· Philosophischer Nacht- und Sonntagsdienst ·

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Auf der Galerie

Wenn irgendeine hinfällige, lungensüchtige Kunstreiterin in der Manege auf schwankendem Pferd vor einem unermüdlichen Publikum vom peitschenschwingenden erbarmungslosen Chef monatelang ohne Unterbrechung im Kreise rundum getrieben würde, auf dem Pferde schwirrend, Küsse werfend, in der Taille sich wiegend, und wenn dieses Spiel unter dem nichtaussetzenden Brausen des Orchesters und der Ventilatoren in die immerfort weiter sich öffnende graue Zukunft sich fortsetzte, begleitet vom vergehenden und neu anschwellenden Beifallsklatschen der Hände, die eigentlich Dampfhämmer sind - vielleicht eilte dann ein junger Galeriebesucher die lange Treppe durch alle Ränge hinab, stürzte in die Manege, rief das - Halt! durch die Fanfaren des immer sich anpassenden Orchesters.

Da es aber nicht so ist; eine schöne Dame, weiß und rot, hereinfliegt, zwischen den Vorhängen, welche die stolzen Livrierten vor ihr öffnen; der Direktor, hingebungsvoll ihre Augen suchend, in Tierhaltung ihr entgegenatmet; vorsorglich sie auf den Apfelschimmel hebt, als wäre sie seine über alles geliebte Enkelin, die sich auf gefährliche Fahrt begibt; sich nicht entschließen kann, das Peitschenzeichen zu geben; schließlich in Selbstüberwindung es knallend gibt; neben dem Pferde mit offenem Munde einherläuft; die Sprünge der Reiterin scharfen Blickes verfolgt; ihre Kunstfertigkeit kaum begreifen kann; mit englischen Ausrufen zu warnen versucht; die reifenhaltenden Reitknechte wütend zu peinlichster Achtsamkeit ermahnt; vor dem großen Salto mortale das Orchester mit aufgehobenen Händen beschwört, es möge schweigen; schließlich die Kleine vom zitternden Pferde hebt, auf beide Backen küßt und keine Huldigung des Publikums für genügend erachtet; während sie selbst, von ihm gestützt, hoch auf den Fußspitzen, vom Staub umweht, mit ausgebreiteten Armen, zurückgelehntem Köpfchen ihr Glück mit dem ganzen Zirkus teilen will - da dies so ist, legt der Galeriebesucher das Gesicht auf die Brüstung und, im Schlußmarsch wie in einem schweren Traum versinkend, weint er, ohne es zu wissen.

Franz Kafka

25.09.2021, aktualisiert vom Oktober 2005 (src)

Internet

Im Internet

Eines steht fest, sagte sich Lucien, wenn ich ein vernünftiger Mensch bleiben will, werde ich hier auch nicht einen einzigen armseligen kleinen Salon finden, in dem ich meine Abende verbringen kann./

Stendhal, Lucien Leuwen

18.09.2021, aktualisiert vom August 2021 (src)

Man hat Freude dabei.

Der Arbeiter nimmt Lulu quer auf die Arme; der Tierbändiger tätschelt ihr die Hüften.

Die süße Unschuld – meinen größten Schatz!

Der Arbeiter trägt Lulu ins Zelt zurück.

Und nun bleibt noch das Beste zu erwähnen:
Mein Schädel zwischen eines Raubtiers Zähnen.
Hereinspaziert! Das Schauspiel ist nicht neu,
Doch seine Freude hat man stets dabei.
Ich wag' es, ihm den Rachen aufzureißen,
Und dieses Raubtier wagt nicht zuzubeißen.
So schön es ist, so wild und buntgefleckt,
Vor meinem Schädel hat das Tier Respekt!
Getrost leg' ich mein Haupt ihm in den Rachen;
Ein Witz – und meine beiden Schläfen krachen!
Dabei verzicht' ich auf des Auges Blitz;
Mein Leben setz' ich gegen einen Witz;
Die Peitsche werf' ich fort und diese Waffen
Und geb' mich harmlos, wie mich Gott geschaffen. –
Wißt ihr den Namen, den dies Raubtier führt? – –
Verehrtes Publikum – – Hereinspaziert!!

Der Tierbändiger tritt unter Zimbelklängen und Paukenschlägen in das Zelt zurück.

Wedekind, Erdgeist

Sie kamen aus dem Ritz

Sie kamen aus dem Ritz. Es war ein milder Abend, und sie setzen sich auf eine Bank in der Fußgängerzone.

Eine Gruppe von jungen Machos kam vorbei und einer, der ein großes SM auf die Lederjacke gesprayed hatte, vergaffte sich in sie.

"Wie soll man jemanden lieben, der immerzu solch ein Geschmeiß anzieht?" fragte Wolfgang Mareen.

