· Philosophischer Nacht- und Sonntagsdienst ·

Poetischer Nihilismus

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Die Religion

Die Religion hatte in dieser Seele, die sie ganz durchtränkte und die eine aus der Zeit Heinrichs III. stammende Vererbung vielleicht dafür empfänglich gemacht hatte, ein übermenschliches Ideal entstehen lassen und damit auch das unbillige Ideal der Wollust in ihr aufgerührt. Ausschweifende und mystische Zwangsvorstellungen vereint quälten sein Gehirn, geschwächt von dem hartnäckigen Verlangen, der Gewöhnlichkeit der Welt zu entgehen, fern von ehrwürdigen Gebräuchen in neuen Ekstasen zu vergehen, in himmlischen oder höllischen Krisen, welche durch den Verlust des Lichts in gleichem Maße zerrütten.

Er erwachte aus diesen Träumen, vernichtet, gebrochen, fast sterbend; sofort zündete er alle Lampen und Kerzen an, überschwemmte sich mit Helligkeit, im Glauben, dadurch weniger als im Dunkeln das dumpfe, hartnäckige, unerträgliche Klopfen der Pulsadern zu hören, die mit doppelter Schnelle unter der Haut des Halses schlugen.

Joris K. Huysmans, Gegen den Strich

Alles normal

Literaturtip für Eingeschlossene:

  • Die Pest von Albert Camus.
  • Das gilt für beide große Epidemien,
    • die vom Nazivirus.
      • und die von Coronavirus nebenbei auch.

Es ist alles eitel

Du sihst, wohin du sihst, nur Eitelkeit auff Erden.
Was diser heute baut, reist jener morgen ein.
Wo itzund Staedte stehn, wird eine Wisen seyn,
Auff der ein Schaefers-Kind wird spilen mit den Herden.

Was itzund praechtig blueht, sol bald zertretten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein,
Nichts ist, das ewig sey, kein Ertz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glueck uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Thaten Ruhm, muß wie ein Traum vergehn.
Soll den das Spil der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles diß, was wir vor koestlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wisen-Blum, die man nicht wider find't.
Noch wil was Ewig ist kein einig Mensch betrachten!

Andreas Gryphius

Die Menschen haben einen Schnupfen

Weltende

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei,
Und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Jakob van Hoddis

Frei wie ein V…

Viel Schauerliches

  • Ach ja, und viel Schauern.

Der Literaturtipp für uns alle Eingeschlossene:

  • Die Pest von Albert Camus.
    • Das Buch gilt für beide große Epidemien,
      • die vom Nazivirus.
        • und die von Coronavirus nebenbei auch.

Pour le merite…

Systeme, die sich ändern,

  • sind spannend, interessant,
    • und manchmal auch positiv,
      • und wir erleben es nun mit.
        • (Wie immerzu)

Zukunft ohne Utopie.

Es gibt keine Idee,

  • die das ganze Erleben aller Menschen zusammenfasst,
    • denn das ist immerzu völlig und jeweilig speziell.
      • und mit allerhand unterschiedlichen Gedanken gespickt.
  • für das Alter,
    • lieber keine Versicherungsagenten bezahlen,
    • lieber keine Finanzkonzerne bezahlen,
    • lieber keine Privatkonzerne bezahlen,
    • lieber keine Parteien wählen, die die Privatkonzerne bereichern wollen. (CDU/SPD)

Der verkrachte Landschaftsarchitekt

Ich setze mich tief unter's Wasser
an eine Stelle weit stromabwärts,

geb' mich meiner Halbheit hin
im Träumen und im Planen
und im konkreten Rahmen des
von mir, dem Wasserarchitekten, klug
erdachten fließgenauen Landstriches da unten, den
ich mir auf sand'ger Fläche selbst erschuf.

Schon manchmal badete ich mich
in der Erinnerung an trockenangelegte Gärten,
sonnenzugewandt im heißen Mistral.
Das Atmen in der Luft.
Man ruhte dort auf Bänken und im sanften Schatten.

Doch setz' ich mich viel lieber unter's Wasser
an eine Stelle weit stromabwärts
und bleibe meistens wochenlang,

ohne aufzufallen.

(Aus: Gedichte für Übersetzer.pdf)

Carne

Also zu Fasching werden

  • die Frauen wieder jeweils einzeln zum Weiblein, aber unterm
    • falschen Historien-Humor ist das das letzte Refugium der
      • FDP-Frauen.

Was wüst ist, ist schön

  • Jede Industrielache wird einst ein Stausee sein,
    • und jeder Wald, wir einst eine Industrielache werden,
      • denn so wächst die Welt,
        • denn so gedeiht die Welt,
          • denn so stirbt die Welt.
  • Jeder Weltuntergang wird ein weiterer sein,
    • und danach gibt es wieder die Genesis einer bereits in den Startlöchern, die wohl echte Löcher sind, steckenden species sind.

