Die Heimat.

Die Heimat: das Betriebssystem. Motivation im Umgang mit dem Computer wird definiert als Wohlfühlen in den Landschaften hinter dem Prompt. Linux ist wie ein schäferhaftes Verdämmern des Sommers auf der Peloponnes. Die karge Landschaft voller Anspielung und Geschichte. Klassisch, antik und transparente rhetorische Technik, der Boden bereit zum Ausgraben neuer Inhalte. Spartanisch. Der Kopf fühlt die Assoziation einer Umgebung als Heimat. MS-DOS ist dagegen wie bei den Eltern wohnen; irgendwann wächst man darüber hinaus. Dann muß man die Wäsche selber waschen, und auf solche Arbeiten der Systemadministration bereitet etwa os/2 ganz gut vor. Neue Konzepte, neue Umgebung, man darf sogar den Geist benutzen. Und dann fühlt man das Angestelltsein auch dort, Abhängigkeiten machen auf sich aufmerksam. Die vollkommene Freiheit von aller Nutzanwendung und aller industriell angelegten Gehirnkontrolle: mit Linux als Freiflug auf die Peloponnes. Ein großangelegtes Abenteuer im Kopf, dessen Nähe zum Irrsinn schnell wegdefiniert würde. Allen anderen geht es ja ähnlich.

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Emacs 25.1.1 (Org mode 9.0.7)
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