"Was kann ich dafür, daß ich angekuckt werde?" fragte Mareen.

"Was kann ich dafür, daß wir nie unter uns sind?" fragte Wolfgang.

"Du brauchst nicht mit mir weggehen." sagte Mareen.

"Ich will aber mit Dir weggehen", sagte Wolfgang. "Ich mag Deine Gesellschaft. Es ist ja bloß so, daß ich in Dich verliebt bin."

"Und da geht es also nicht, daß Du die Typen einfach ignorierst?"

Der Macho mit dem SM-Schriftzug war stehengeblieben, weil er gemerkt hatte, daß sie sich stritten. Er kam herüber.

"Habts ihr Ärger? Will dieser Typ was von Dir?" fragte er Mareen.

"Was hab ich gesagt?" sagte Wolfgang. "Einfach ignorieren, haha, wie denn? Meinst Du, die haben ein Gefühl für Stil oder Takt? Die sehen Deine blonden Haare und Deine Figur. Ist das Normalität, wenn man mit Dir durch die Stadt geht?"

"Ja bitte!" sagte Mareen, "mich hats bisher noch nicht gestört. Meinst Du, ich würde mich auf sowas einlassen?"

"Was weiß ich?", sagte Wolfgang. "Wenn man jeden Tag hundertmal die Chance dazu hat, ist einmal weiß Gott nicht oft."

Der SM-Typ war irritiert und verzog sich wieder.

"Und wie hast Du mich kennengelernt?" fragte sie. "Nicht auch, weil Du mich hübsch fandest?"

"Du weißt selber, daß wir uns durch die Mitfahrgelegenheit kennengelernt haben. Nicht weil ich Dich angemacht habe, sondern weil wir im gleichen Ort wohnen und ich ein Auto habe, haben wir uns kennengelernt."

"Aber Du hast die Preise für mich so niedrig gemacht, daß ich immer mit Dir mitgefahren bin."

"Aha", sagte er, "findest Du? Ich sag Dir mal was: meine Preise waren für alle gleich, die mitgefahren sind. Selbst für Markus."

"Ja klar, aber für den hattest Du ja bald keinen Platz mehr im Auto." sagte Mareen.

"Ja und? Sollte ich euch beide verkuppeln? Immerhin hatte ich das Gefühl, daß vor allem wir beide uns sehr amüsant unterhalten hätten. Aber ich hatte im geschlossenen Auto wohl einen falschen Eindruck von den witzigen Dialogen mit Dir bekommen. Denn im Alltag ist man ja nicht allein mit Dir. Und selbst, daß ich im Auto keinen mehr mitnehme, wirfst Du mir vor. Wir sind nicht wirklich ein Liebespaar, oder?"

"Spinnst Du? Ich meine aber nur, daß Deine ewige Abschottung zu nichts führt. Wieso ist es denn nicht möglich, daß wir mal ein paar neue Leute kennen lernen und uns trotzdem gut unterhalten und uns gern mögen. Wieso sollte das nur möglich sein, wenn wir uns von allem ausschließen?"

"Ganz einfach. Weil es kein Gespräch gibt, wenn Du dabei bist. Daß es jeder mit Dir probieren möchte, ist ja normal. Daß Dir das schmeichelt, ist auch normal. Aber was soll ich dann dabei? Zukucken, wie sich ein Flirt entwickelt? Und wenn sich keiner entwickelt, dann den Unterhalter spielen? Sorry."

"Mir scheint, Du kannst an nichts anderes denken."

"Wie sollte ich? Ich sehe Dich ja vor mir. Du siehst umwerfend aus - aber kann man so jemanden lieben? Und geschminkt hast Du Dich auch noch! Du bist ein öffentliches Geschöpf. Deine Schönheit ist für jeden, und Du achtest auch noch sehr genau drauf, daß sie voll zur Geltung kommt. Wir können froh sein, daß nur ab und zu ein Blödmann sich hertraut."

"Jetzt wirf es mir noch vor, daß ich Lippenstift nehme! Du gehst doch auch mit einer anderen in die Schreibwerkstatt, und ich lebe damit."

"Du mußt nur gegen eine ankommen, ich muß gegen alle antreten, die Dich überhaupt sehen. Meine Aufgabe ist ungleich schwerer. Jeder, der da rumläuft, könnte witzig sein oder Dich in einer schwachen Minute erwischen oder einfach das Richtige sagen."

"Wer sagt mir, daß Du nicht auf der Straße fremde Frauen ansprichst?"

"Weil ich Achtung vor ihren Freunden habe. Es ist stillos, auf der Straße Frauen anzusprechen, doch bei dir sehe ich, daß es tausende trotzdem tun."