Ungenutzt bleiben

Dialektik des Anstands.

  • Die Massentierhaltung ist fest im CDU-Denken, schade um die
    • Qualen der Tiere, aber Tiere sind halt auch nur Dinge im
    • Staatsverständnis aller anderen Parteien aber vor allem der
    • CDU. aber es gibt keine Befreiung jemals für die immerzu
    • lebendigen Industrie-tiere.

Der Anstand, das ist das Verhalten gegenüber aller anderen Lebensformen,

  • indem man sie ungenutzt leben läßt.

Emile Zola

schrieb die Romane, die die moderne Welt verständlich machen. In "Die Beute" erzählt er von der Immobilienspekulation im Paris des großen Umbaus in den 1880er Jahren. In "Germinal" beschreibt er die Bergarbeiteraufstände in Nordfrankreich Ende des 19. Jhs.

  • Und diese Themen gelten in erstaunlicher Weise heute noch.
    • Es reicht völlig für die Kenntnis unserer modernen Welt, diese Romane zu kennen,
      • und auch das Wort "Modernität" ist sehr relativ.
        • Zola ist kein sehr zeitgemäßer Autor, er ist der zeitgemäßeste.

Das Paar

Kürzlich langweilte ich mich im Alten Schauspielhaus bei dem Theaterstück Der Tod des Handlungsreisenden von Arthur Miller fast zu Tode, während seiner dahinfließenden Unaufdringlichkeit hatte ich genügend Zeit, über den Autor nachzudenken. Besonders gut schnitt der Mann dabei natürlich nicht ab.

Dies mag schon während mancher Aufführung von manchem, der im Dunkeln saß und gelangweilt auf die hellerleuchteten Bühnendialoge blickte, gedacht worden sein: Millers künstlerische und solide Unbedarftheit, die einem Amerikaner gut ansteht und einem Europäer schnell ins Auge springt, hätte ihn weniger in den Rang des repräsentativen Intellektuellen der sechziger Jahre erheben können, als es seine Aufsehen erregende Heirat mit der immer noch repräsentativen Schönheit der Marilyn Monroe vermochte. Diese Heirat aber des Stückeschreibers Arthur mit der Filmschauspielerin Marilyn gilt als Paradigma von Schönheit, die sich mit der Intelligenz verbindet, bis in unsere Tage; es gibt kein neueres; der vollendete Zusammenschluß von Körper und Geist, der die überkommene Vorbildhaftigkeit antiker Statuen ablöst und den Werkstoff Marmor endlich gegen die wirksameren Materialien Hochglanzpapier und Zelluloid eintauscht, ist das immer noch moderne Ideal. Gäbe es einen Mythos von Eros und Psyche in der postmythischen Zeit, das wäre er.

Aufgrund dieser inzwischen historischen Mixtur von Miller und Monroe hält sich der geistige Teil, - das ist unter anderem Der Tod des Handlungsreisenden-, bis heute auf den Spielplänen und kann weiter nebenbei einer öden und schal gewordenen Humanität frönen.

Aber es ist seltsam, wie Qualität gewonnen wird durch das Zusammenbringen von Blondheit und Denkertum, so unvollkommen beides für sich genommen auch sein mag. Denn natürlich ist Marilyn Monroe nicht die schönste Frau der sechziger Jahre und schon gar nicht die begabteste Schauspielerin. Und Arthur Miller ist, entgegen den Behauptungen der Kritik, keineswegs ein literarisches Genie. Aber beide zusammen, auf einem Photo, in einem offenen Auto, in ihrer Eigenschaft als Sexsymbol und Erfolgsschriftsteller, bewirken eine ungeheure Suggestion vom höchsterreichbaren Glück. Noch in unserer Zeit fühlen sich viele Schönheitsköniginnen dem spröden Charme von Stubenhockern verpflichtet, nur weil sie an diese Harmonie der Sphären glauben, die ausgerechnet in den sechziger Jahren von ausgerechnet Amerikanern vorbestimmt wurde.

Ich hielt mich dank solcher Überlegungen ganz gut bis zum Schluß des Stückes, welches selbstverständlich von einem amerikanischen Vater-Sohn-Konflikt handelte. Na gut. Nach einem höflichen, doch knappen Schlußapplaus, strich sich Marcia, die ich übrigens für diesen Abend gewinnen konnte, und die sich im Gestühl neben mir träge geräkelt hatte, ihre blonden Haare nach hinten und fragte mich, ob wir nicht noch etwas trinken gehen sollten, nach all dem Durchgestandenen, etwa in die "Bar le théatre" nahe der Königsstrasse und unseres Autos. Wir schlenderten dorthin, durch die belebte Fußgängerzone, und ich fühlte mich verpflichtet, uns den Weg durch einige wohlgesetzte Kommentare zu der erlebten Theateraufführung zu verkürzen, was aber mich selbst mehr amüsierte als Marcia. Immer hatte ich das Problem, nicht so mondän scheinen zu können wie sie es war.

