Die Kunstwerke der Vergangenheit

pflegt man spöttisch ob ihrer Naivität zu bewundern, ob ihrer Vorzeitigkeit, - da man doch meist nur in der läppischen Zivilisation der Jetztzeit wohlbewandert ist. Doch mit nur minimalem Phantasieaufwand wird man bemerken, daß alles, was man an der aktuellen Kunst, Musik oder Literatur an Entzücken empfindet, zumeist der schnellsterbliche Teil ist, nämlich die witzige Assoziation, das tiefempfundene Gefühl aus dem Nerv des Zeitgeists, die Freude an der Weiterentwicklung der Vortagskunst, das kein Nachlebender je so fein noch wissen wird. Er wird das, was wir an Geist, Lust und Kunstgewinn empfinden, nur als platt erkennen. Er wird wie wir sein in der Gnadenlosigkeit beim Blick zurück.

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