"Echt strange. Du sagst, Du hast Achtung vor ihren Freunden und sprichst sie deshalb nicht an? Ich glaube es nicht, daß Du so etwas albernes sagst." sagte sie.

"Ich bin diese Problematik langsam wirklich leid", sagte Wolfgang, "können wir nicht heimfahren und eine Nacht darüber schlafen. Vielleicht ist mein einziger Ausweg ja wirklich der, daß ich dich mit einer Laubsäge umbringe."

"So kurz vor dem Vordiplom?" meinte Mareen. "Das wäre albern."

11.09.2021, aktualisiert vom Januar 2007 (src)

Was nötig ist zu lesen.

Nur habe ich nach einer Weile anfangen müssen, im Kopf zu rechnen, und das hatte ein unerwartetes Ergebnis. Siehst du, ich hatte mir vorher gedacht, wenn ich jeden Tag da ein Buch lese, so müßte das zwar sehr anstrengend sein, aber irgendwann müßte ich damit zu Ende kommen und dürfte dann eine gewisse Position im Geistesleben beanspruchen, selbst wenn ich ein oder das andere auslasse. Aber was glaubst du, antwortete mir der Bibliothekar, wie unser Spaziergang kein Ende nimmt und ich ihn frage, wieviel Bände denn eigentlich dieses verrückte Bibliothek enthält? Dreieinhalb Millionen Bände, antwortet er!! Wir sind da, wie er das sagte, ungefähr beim siebenhunderttausendsten Buch gewesen, aber ich habe von dem Augenblick an ununterbrochen gerechnet; - ich will es dir ersparen, ich habe es im Ministerium noch einmal mit Bleistift und Papier nachgerechnet: Zehntausend Jahre würde ich auf diese Weise gebraucht haben, um mich mit meinem Vorsatz durchzusetzen! In diesem Augenblick sind mir die Beine auf der Stelle stecken geblieben, und die Welt ist mir wie einziger Schwindel vorgekommen. Ich versichere dir noch jetzt, wo ich mich beruhigt habe: da stimmt etwas grundlegend nicht!

Du kannst sagen, man braucht nicht alle Bücher zu lesen. Ich werde dir darauf erwidern: Man braucht auch im Krieg nicht jeden einzelnen Soldaten zu töten, und doch ist jeder notwendig! Du wirst mir sagen: Auch jedes Buch ist notwendig. Aber siehst du, da stimmt schon etwas nicht, denn das ist nicht wahr; ich habe den Bibliothekar gefragt! Lieber Freund, ich habe mir einfach gedacht, dieser Mensch lebt doch zwischen diesen Millionen Büchern, kennt jedes, weiß von jedem, wo es steht: der müßte mir also helfen können. Natürlich habe ich ihn nicht ohne weiteres fragen wollen: wie finde ich den schönsten Gedanken von der Welt? Das würde geradezu wie der Anfang von einem Märchen klingen, und so schlau bin ich schon, daß ich das merke, und überdies habe ich Märchenerzählen schon als Kind nicht leiden können; aber was willst du tun, irgend etwas ähnliches mußte ich ihn schließlich fragen! Andererseits hat mir mein Gefühl für das Schickliche verboten, ihm die Wahrheit zu sagen, etwa meinem Anliegen Auskünfte über unsere Aktion vorauszuschicken und den Mann zu bitten, mich auf die Spur des würdigsten Ziels für sie zu setzen; dazu habe ich mich nicht ermächtigt gesehn. Also, ich hab schließlich eine kleine List angewendet. 'Ach!' - habe ich ganz harmlos zu sagen angefangen - 'ach, ich habe mich zu unterrichten vergessen, wie Sie es eigentlich beginnen, in diesem unendlichen Bücherschatz immer das richtige Buch zu finden?!' - weißt du, genau so habe ich das gesagt, wie ich mir dachte, daß Diotima es sagen würde, und für ein paar Kreuzer Bewunderung für ihn habe ich auch in den gelegt, damit er mir auf den Leim geht.

Robert Musil - Der Mann ohne Eigenschaften

09.09.2021, aktualisiert vom März 2006 (src)

Klarheit vs. verkehrtes Wesen

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die so singen, oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freye Leben
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu ächter Klarheit wieder gatten,
Und man in Mährchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

Novalis

03.09.2021, aktualisiert vom September 2012 (src)

Berufslos, doch berufen

Da sitzt er wieder vor der Glotze,
chattet sich eins ab,
am Laptop auf dem Schoss,
und kuckt gelegentlich nach glotzenwärts.