Später tranken wir Rotwein, den uns der Ober in dem halbleeren Café rasch herbeibrachte, und Marcia erzählte mir von ihrer neuen Lieblingsmusik, einem "total abgefahrenen Techno-Album" von der Gruppe X. Das sei "brutal tanzbar" und es habe einen durchlaufenden "Mörderbass", der einem direkt in die Eingeweide fahre. Mit einer vernünftigen Lightshow könne man sich auf diese Musik ziemlich edel in eine dezente Ekstase tanzen, und das sei unter uns gesagt ein anderes Vergnügen als so ein Abend im Schauspielhaus. Ich war schon einmal vor längerem mit Marcia in einer Discothek gewesen und mußte zugeben, daß sie beim ekstatischen Tanzen freilich keine schlechte Figur machte. Es gibt also ein ganz objektives Amüsiergefälle zwischen Theater und Musikbetrieb, dachte ich bei mir. Und natürlich kannte ich diese neue Techno-Gruppe ebenfalls und bestätigte, daß deren Musik sehr hörbar sei. Ich würde aber vermutlich alles bestätigen, was Marcia sagt, wenn sie nur indessen mit dieser bestimmten Geste ihre blonden Haare aus der Stirn striche.

Dies tat sie des öfteren, als ich, ein wenig animiert vom Rotwein, gesprächsweise die folgende Theorie entwickelte: Die Anziehungskraft des Ehepaares Monroe/Miller sei restlos veraltet, sowohl was die ästhetische als auch die künstlerische Seite betreffe. Man müsse sich endlich neue Paradigmen suchen, die einfach mehr reinhauten, aber trotzdem ähnliche Chancen auf Popularität besäßen. Gewiß würde solche Kritik nicht an der Blondheit Marilyn Monroes ansetzen, was immer etwas äußerst hinreißendes sei, eher schon an dem Beruf der Schauspielerin. Der Ruhm, der in dieser Branche zu erwerben sei, habe kaum noch das geheimnisvolle Flair wie in den früheren Zeiten, sondern sei denkerisch weitgehend erschlossen und liege nun, aufgrund der bekannten und deftigen Kritik an der Kulturindustrie, eher glanzlos da. Die Monroe sei das Symbol des seichten Unterhaltungsfilmes, und eben der Unterhaltungsfilm sei das z. B. von Adorno geprügelte Beispiel einer dekadenten und verlogenen Unterhaltungsmaschinerie. "Erfolgreiche Filmschauspieler sind auch nicht mehr das, was sie mal waren!" sagte ich und Marcia schaute mich zweifelnd, aber durchdringend an. Sie sagte: "Na, und was ist mit Depardieu und Philippe Noiret? Oder was ist mit den großen amerikanischen Stars, von denen doch einer berühmter ist als der andere. Zum Beispiel Arnold Schwarzenegger…"

Ich schwieg eine Minute und sprach dann weiter: "…oder Michelle Pfeiffer. Du hast natürlich schon recht. Aber ich bleibe dabei, daß der soziale Rang der Schauspielerei nicht mehr diesen Glanz verbreitet wie in den sechziger Jahren. Größeres Prestige und mehr öffentliche Zuwendung genießen in unseren neunziger Jahren die großen Stars der Musikszene. Was ist Noiret gegen Madonna? Was unter uns gesagt nichts daran ändert, daß Popularität als solche immer mehr in den Ruch der Dämlichkeit gerät, egal in welchem Bereich sie stattfindet. In unserer öffentlichen Welt ist der öffentliche Mensch etwas durch und durch verwerfliches geworden. Aber dennoch: wenn schon unbedingt populär sein, dann doch bitte als Musiker. Da ist wenigstens noch ein bißchen Magie, durchmischt mir Scharlatanerie und ziemlich viel Erotik, nicht wahr? Und verbringt nicht ein normaler Mensch mehr Zeit damit, Musik zu hören und darüber zu sprechen, als über Filme. Denn freilich befindet man sich häufiger in der Nähe eines Radios als im Kino. Daß kaum einer mehr in der Lage ist, geistreich über solche kulturellen Dinge zu sprechen, mit denen man doch Großteile seines Tages zubringt, beweist schon die annähernde Ausschließlichkeit, mit der die Musikkultur rezipiert wird. Es gibt inhaltliche Kinokritiken, aber kaum inhaltliche Musikkritiken. In diesem Bereich herrscht Sprachlosikgeit, was aber eben für diesen Bereich spricht. Es gibt ja kaum noch Vergleichsmöglichkeiten zwischen der populären Musik und was für anderen Dingen eigentlich? Es gibt keine Vergleiche! Die Musikindustrie in ihrer Unangreifbarkeit ist viel absoluter geworden als die Filmindustrie je war. Das mag daran liegen, daß Musik eben weit schwieriger verbal zu erfassen ist, als eine Filmhandlung. Die Zeitschriften mögen leichter Kritiker für´s Filmfeuilleton finden als fürs Musikgeschehen, also ist ihnen und damit der Kultur der Film immer noch näher. Es gibt den anarchischen und äußerst anziehenden Zustand der Wortlosigkeit in der Musikkultur. Die Jugendlichen, die durch jedes geschriebene Wort schon wieder an ihre Geißel Schule oder Ausbildung erinnert werden, lassen sich solch eine Verbalisierung und Vergeistigung, wie sie im Filmgewerbe üblich geworden ist, nicht bieten. Sie vergnügen sich lieber wortlos in der Musik und genügen sich in der gegenseitigen Versicherung, daß diese oder jene Musik echt super sei. Welche Freiräume des Gefühls in dieser simplen Versicherung! Und was braucht es auch mehr zum Ausdruck des Nicht-Allein-Seins-in-der-Welt?

