Diese Wagner-Kultur in Deutschland

ist der verbleibende Teil der bürgerlichen Machthaber, und die Leute, die da hingehen, sind mehrteils keine der nur wenigen Musikliebhaber. Politik ist da. Was hier geschieht, ist die Saturierung der herrschenden Schicht, die, weil sie es ist, ebendiese Musik und ebendiese Festspiele in Anspruch nehmen. Im Kunstgeschmack besteht dieser ständige Hang zum „Grandiosen und Massenhaften“. Der Wagner ist immer noch die Staatsmusik, wie unschön. Thomas Mann schrieb über die Wagner-Euphorie, woran er teilhatte in seiner Jugend, was dazu notwendig gedanklich gehört.

Leiden und Größe Richard Wagners, Essay von Thomas Mann

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