Im Kopf der Schwurbel, plattes Angequatschtes,
leichte Medien in leichten Happen, und der starke Vorsatz,
immer das zu achten, was besonders lachhaft ist,

– einschätzen kann er es, weil dazumal er Bücher las
und mit den Freunden vieles darob sprach. Doch
weiss er,

das ist besser, was er jetzt hat, er erbebt,
nach allem, was er damals so erlebt
und dem er glücklich nun entfloh.

(aus: Gedichte für Übersetzer)

23.08.2021, aktualisiert vom Januar 2012 (src)

Der glücklose Losverkäufer

Ich stehe hier,
als Erbe eines großen Unternehmens,
das Glück und Los als Los für sich erkannt.

Als Sohn, der älteste,
war ich bestimmt, Geschick und Tradition
von unserem Gewerbe notwendig glücklich zu forcieren.

Das Frühlingsfest ist,
und sind viele Teddybären, die aus Plüsch,
und stufenförmig Rotlicht-Wildnis aus Begehrlichkeit da ist,

und davor ich, der schreit, was ist.
Ich habe die Verantwortung für alles.
Ein Teppich aus Papierschnipseln erweist der Menschen Weg.

Es schreite denn ein Paar vorbei
von in sich ganz Versunkenen,
des Glückes unbedürftiger Naturen,
die glücklich in mir nur die Niete scheinen sehen.

Da wünsche ich mir denn
den Fortgang der Geschäfte ohne mich.
Verwerfend alle Tradition des Glücksberufes,
die Freiheit einsatzlos gewinnend,
mich meines Loses frei entledigend,
um irgendwann des Glückes nicht mehr zu bedürfen.

20.08.2021, aktualisiert vom Dezember 2008 (src)

Mme de Sennones. Gemälde von Jean-Auguste-Dominique Ingres, 1814

Wo Dünkel rötlich samten fällt,
entspiegelt sich die Zuversicht
der Untergebenen.

Der Blick nach vorn
ist malerisch naiv,
denn die Reinheit dieser schönen Frau
wird gewahrt
von einem großen Staat, der
nur zu ihrem Schutz besteht,
zum Schutz des Reichtums, der Schönheit und des Luxus.

Ein reichgewirktes Kleid umhüllt
fast züchtig eine üpp’ge Büste,

und die Schönheit bildet sich
aus solchem Stoff
als eine Schönheit, die die Macht erschuf
die wiederum von ihr erschaffen wurde.

Denn das empire ist groß,

  • doch sie bleibt ewig unverstanden

in der Pose eines niegefühlten eigenständigen
Triumphs.

Gedichte für Übersetzer.pdf

16. April 2017

10.08.2021, aktualisiert vom April 2017 (src)

Über die Liebe

"Sie sind eben ein geistvoller Mann", entgegnete sie ihm lachend; "Sie sind nicht so töricht, sich zu verlieben … Großer Gott! Gibt es etwas Langweiligeres als die Liebe?"

Stendhal, Lucien Leuwen

09.08.2021, aktualisiert vom März 2014 (src)

Aktionstage Poetischer Nihilismus im Philosophischer-Nacht-und-Sonntagsdienst.de

Monolog einer Milbe im siebenten Stock eines Edamerkäses

Auf einem silbernen Teller befand sich einst ein Edamer Käs, und nahe dabei ein Talglicht, welches den Käs bestrahlte. Milben hatten sich, durch die innere Gährung seiner organischen Partikeln, im Käse erzeugt. Unter ihnen war eine Philosophin, welche dem Ursprung und der Bestimmung des Käses und der Milben nachdachte. Jemand, der den Käs zu essen im Begriff war, belauschte ihren Monolog mit dem Ohr jener Geniemänner, welche die Sphären singen, die Nerven stimmen, die Flöhe husten hören.

Man fragt mich nicht, wie Das möglich war. Die Frage über das Wie der Dinge ist oft indiskret, und wir könnten eher allgemeine Zweifler werden, als sie in jedem Falle beantworten. Genug, dieser Fürwitzbeutel vernahm die Milbe so reden.

"Wie lieblich duftet dieser Käs! Wie ambrosisch ist dieser Geschmack! Wie nahrhaft diese Speise! Wie bequem meine Wohnung! Eine unermeßliche, durchaus eßbare Welt.

Wie mächtig, wie wohltätig muß der sein, der den Käs machte, ihn für Milben schuf! Unser Sein war sein Wille, unser Wohlsein sein Zweck. Denn vom Nutzen eines Dings schliessen wir auf seine Absicht.

Ich gehe weiter: Dieser Käs ist der beste unter den möglichen. (Der Eigentümer hielt ih für versalzen). Der Beweis ist simpel. Hätte der Urheber einen besseren machen können, so würde er ihn vorgezogen haben. Warum sollte er das Vollkommene dem Mittelmäßigen nachsetzen!