Somit sei also als moderne Göttin solch eines Lebensgefühls eine schöne, natürlich hellhaarige Musikerin genommen, mit verspielten Locken und einem schönen Lächeln, Marcia."

Der Ober kam und wir bestellten noch Wein. Marcia dehnte sich in ihrem Kleid und erzählte mir von den Schwierigkeiten, eine angemessene Kleidung zu einem angemessenen Preis zu finden, und daß Strickröcke noch immer eine gute Alternative seien, wenn man ins Theater ginge. Ja, eben bei solchen Theaterabenden wie heute habe sie einige Energie aufwenden müssen, eine gemäße Hülle zu finden. Sie lächelte durch mich hindurch an, als sie die übergeschlagenen Beine träge durchtauschte. Ich hatte große Mühe, den Faden wieder zu finden, und über dieser Mühe vergaß ich den Strickrock.

"Wenn wir nun also die künstliche Schönheit und zweifelhafte Sängerin Madonna mit Deiner Erlaubnis als das populäre Paradigma ansetzen wollen, deren Perfektion in allen Aussehensdingen uns beide entsetzt und deren Reichtum uns lächeln macht; die jetzt allgegenwärtig ist und in wenigen Jahren schon wieder ganz und gar vergessen sein wird, dann wollen wir uns instinktiv nicht nur an weniger Künstliches und weniger Befremdendes halten, sondern dann wollen wir auch was Passendes aus dem Denkerreich entnehmen, um unsere imaginäre Hochzeit perfekt zu machen, dozierte ich. Damit meine ich, logo, keine der schillernden Schriftstellerpersönlichkeiten wie Peter Handke oder Botho Strauss, sondern einen richtigen Intellektuellen, ein echts Gscheitle. Dummerweise fällt mir da im Augenblick überhaupt kein Zeitgenosse ein, sondern bloß der Claude Levi-Strauss, der allein vom Namen her bis heute ungeschlagen ist und auch sonst eine ganz zutreffende Wahl für unsere Belange sein mag. Dieser Mann ist Dir doch ein Begriff? Natürlich, wieso frage ich überhaupt? Du studierst ja Romanistik!

Im Vergleich mit Arthur Miller ist Levi-Strauss ein ganz ausgebuffter Denker aber so was von einem anderen Kaliber. Während Arthur immer noch an Vater-Sohn-Beziehungen rumknobelt, schiebt Claude schon längst mit der Gesamtheit aller dieser Konflikte die erstaunlichsten Erkenntnisse. Als Strukturalist der ersten Garde liefert er neue Wortfelder, die eine so intelligente Abstraktion ermöglichen, wie es das letzte Mal nur mit dem Aufkommen der Dialektik geschehen konnte. Tscha, und hier hätten wir ja auch gleich eine Möglichkeit der Annäherung zwischen ihm und Frau Madonna. Denn eine strukturalistische Betrachtung der Popmusik könnte uns ja solche Begriffe an die Hand geben, die wir so nötig brauchen, wenn wir dem Jugendslang entfliehen wollen: Begriffe aber, die wir noch nicht besitzen. Hier wäre eine intelligente Abstraktion, wie sie Claude Levi-Strauss in seiner "Mythologica" oder in "Das wilde Denken" vorführt, in ihrem Element. Denn abstrahierte Musik bedeutet ja zugleich eine Konkretion des Sprachlichen. Madonnas Musik könnte eine Aufwertung durch Claudes Denken erreichen und andererseits könnten all die ungenutzten neuen Wortschätze, die in Madonnas Musik liegen, endlich geborgen werden und in den ihnen zustehenden Hafen der Musik würdig einfahren."

Die blonde Romanistikstudentin tauschte ihre übereinander geschlagenen Beine durch und ich nahm daraufhin einen unkonzentrierten Schluck Rotwein.

