Die Gaillonnet und ihre Tochter

Eine Wäscherin in Paris hatte eine hübsche Tochter, die sie an einen Komtur der Malteser verkaufte, der sie einige Zeit aushielt. Danach hielt sie ein gewisser Gaillonnet von der Kriegssonderkasse aus und hatte eine Tochter mit ihr; und danach beteiligte er, damit es ihn nicht soviel kostete, einen Burschen namens Marbault, der ebenfalls von der Kriegssonderkasse war. Alle beide zusammen verheirateten sie sie an einen gewissen Chirat, der als Bruder einen Prokurator vom Chastelet hatte. Dieser Chirat war ein Schurke, der das Vorleben des Fräuleins kannte; als er sich indessen einige Zeit danach einfallen ließ, der Verdrießlichen zu spielen, wollten ihn seine Frau und Gaillonnet vergiften. Er verklagte sie wegen Ehebruchs und Giftmischerei, und sie wurden beide ergriffen.

Gédéon Tallemant des Réaux, Historiettes

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