Jener glänzende Körper, der aus ungemessener Ferne meinen Käs bestrahlt (hier lächelte die Milbe gegen das Talglicht) was kann er sein, als unsere Laterne? Wie erquickend, wie wohltätig ist sein Licht! Wie anpassend der Organisation meiner Augen. Ja, das Licht ist um der Milben willen gemacht.

Glückliche Milben! Ihr seid Mittelpunkt - Endzweck aller Kombinationen der Welt. Euch erfreuet das Licht. Euch duftet der Käs, Euch laden seine fetten Partikeln zum Genusse ein.

Aber eben darum, weil Milben der Zweck sind, dem die Natur alle ihre Werke, als Mittel, subordiniert hat; eben darum, erhabene Milben, ist diese ephemerische Existenz nicht das ganze Erbteil, welches die Natur euch beschieden hat.

Sollte sie nicht ewige Zwecke lieben? Sollte der Zirkel der Allnatur ohne seinen Mittelpunkt, worauf alle Strahlen sich beziehen, bestehen können? Nimmermehr! Milben: ihr seid zu den erhabensten Aussichten bestimmt. Eure Existenz; in der Höhle des Käses ist nur der rosenfarbene Morgen eines schönen Tags, dessen Mittag eurer wartet.

Die sublimen Gedanken, welche itzt meinen Geist beschäftigen, sind mehr als die Wirkung meiner Organisation. Es ist wahr, ich kenne meinen Körper, die inere Natur seiner Elemente, die Art ihrer Zusammensetzung beinah gar nicht. Aber dennoch kann ich a priori bestimmen, welche Wirkungen aus dieser Zusammensetzung möglich sind, und welche nicht."

So eben wollte die Rednerin von der Zukunft weissagen, und die Natur der Käse, welche sie künftig bewohnte, und zum Teil essen würde, auf unzählichen, wie sie meinte unumstößlichen Grundbegriffe der Milben metaphysik zu demonstrieren beginnen, als der Zuhörer, vom Mitleid über ihre Mühe gerührt und um ihr eine langwierige Reihe Syllogismen zu ersparen, die Rednerin samt dem Katheder, worauf sie stand, in den Mund steckte und verschlang.

Man sagt, sie habe noch zwischen den Zähnen des Würgers behauptet, ihre Erhaltung, ihr Wohl sei der Endzweck der Natur.

Wilhelm Ludwig Wekhrlin

08.08.2021, aktualisiert vom März 2007 (src)

Vanitas! vanitatum vanitas!

Ich hab' mein Sach auf Nichts gestellt,
Juchhe!
Drum ist's so wohl mir in der Welt;
Juchhe!
Und wer will mein Camerade sein,
Der stoße mit an, der stimme mit ein,
Bei dieser Neige Wein.

Ich stellt' mein Sach auf Geld und Gut,
Juchhe!
Darüber verlor ich Freud' und Muth:
O weh!
Die Münze rollte hier und dort,
Und hascht ich sie an einem Ort,
Am andern war sie fort!

Auf Weiber stellt' ich nun mein Sach,
Juchhe!
Daher mir kam viel Ungemach;
O weh!
Die Falsche sucht' sich ein ander Theil,
Die Treue macht' mir Langeweil',
Die Beste war nicht feil.

Ich stellt' mein Sach auf Reis' und Fahrt,
Juchhe!
Und ließ meine Vaterlandesart;
O weh!
Und mir behagt' es nirgends recht,
Die Kost war fremd, das Bett war schlecht
Niemand verstand mich recht.

Ich stellt' mein Sach auf Ruhm und Ehr,
Juchhe!
Und sieh! gleich hatt' ein Andrer mehr;
O weh!
Wie ich mich hatt' hervorgethan,
Da sahen die Leute scheel mich an,
Hatte Keinem recht gethan.

Ich setzt' mein Sach auf Kampf und Krieg,
Juchhe!
Und uns gelang so mancher Sieg;
Juchhe!
Wir zogen in Feindes Land hinein,
Dem Freunde sollt's nicht viel besser sein,
Und ich verlor ein Bein.

Nun hab' ich mein Sach auf Nichts gestellt,
Juchhe!
Und mein gehört die ganze Welt;
Juchhe!
Zu Ende geht nun Sang und Schmaus.
Nur trinkt mir alle Neigen aus;
Die letzte muß heraus!