Schließlich sprach mein Gegenüber: "Da hast du dich jetzt aber ganz schön in was verrannt. Aber nichtsdestoweniger habe ich dir interessiert zugehört und deine Partnervermittlungsgedanken wohlwollend geprüft. Nun sind dir aber ziemlich viele Fakten échappiert, zum Beispiel der, daß es ja nicht nur die von uns geliebte Techno-Musik gibt, zu der die Pop-Sängerin Madonna freilich nicht gehört, sondern auch noch die herkömmlichen Formen der Orchestermusik. Als ich das letzte Mal bei Freunden in Paris war, hat man mich auf ein Violinkonzert mit Anne-Sophie Mutter eingeladen, die dort gastierte. Und meine Begleiter hatten durchaus die passenden Worte für diese Art der Musik parat. Es gibt also längst einen rationalen Jargon der Empfindsamkeit für große Teile der Musik. Aber moderne Popmusik, die nur wenige Wochen in Mode bleibt und dann durch einen neuen moderneren Stil abgelöst wird, ist zu wechselhaft, als daß sich jedesmal ein ordentliches Wortfeld dafür herausbilden könnte. Also wenn du mich fragst, dann würde ich eher die Anne-Sophie Mutter dem Claude Levi-Strauss beigesellen, denn das wäre eine Musik, die dem strukturalistischen Denken eine adäquatere Aufgabe bereitet. Außerdem wäre unser modernes Traumpaar ein wenig zeitloser, sprich haltbarer geraten. Wenn Du schon auf die Existenz von Mythen anspielst, deren Untersuchung sich Herr Levi-Strauss zur Aufgabe gemacht hat, dann mußt Du auch diejenige Musik nehmen, deren Tradition soweit zurück reicht, daß ein Sprechen vom Mythos überhaupt gerechtfertigt ist. Und Techno-Musik als neueste Abart des Musikalischen wird kaum einen Bezug auf Mythisches erlauben."

"Gewiß hast Du recht, was die Wahl der Frau Mutter angeht", sagte ich, "aber glaubst Du nicht doch, daß sie mit ihrem realen Ehemann, einem arrivierten Prominentenanwalt, dann doch besser beraten ist, auch imagemäßig, innerhalb ihrer Weltanschauung zu verbleiben und nicht Neues aus ihrer Existenz zu schaffen? Denn die Verbindung von klassischer Musik und Intellektualismus ist denn doch inzwischen ein wenig sehr konventionell. Und außerdem möchte ich bezweifeln, daß die Phraseologie der klassischen Musikberichterstattung sehr hilfreich bei der Aufgabe ist, die Musik selbst verständlicher zu machen. Womit ich natürlich nichts gegen deine Bekannten gesagt haben will. Aber bis auf die Schriften von Adorno oder Max Weber gibt es nicht allzu viel an Gegrübel, das diese Aufgabe seriös löst. Ich halte die Umwandlung von musikalischen Gehalten in sprachliche auch in der klassischen Musik für ein äußerst schwieriges Unternehmen. Da gefällt es mir schon besser, wenn die Wirklichkeit die hohe Virtuosenkunst der Töne in die Nähe des virtuosen Gelderwerbs rückt, wie bei Anne-Sophie Mutter und ihrem angetrauten Prominentenanwalt.

Und eine Verbindung von Geld und moderner Musik würde uns wohl auch schon wieder langweilen, auch wenn sie noch so angebracht wäre. Nun denn, ich bleibe also bei meiner Synthese von blondem Gift und ausgebufftem Denken. Und in das ausgebuffte Denken hinein nehme ich die Vermutung, daß, um nochmal auf die Mythen zurückzukommen, die fortgeschrittene elektronische Musik mehr Bezug hat zur archaischen Zeit als die durchrationalisierte Orchestermusik. Die primitiven Rhythmen und Klänge unserer Ahnen sind uns in den Instinkt eingegangen und jederzeit abrufbar, während doch der Genuß eines Bachschen und Anne-Sophischen Violinkonzertes ziemlich sehr von unserer humanistischen Bildung abhängt, nicht? Madonna kann eben doch bloß von Einem richtig erkannt werden, der nicht nur ihren Augenblickserfolg liebt, sondern auch ihre freche und dreiste Art würdigt, mit christlich-moralischen und zugleich archaisch-primitiven Mythen zu spielen."

Marcia schaute mich zweifelnd an, warf einen Blick auf die Uhr.

Ich fragte sie, ob ich sie heimbringen solle, denn es sei ja nicht mehr ganz früh. Oder ob sie noch Lust habe auf ausgedehntere Unterhaltung. Der Ober kam an unserem Tisch vorbei und sie bestellte bei ihm einen Kaffee. Ich rief ihn zurück und bestellte mir auch einen.

