innerhalb der betriebswirtschaftlich zu denkenden Formate… Er ist nämlich ganz wider den Krawall gebürstet.

PS: Für Pro7 gilt das allerdings auch.

15.09.2020, aktualisiert vom November 2004 (src)

Die Erlaubnis für ein Doppelleben,

die braucht niemand, der das haben will. Es ist so schrill, und dennoch lustig oft vorhanden.

  • Sowas sollte man natürlich bedenken.
    • Daß am Ende unserer Zivilisation die Doppelbödigkeit gewinnt gegen den Gemeinsinn,
      • das ist schon eine markante individuelle Schizophrenie
        • bei fast allen uns Menschen.

https://philosophischer-nacht-und-sonntagsdienst.de/180323.html

15.09.2020, aktualisiert vom März 2018 (src)

Dauerreproduktion

Abnützungen im System unseres Miteinanders zeigen sich in der Kunst so deutlich wie in der Arbeitswelt der Wirtschaft. Die Ausbeutung, die Routine, der Verlust der sinnlichen Gegenwart in der Dauerreproduktion der künstlichen Gefühle, an diesen Verfremdungen der Eigentlichkeit kommt kein Maler und kein Musiker vorbei. Aufmerksame MTV-Kucker bekommen viel von der Ödnis der Welt mit, die eben altert, solange sie keine neuen Gedanken denken kann.

15.09.2020, aktualisiert vom November 2004 (src)

Die erneute Gewöhnung

an die Einsamkeit, der Rückfall auf die Defaulteinstellungen, die jederzeit mögliche Neuinstallation des Grundsystems - das erinnert einen an die Hauptproblematiken. Wir enden immer wieder, wo wir anfingen.

15.09.2020, aktualisiert vom April 2005 (src)

Was man lernt, also wir

im Leben lernen,

ist die erkenntnistheoretische Komplettnichtigkeit,
und die ethische Macht des eigenen Handelns,

mit welcher Jedermann freilich umzugehen hat.

(Eine viel zu groß geratene Schlussfolgerung!)

mit welcher jeder freilich umzugehen hat.

(Oh, schon wieder!)
15.09.2020, aktualisiert vom März 2012 (src)

Was alle

  • wollen, brauchen und genießen,
    • das ist das Atmen, die Nahrung und eine Schlafstelle, sowie ein gewisser Auslauf.

Man nennt es "die menschliche Bedingung", weil das für alle gilt.

  • Und innerhalb dieser Bedingung zu leben, bedingt unser Leben.
    • Jaja, und wer es gemütlich haben will, braucht auch Kleidung, Mitmenschen und Sex.
      • Einen Menschen zu foltern, bedeutet ihm diese Lebensgrundlagen zu entziehen.

Und ob diese "conditio humana" ein Menschenrecht ist,

  • was ganz selbstverdänglich ist,

das verneint unsere Gesellschaft grundsätzlich für alle anderen.

  • Gut zu lernen, daß auch wir in den Augen anderer keine Menschenrechte haben.
    • Wer den anderen Menschen ihre Menschenrechte vorenthält, ist letztlich nur ein Demokrat, haha.

Die menschliche Vernunft ist offenbar niemals die Staatsräson der Demokratien.

  • Man muß es unterscheiden lernen.
15.09.2020, aktualisiert vom Juli 2014 (src)

Solche Menschen

wie der Claus Kleber vom ZDF, die den Staats-Journalismus betreiben,

  • sind wohl genauso nötig wie die CDU-Mehrheit im Bundestag.
    • Solche Menschen machen unseren Staat aus, und ich weiß,
      • ich bin kein Teil davon.
15.09.2020, aktualisiert vom Oktober 2014 (src)

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Created: 2020-09-26 Sa 21:59

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