Johann W. Goethe

07.08.2021, aktualisiert vom Oktober 2005 (src)

Gargantua und Pantagruel

Zehntes Kapitel - Wie Gargantua andern Pädagogen untergeben ward

Indessen ward sein Vater gewahr, daß er zwar allerdings fleißig studiert' und alle seine Zeit dran wandte, gleichwohl aber in nichts vorrückte und, was das ärgste war, davon ganz töricht, damisch, faselig und blöd im Kopfe ward. Dessen beklagt' er sich eines Tags bei dem Don Philipp, des Marays Vizekönig in Widerpapenheim. Der gab ihm zu verstehen, es würd' ihm weit nützlicher sein, gar nichts zu lernen, als solche Bücher unter solchen Lehrmeistern, weil ihr Wissen eitel Viehzeugs und ihre Weisheit nichts als leeres Stroh war, welches die guten edeln Geister verbastardiert' und alle Blüt der Jugend erstickt'. »Denn zum Beweis, daß ihm so sei«, sprach er, »nehmt einen dieser jungen Knaben her, von der heutigen Welt, der nicht länger als zwei Jahr studiert hat: wo er nicht ein viel besseres Urteil, bessere Wort und Ausdrück als Euer Sohn, einen bessern Anstand und Sittsamkeit vor der Welt hat, so haltet mich Euer Lebtag für einen Lügenbeutel.« Dies gefiel Grandgoschier sehr wohl, und befahl alsbald, daß man's versuchte. Des Abends beim Imbiß führet' der von Marays einen seiner jungen Pagen, Eudämon mit Namen, herein, so wohl geschmückt, gestutzt, frisiert, so sauber ausgestäubt, gebügelt und so sittsamen Wesens, daß er vielmehr einem kleinen Engelein als einem Menschen ähnlich sah, und sprach darauf zum Grandgoschier: »Sehet Ihr dieses junge Kind hier? Es ist noch nicht zwölf Jahr alt. Lasset uns nun, wenn's Euch genehm ist, sehen, was Unterschieds zwischen der Weisheit Eurer verplapperten Phantasten aus der alten Zeit und unsern jungen Leuten von heut sei.« Die Prob gefiel dem Grandgoschier, und hieß dem Pagen sein' Sach vortragen. Darauf trat Eudämon, nachdem er seinen Herren, den Vizekönig, um Erlaubnis dazu gebeten, die Mütz in der Hand, mit klarem Antlitz, rotem Mündlein, unerschrockenen steten Augen, den Blick auf den Gargantua richtend, in jugendlicher Bescheidenheit vor ihn hin und fing ihn an zu loben und zu verherrlichen, erstlich wegen seiner Tugend und guten Sitten, zweitens wegen seiner Gelehrtheit, drittens wegen seines Adels, viertens um seiner leiblichen Schönheit willen; und zum fünften ermahnt' er ihn mit sanften Worten, seinem Vater in allen Stücken ehrerbietig und folgsam zu sein, welcher ihn wohl unterrichten zu lassen so große Sorge trüg. Schließlich bat er, ihn unter seine geringsten Diener mit aufzunehmen; denn größere Gnaden könnt' er ihm dermalen vom Himmel nicht erbitten, als daß ihm nur das Glück zuteil würd, ihm einen gefälligen Dienst zu erweisen. Dies alles ward mit so schicklichen Gebärden, so beredsamer Stimm, so deutlichem Ausdruck, in so zierlicher Sprache und feinem Latein von ihm vorgebracht, daß man ihn eher für einen Gracchus, Cicero oder Aemilius der Vorzeit, als für einen jungen Knaben dieses Jahrhunderts gehalten hätt'. Dagegen bestand des Gargantua ganze Antwort in weiter nichts, als daß er euch wie eine Kuh zu heulen anfing, sein Hütlein vors Gesicht klappt', und man eher einem toten Esel einen Furz hätt' entlocken mögen, als ihm auch nur einziges Wörtlein. Darob erzürnet' sich sein Vater so schwer, daß er den Meister Zäumlein umbringen wollt'; doch der von Marays hielt ihn durch gute Worte noch ab, daß sich sein Zorn etwas legte. Befahl darauf, ihm seinen Lohn bar auszuzahlen, auch ihm noch einen Wegtrunk Weines zu geben. »Dann aber«, sprach er, »kann er zu allen Teufeln gehn. Zumindest wird er heut seinem Wirt nichts kosten, wenn er etwa so sackvoll wie ein Engelländer sterben sollte.« Als Meister Zäumleinaus dem Haus war, beratschlagt' Grandgoschier sich mit dem Vizekönig, was man ihm für einen Präzeptor geben sollt', und ward unter ihnen ausgemacht, zu diesem Amt den Ponokrates, den Pädagogen des Eudämon, anzustellen, und sollten all mitsammen gen Paris ziehen, wo sie sich umtun könnten, wie es derzeit mit dem Studieren der jungen Leut in Frankreich bestellt war.