"Okay, Claude" sagte meine Begleiterin nach kurzem Zögern und indem sie ihre Haare nach hinten strich, "laß uns anschließend noch ein wenig tanzen gehen."

Verletzlichkeit

  • Ich frag mal beim technischen Dienst nach
    • Er antwortet nicht.
      • Dann müssen wir die Zivilisation temporal beenden.

Inter esse

Die Problematik der sprachbegabten Säugetiere

Diese Sucht zum Berühren, Freundlichsein, Beisammensein, Knuddeln, Bewerten, Daumenhochklicken,

  • ja, das ist das positive Säugetierleben von uns allen.
    • Wir mögen uns gegenseitig lieben, verstehen, und danach kontrollieren.
  • Liebe und Kontrolle, Abhängigkeiten erzeugen und sich davon befreien,
    • Die Unterjochung durch Muskelkraft in einer Partnerschaft, das gilt immerzu,
      • aber das setzt sich fort in kompensatorischen Ersatzhandlungen
        • in den Gesellschaften, die die offene Gewalt nicht mehr goutieren.

Dieser inhärente Verzicht auf

  • Wahrheit, Ehrlichkeit und Zugeben,
    • wobei das ja nur der intrinsische Betrug alles Organischen ist.
      • also das Übliche ist, während
  • Wahrheit, Ehrlichkeit und Zugeben,
    • eine nominalistische rein irreale Spracherfindung ist,
      • aber halt vorhanden als Idee.
        • Eine Frage des inter esse.

Inter esse

Interesse - Die Problematik der sprachbegabten Säugetiere

Diese Sucht zum Berühren, Freundlichsein, Beisammensein, Knuddeln, Bewerten, Daumenhochklicken,

  • ja, das ist das positive Säugetierleben von uns allen.
    • Wir mögen uns gegenseitig lieben, verstehen, und danach kontrollieren.
  • Liebe und Kontrolle, Abhängigkeiten erzeugen und sich davon befreien,
    • Die Unterjochung durch Muskelkraft in einer Partnerschaft, das gilt immerzu,
      • aber das setzt sich fort in kompensatorischen Ersatzhandlungen
        • in den Gesellschaften, die die offene Gewalt nicht mehr goutieren.

Dieser inhärente Verzicht auf

  • Wahrheit, Ehrlichkeit und Zugeben,
    • wobei das ja nur der intrinsische Betrug alles Organischen ist.
      • also das Übliche ist, während
  • Wahrheit, Ehrlichkeit und Zugeben,
    • eine nominalistische rein irreale Spracherfindung ist,
      • aber halt vorhanden als Idee.
        • Eine Frage des inter esse.

500. Montagsdemo gegen S21

Sagen, was ist

Die Sprache derer, die vernünftig gegen die Unvernunft des Staates sprechen,

  • ist noch nicht korrumpiert.
    • Zumindest auf der heutigen 500. Montagsdemo gegen den staatlich-technologischen Großschaden S21.

Was für ein spanneder Abend heute, - dabei zu sein, wo die Sprache der Vernunft noch etwas gilt,

  • in der Demonstration vorm Bahnhof.

Die Stuttgarter Bewegung gegen S21 ist ein wunderbarer Grund, hier zu wohnen.

  • Die Grünen Bürgermeister und Ministerpräsident sind es indessen nicht.
    • Wie schade, daß sie hier auch wieder ideell gescheitert sind, wenn sie doch an der Macht sind,
      • und es eben faktisch doch nicht sind.

Wortspielhölle, aber nicht allzu häufig hier.

Die Mythen-Regulierung

ist dringend notwendig,

  • damit die Leute wohnen bleiben können.

Mit den eigenen Händen Kulturkritik schaffen

Alle Kultur

  • wiederholt sich ständig,
    • und sie greift fast immer die altbekannten und vorherigen Wirkungen wieder auf,
      • und nach und nach gesellen sich dem großen Kanon neue Effekte zu,
        • und weil die Kulturindustrie so groß ist, wird jeder neue Effekt
          • oder in den technischen Lösungen
            • kaum neue Lebensregeln zu,

sondern eben immer nur die altbekannten.

Salambo

Salambo stieg auf das flache Dach ihres Palastes, gestützt von einer Sklavin, die in einem eisernen Becken glühende Kohlen trug. Mitten auf der Terrasse stand ein niedriges Ruhebett aus Elfenbein. Luchsfelle und mit Papageienfedern gefüllte Kissen lagen darauf. Diese weissagenden Vögel waren den Göttern geweiht. Über den vier Ecken waren die Pfannen angebracht, gefüllt mit Spezereien, Narde, Zimt und Myrrhen. Die Sklavin entzündete das Räucherwerk.

