Unterwäsche gilt noch nicht als Metaphysik.

Das Wunder bei den Menschen ist, daß sie ständig etwas Unsichtbares vermuten, und das ist naheliegend, denn es gibt ja immer etwas, das man nicht sehen kann. Also alles hinterm Horizont quasi. Alles hinter einer Mauer, alles hinterm Rücken. Die Vermutung, daß da etwas sei, ist durchaus berechtigt, aber das Höhlengleichnis von Platon geht aufs Ganze und verspricht ein ganzes mögliches besseres, helleres Leben jenseits unseres Wohnbereicht, und das ist die Höhle. Merkwürdig genug, daß der Mensch mit seinem großen Hirn ständig Wunsch- und Gottvorstellungen bekommt und sich erst später eine Methode ausgedacht hat, die Wahrheit nicht mehr aus der Höhle der Vorurteile und Wunschvorstellungen bedient, sondern aus dem Hinaustasten aus einer psychologischen Wahrnehmungsnaivität. Die Überwindung der platonischen Metaphysik führt uns zu neuen, besseren Bildern und Metaphern als es das Höhlengleichnis ist.

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