François Rabelais, übersetzt von Johann Fischart

Salammbô

Salambo stieg auf das flache Dach ihres Palastes, gestützt von einer Sklavin, die in einem eisernen Becken glühende Kohlen trug. Mitten auf der Terrasse stand ein niedriges Ruhebett aus Elfenbein. Luchsfelle und mit Papageienfedern gefüllte Kissen lagen darauf. Diese weissagenden Vögel waren den Göttern geweiht. Über den vier Ecken waren die Pfannen angebracht, gefüllt mit Spezereien, Narde, Zimt und Myrrhen. Die Sklavin entzündete das Räucherwerk.

Salambo blickte zum Polarstern auf, grüßte feierlich die vier Windrichtungen und kniete dann auf dem blauen Sande nieder, der – ein zweiter Himmel – mit goldenen Sternen besät war. Sie drückte die Ellbogen an die Hüften, streckte die Unterarme wagerecht vor, öffnete die Hände, bog das Haupt zurück, so daß ihr das Mondlicht voll ins Angesicht schien, und sprach:

»O Rabbetna … Baalet … Tanit!« Das klang wie Klagelaute, gedehnt, wie ein Ruf in die Ferne. »Anaïtis … Astarte … Derketo … Astoreth … Mylitta … Athara … Elissa … Tiratha …. In deinen Symbolen … in der heiligen Musik … in den Furchen der Äcker … im ewigen Schweigen … und in der ewigen Fruchtbarkeit …. Herrin des düsteren Meeres … und der blauen Gestade … o Königin des Feuchten … sei mir gegrüßt!«

Zwei- oder dreimal beugte sie den Oberkörper vor und zurück, dann warf sie sich mit ausgestreckten Armen mit der Stirn in den Sand. Die Sklavin richtete sie sofort wieder auf, denn gläubigem Brauch gemäß mußte man den Betenden emporheben. Es bedeutete, daß die Götter ihn erhörten. Salambos Amme versäumte diese fromme Pflicht niemals.

Gustave Flaubert, Salambo

02.08.2021, aktualisiert vom Februar 2006 (src)

Entscheidungen treffen

Du wirst es bereuen

Heirate, du wirst es bereuen; heirate nicht, du wirst es auch bereuen; heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen; entweder du heiratest oder du heiratest nicht, du bereust beides. Lache über die Torheiten der Welt, du wirst es bereuen; weine über sie, du wirst es auch bereuen; lache über die Torheiten der Welt oder weine über sie, du wirst es beides bereuen; entweder du lachst oder du weinst über die Torheiten de Welt, du bereust beides. Trau einem Mädchen, du wirst es bereuen, traue ihr nicht, du wirst es auch bereuen; trau einem Mädchen oder traue ihr nicht, du wirst beides bereuen; entweder du traust einem Mädchen oder du traust ihr nicht, du wirst beides bereuen. Erhänge dich, du wirst es bereuen, erhänge dich nicht, du wirst es auch bereuen, erhänge dich oder erhänge dich nicht, du wirst beides bereuen; entweder du erhängst dich oder du erhängst dich nicht, du wirst beides bereuen.

Sören Kierkegaard

30.07.2021, aktualisiert vom Juli 2005 (src)

Die Güte

einer Kultur besteht in der Möglichkeit, nein der Gewohnheit zur Selbstkritik. Wer sich immerzu feiern muß, ist zu meiden, wer sich immerzu kritisiert, ist das kleinere Übel. Das kann man den jeweiligen prägenden Tagesmedien problemlos abmerken.

28.07.2021, aktualisiert vom Januar 2008 (src)

Der ideale Staatsbeamte

ist ein Roboter, der auf das Grundgesetzt programmiert ist.

  • Damit fielen all die Menschen in der Polizei und den Ämtern weg, die da nur wegen ihrer politischen Einstellung dort sind.
  • Dmit fallen alle Menschen mit eigenem Wertesystem weg, das nichts mit der Verfassung zu tun hat.
  • Damit fielen alle teuren Pensionsansprüche weg, und der Staat hätte genug Geld für eine erhörgerühte Sozialhilfe.

Und jeder Staatsbürger könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen dafür nutzen, ein Mensch zu sein.

28.07.2021, aktualisiert vom August 2016 (src)

Die wunderbare Welt der Amélie

Lieben kann man nur jemand, der die Welt als ein Problem sieht, dem man nicht mit Schönheits-OPs beikommen kann. Heute abend muß man sich im TV für eins von beidem entscheiden.