Salambo blickte zum Polarstern auf, grüßte feierlich die vier Windrichtungen und kniete dann auf dem blauen Sande nieder, der – ein zweiter Himmel – mit goldenen Sternen besät war. Sie drückte die Ellbogen an die Hüften, streckte die Unterarme wagerecht vor, öffnete die Hände, bog das Haupt zurück, so daß ihr das Mondlicht voll ins Angesicht schien, und sprach:

»O Rabbetna … Baalet … Tanit!« Das klang wie Klagelaute, gedehnt, wie ein Ruf in die Ferne. »Anaïtis … Astarte … Derketo … Astoreth … Mylitta … Athara … Elissa … Tiratha…. In deinen Symbolen … in der heiligen Musik … in den Furchen der Äcker … im ewigen Schweigen … und in der ewigen Fruchtbarkeit…. Herrin des düsteren Meeres … und der blauen Gestade … o Königin des Feuchten … sei mir gegrüßt!«

Zwei- oder dreimal beugte sie den Oberkörper vor und zurück, dann warf sie sich mit ausgestreckten Armen mit der Stirn in den Sand. Die Sklavin richtete sie sofort wieder auf, denn gläubigem Brauch gemäß mußte man den Betenden emporheben. Es bedeutete, daß die Götter ihn erhörten. Salambos Amme versäumte diese fromme Pflicht niemals.

Gustave Flaubert, Salambo

Es ist ein Gespinst.

Sich einen Traum erfüllen

  • Etwas Schönes träumen

Der Menschenstaub

Die vielen Kondensstreifen am Himmel

bezeugen uns auf der Erde gebliebenen,

  • daß wir auch da hoch müssen.

Wir alle müssen da hoch! Das ist Philosphie!

Stolpern geht immer.

  • Der Imperialismus der Europäer im vorletzten Jahrhundert,
    • findet seine Fortsetzung in dem Imperialismus des heutigen China,
      • welches schwer versklavt war im 19. Jh von den Europäern.
        • Da kann man China ja nur schlechtes Glück wünschen,
          • denn sonst geht es uns ja nun wie ihnen vor 100 Jahren.

Peripatos

L'idée vient en marchant

L_idee_vient_en_marchant_800x600.jpg (illustration par Sophie Albrecht / alle Rechte vorbehalten)

Peripatos

Bel Ami

Forestiers Abwesenheit machte die Stellung Duroys in der Redaktion der Vie Française noch einflußreicher. Außer den Lokalberichten unterzeichnete er auch mehrere Leitartikel, denn der Chef verlangte, daß ein jeder die Verantwortung für seine Aufsätze selbst trüge. Er hatte hin und wieder kleine Zeitungsfehden, die er stets geistreich und geschickt durchfocht, und seine fortwährenden Beziehungen zu Staatsmännern bereiteten ihn allmählich darauf vor, ein gewandter und scharfblickender Redakteur zu werden.

Guy de Maupassant - 7. Kapitel, aber auch Das wilde Schaf von Michel Deville.

02.01.2020, aktualisiert vom Februar 2006 (src)

Wenig Neues gibt es zu berichten

Erkenntnis ist der Blitzgedanke…

  • … in der Sprache. Manchmal erhellt ein Sprachgedanke das ganze eigene Dasein für eine Sekunde.
    • Aufschreiben oder laut Sprechen in der gegebenen gleichen Zeit ist das Ziel der Geistesgegenwart
      • aber das klappt niemals.

Sie kamen aus dem Ritz

Sie kamen aus dem Ritz. Es war ein milder Abend, und sie setzen sich auf eine Bank in der Fußgängerzone.

Eine Gruppe von jungen Machos kam vorbei und einer, der ein großes SM auf die Lederjacke gesprayed hatte, vergaffte sich in sie.

"Wie soll man jemanden lieben, der immerzu solch ein Geschmeiß anzieht?" fragte Wolfgang Mareen.

"Was kann ich dafür, daß ich angekuckt werde?" fragte Mareen.

"Was kann ich dafür, daß wir nie unter uns sind?" fragte Wolfgang.

"Du brauchst nicht mit mir weggehen." sagte Mareen.

"Ich will aber mit Dir weggehen", sagte Wolfgang. "Ich mag Deine Gesellschaft. Es ist ja bloß so, daß ich in Dich verliebt bin."

"Und da geht es also nicht, daß Du die Typen einfach ignorierst?"

Der Macho mit dem SM-Schriftzug war stehengeblieben, weil er gemerkt hatte, daß sie sich stritten. Er kam herüber.

"Habts ihr Ärger? Will dieser Typ was von Dir?" fragte er Mareen.

"Was hab ich gesagt?" sagte Wolfgang. "Einfach ignorieren, haha, wie denn? Meinst Du, die haben ein Gefühl für Stil oder Takt? Die sehen Deine blonden Haare und Deine Figur. Ist das Normalität, wenn man mit Dir durch die Stadt geht?"

