Ironie

ist wie eine Maske, die irgendwann festklebt. Der Esprit, der in der Uneigentlichkeit der nachgeahmten und verspotteten schlechten Sprechweisen einmal lag, wird vergessen werden und zum neuen Ernst. Dies geschieht fast jedem, der sich der Ironie im frühen Lebensalter schon verschrieb. Der Ausweg aus dieser Misere liegt darin, goethisch klar zu werden, bevor man selbst zu dem wird, was man einmal ironisch brechen wollte. Die klare unaufgeregte Prosa des älteren Goethe zu imitieren ist auch nicht die letzte Philosophie, aber immerhin origineller als die Sprache der Heerscharen der Ironiker, die man derzeit allerorten hört.

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