28.07.2021, aktualisiert vom Dezember 2004 (src)

Ein Claude-Sautet-Film

Diese Claude-Sautet-Filme, die alle paar Jahre gezeigt werden,

  • sind sehr wundervoll und zeitlos immer wieder.
    • Das ist immer, wenn er selbst Geburtstag hat oder seine Hauptdarsteller Romy Schneider oder Michel Piccoli,
      • daß sie wieder gezeigt werden,
        • diesmal wegen Romy Schneider, die Geburtstag hätte.
    • Es sind die kühnen Aufbruchszeiten der unglücklichen 70er-Jahre.
28.07.2021, aktualisiert vom September 2018 (src)

Friedrich Merz zum Beispiel

Der Mensch hat immer Weltuntergangsängste

  • denn er weiß um sein eigenes Ende,
    • also er weiß es per se,
      • und es wird leichter für ihn, wenn er nicht alleine sterben muß.
  • und die Zerstörungswut vieler Gesellschaften
    • besteht eben genau darin.

Eschatologische Erwägung:

Der Mensch hat immer Weltuntergangsängste

  • denn er weiß um sein eigenes Ende,
    • also er weiß es per se,
      • und es wird leichter für ihn, wenn er nicht alleine sterben muß.
  • und die Zerstörungswut vieler Gesellschaften
    • besteht eben genau darin.
28.07.2021, aktualisiert vom November 2018 (src)

Und es bleibt dabei,

die Instinkte bedeuten alles, die Vernunft zählt nichts.

28.07.2021, aktualisiert vom Januar 2006 (src)

Die Wahrheit ist

  • (und es gibt sehr viele Wahrheiten),
    • daß die Menschen diese Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen sozialem Abstieg der Gebildeten und Festigung des Reichenstatus der Erbenden,
      • daß sie es geschehen lassen.
  • Und weil das so ist, mag man denken: diese Entwicklung hört nicht auf.
    • Am Ende sind wir nicht nur schuld am Elend der dritten Welt, wir erhalten auch unser eigenes Elend dadurch,
      • denn unsere falsche von der (CDU)-Politik vorangetriebenen Denkweise einer überall notwendigen Zweiklassengesellschaft, auch innerhalb unserer Gesellschaft, ist immer noch das wilhelminische Untertanen-Denken.
        • Heinrich Manns Unterta-Roman macht aus diesem notwendigen Erkenntnisgewinn ein Aneignungsvergnügen.
28.07.2021, aktualisiert vom August 2010 (src)

Geteiltes Leid

"Professioneller Umgang"

ist immer ein perverser, weil rein sachlich finanzieller Umgang,

  • der immer abseits des menschlichen Mitgefühls agiert.

Die Perversion beginnt immer da, wo ein zeitliches und statisches Verhalten eines Dienstleisters (Staat, Industrie, Wirtschaft, Mittelstands-Clans) gilt, und das Denken sich nur auf ein mächtiges egoistisches Machtziel richtet, während das Leben insgesamt beachtet werden müßte mit mehreren Nuancen.

In der Antike und im Mittelalter gab es zu allen Zeiten die Handwerker- oder Kaufmannsfamilien, aber immer auch die Kriege und dahinter immer den Tross.

  • und die waren im Gesamtverhalten genauso schlimm wie der heutige Tross.
28.07.2021, aktualisiert vom Dezember 2019 (src)

Willkommen

im neuen Leben.

28.07.2021, aktualisiert vom Januar 2009 (src)

Das Ding ausführen

Eine stark gefühlte Traurigkeit ohne jeden Anlass: das erinnert einen natürlich gleich an Georg Büchners Lenz

Im Gespräch stockte er oft, eine unbeschreibliche Angst befiel ihn, er hatte das Ende seines Satzes verloren; dann meinte er, er müsse das zuletzt gesprochene Wort behalten und immer sprechen, nur mit großer Anstrengung unterdrückte er diese Gelüste. Es bekümmerte die guten Leute tief, wenn er manchmal in ruhigen Augenblicken bei ihnen saß und unbefangen sprach und er dann stockte und eine unaussprechliche Angst sich in seinen Zügen malte, er die Personen, die ihm zunächst saßen krampfhaft am Arm faßte und erst nach und nach wieder zu sich kam. War er allein, oder las er, war's noch ärger, all' seine geistige Tätigkeit blieb manchmal in einem Gedanken hängen; dachte er an eine fremde Person, oder stellte er sie sich lebhaft vor, so war es ihm, als würde er sie selbst, er verwirrte sich ganz und dabei hatte er einen unendlichen Trieb, mit Allem um ihn im Geist willkürlich umzugehen; die Natur, Menschen, nur Oberlin ausgenommen, Alles traumartig, kalt; er amüsierte sich, die Häuser auf die Dächer zu stellen, die Menschen an- und auszukleiden, die wahnwitzigsten Possen auszusinnen. Manchmal fühlte er einen unwiderstehlichen Drang, das Ding auszuführen, und dann schnitt er entsetzliche Fratzen.

28.07.2021, aktualisiert vom Juli 2017 (src)

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Created: 2021-09-25 Sa 22:22

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