"Ja bitte!" sagte Mareen, "mich hats bisher noch nicht gestört. Meinst Du, ich würde mich auf sowas einlassen?"

"Was weiß ich?", sagte Wolfgang. "Wenn man jeden Tag hundertmal die Chance dazu hat, ist einmal weiß Gott nicht oft."

Der SM-Typ war irritiert und verzog sich wieder.

"Und wie hast Du mich kennengelernt?" fragte sie. "Nicht auch, weil Du mich hübsch fandest?"

"Du weißt selber, daß wir uns durch die Mitfahrgelegenheit kennengelernt haben. Nicht weil ich Dich angemacht habe, sondern weil wir im gleichen Ort wohnen und ich ein Auto habe, haben wir uns kennengelernt."

"Aber Du hast die Preise für mich so niedrig gemacht, daß ich immer mit Dir mitgefahren bin."

"Aha", sagte er, "findest Du? Ich sag Dir mal was: meine Preise waren für alle gleich, die mitgefahren sind. Selbst für Markus."

"Ja klar, aber für den hattest Du ja bald keinen Platz mehr im Auto." sagte Mareen.

"Ja und? Sollte ich euch beide verkuppeln? Immerhin hatte ich das Gefühl, daß vor allem wir beide uns sehr amüsant unterhalten hätten. Aber ich hatte im geschlossenen Auto wohl einen falschen Eindruck von den witzigen Dialogen mit Dir bekommen. Denn im Alltag ist man ja nicht allein mit Dir. Und selbst, daß ich im Auto keinen mehr mitnehme, wirfst Du mir vor. Wir sind nicht wirklich ein Liebespaar, oder?"

"Spinnst Du? Ich meine aber nur, daß Deine ewige Abschottung zu nichts führt. Wieso ist es denn nicht möglich, daß wir mal ein paar neue Leute kennen lernen und uns trotzdem gut unterhalten und uns gern mögen. Wieso sollte das nur möglich sein, wenn wir uns von allem ausschließen?"

"Ganz einfach. Weil es kein Gespräch gibt, wenn Du dabei bist. Daß es jeder mit Dir probieren möchte, ist ja normal. Daß Dir das schmeichelt, ist auch normal. Aber was soll ich dann dabei? Zukucken, wie sich ein Flirt entwickelt? Und wenn sich keiner entwickelt, dann den Unterhalter spielen? Sorry."

"Mir scheint, Du kannst an nichts anderes denken."

"Wie sollte ich? Ich sehe Dich ja vor mir. Du siehst umwerfend aus - aber kann man so jemanden lieben? Und geschminkt hast Du Dich auch noch! Du bist ein öffentliches Geschöpf. Deine Schönheit ist für jeden, und Du achtest auch noch sehr genau drauf, daß sie voll zur Geltung kommt. Wir können froh sein, daß nur ab und zu ein Blödmann sich hertraut."

"Jetzt wirf es mir noch vor, daß ich Lippenstift nehme! Du gehst doch auch mit einer anderen in die Schreibwerkstatt, und ich lebe damit."

"Du mußt nur gegen eine ankommen, ich muß gegen alle antreten, die Dich überhaupt sehen. Meine Aufgabe ist ungleich schwerer. Jeder, der da rumläuft, könnte witzig sein oder Dich in einer schwachen Minute erwischen oder einfach das Richtige sagen."

"Wer sagt mir, daß Du nicht auf der Straße fremde Frauen ansprichst?"

"Weil ich Achtung vor ihren Freunden habe. Es ist stillos, auf der Straße Frauen anzusprechen, doch bei dir sehe ich, daß es tausende trotzdem tun."

"Echt strange. Du sagst, Du hast Achtung vor ihren Freunden und sprichst sie deshalb nicht an? Ich glaube es nicht, daß Du so etwas albernes sagst." sagte sie.

"Ich bin diese Problematik langsam wirklich leid", sagte Wolfgang, "können wir nicht heimfahren und eine Nacht darüber schlafen. Vielleicht ist mein einziger Ausweg ja wirklich der, daß ich dich mit einer Laubsäge umbringe."

"So kurz vor dem Vordiplom?" meinte Mareen. "Das wäre albern."

Wer anderen helfen will, hilft sich oft nur selbst.

Der militante Altruismus

  • oder als alternativer Name: Zwangsbeglückung,
    • ist eine Art des Altruismus, die nicht nachfragt, ob eine Wohltat gewünscht ist.
  • Das ist keine freundliche Einstellung gegenüber dem, der leidet,
    • sondern eine moralische und manchmal physische Vergewaltigung.
  • Das ist ja hoffentlich kein Standard im Medizin- und Pflegesystem.
    • aber oft in der privaten Pflege.

Anderen Leuten in Not zu helfen,

  • sollte immer noch in unserer DNA stecken,
    • mag man hoffen.

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Created: 2020-03-26 Do 20:44

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