Das Ende des Lebens

ist eine merkwürdige Zeit des Bewußtseinsverlustes. Bewußtsein verlieren wir aber ständig, wenn wir schlafen, doch wir wachen wieder daraus auf. Betrachtet man allerdings die Geburt aus einem Nichts heraus, welches im Laufe der ersten Lebensjahre ein eigenes Bewußtsein bekommt, dann ist dieser langwierige Prozeß genau dementsprechend, der in einem idealen Leben am Ende steht, nämlich ein Leben ohne vorzeitigen Tod durch Erkrankung oder Gewalt. Dann lebt der Mensch bis zu seiner Demenz hin, und so langsam und ordnungsgemäß, wie er sein Bewußtsein während des anfänglichen Lebens erlangte, so gibt er es langsam und in kleinen Stücken gegen sein Ende hin wieder ab, und der natürliche Tod findet wieder in der harmonisch-erwünschten Bewußtlosigkeit statt.

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