Philosophischer Nacht- und Sonntagsdienst

Wir Peripatetiker:

Mail:
blog@Philosophischer-Nacht-
und-Sonntagsdienst.de
Genutzte Suchmaschine:
qwant.com
Technik:
Orgmode
Emacs Wiki
Manjaro Linux

Lokal:
Neues im Blog
Internet
Freizeit
Wissen
Reisen
Gedichte (pdf)
Sitemap
.emacs

Impressum/DSGVO

RSS-Abo

Ungeschickt

Ich habe keine Übung im Schreiben. Ich weiß auch nicht. Ich würde zu gern mal eine Tragödie oder ein Sonett oder eine Ode schreiben, aber da gibts die Regeln. Das stört mich.Das ist nichts für Amateure. Das hier ist schon verdammt schlecht geschrieben. Na ja. Auf jeden Fall habe ich heute was gesehen, das ich gern schriftlich niederlegen möchte. Schriftlich niederlegen scheint mir ja nicht gerade gewaltig. Das ist bestimmt wieder einer dieser feststehenden Ausdrücke der die Lektoren abstößt die für die Verleger lesen die die Originalität suchen die ihnen notwendig erscheint in den Manuskripten die die Verleger veröffentlichen wenn sie von den Lektoren gelesen worden sind die die feststehenden Ausdrücke wie "schriftlich niederlegen" verwerfen was jedoch genau das ist was ich mit etwas machen möchte das ich heute gesehen habe obwohl ich nur ein Amateur bin den die Regeln der Tragödie des Sonetts oder der Ode stören denn ich habe keine Übung im Schreiben. Scheiße, ich weiß zwar nicht, wie ich es angestellt habe, aber jetzt bin ich wieder ganz am Anfang. Ich werde es niemals schaffen. Um so schlimmer. Packen wir den Stier bei den Hörnern. Schon wieder eine Plattheit. Und dabei hattedieser Bursche doch gar nichts von einem Stier an sich. Sieh an, das hier ist gar nicht so schlecht. Wenn ich schreiben würde: packen wir den Süßholzraspler an der Flechte seines weichen, von einem langen Hals gestielten Filzhutes; vielleicht wäre das sogar originell. Vielleicht würde mich das bei den Herren von der Académie Française, des "Flore" und der "rue Sebastien-Bottin" bekanntmachen. Weshalb sollte ich denn auch keine Fortschritte machen. Nur schreibend wir man Schreibender. Das hier ist doch stark. Trotzdem ist Maß notwendig. Dem Kerl auf der Plattform aber fehlte es daran, als er mit einem Mal seinen Nachbarn unter dem Vorwand anschnauzte, dieser letztere würde ihm jedes Mal auf die Füße treten, wenn er Fahrgäste ein-oder aussteigen ließ. Um so mehr, als er, nachdem er so mir nichts, dir nichts losgedonnert hatte, sich hinsetzte, sobald er einen freien Platz im Innern sah, als fürchte er Schläge. Sieh an, die Hälfte meiner Geschichte habe ich schon erzählt. Ich frage mich nur, wie ich das gemachthabe. Schreiben ist trotz allem eine angenehme Sache. Aber das Schwierigste steht mir noch bevor. Das Kniffligste. Der Übergang. Um so mehr, als es gar keinen Übergang gibt. Ich ziehe es vor, hier stehn zu bleiben.

Raymond Queneau - Stilübungen.

Created: 2022-04-28 Do 13:50

Validate