Ekkehard

Ich würd' Euch verachten, müßt' ich eine andere Antwort hören, sprach die hohe Frau, – und ihr habt wohl vorausgesehen, daß es nicht notwendig, Urlaub von mir zu solchem Gang zu erbitten. Auch ans Abschiednehmen denkt Ihr nicht? fuhr sie mit leis vorwurfsvollem Ton fort.

Ekkehard stand verlegen. Es ziehen fürnehmere und bessere Männer heute aus Eurer Burg, sagte er; die Äbte und die Edeln werden um Euch sein, wie konnt' ich an besondern Abschied denken, auch wenn es… seine Stimme stockte.

Die Herzogin schaute ihn an. Beide schwiegen.

Victor von Scheffel

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