· Philosophischer Nacht- und Sonntagsdienst ·

Poetischer Nihilismus

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Die Gesellschaft funktioniert sowieso immer.

Schlechtes unterstützt ja niemand,

  • kein Mensch täte das je bewusst,
    • und natürlich weiß die herstellende Industrie das auch,
      • und richtet sich danach.

Das geht sehr gut.

Das Debakel der falschen Bildersprache

Verwirrt durch Bilder in der Welt
und Bilder in der Wirrung aller Welten,
im TV,
vernarrt sich alles,
was an Eloquenz die Rettung wäre,
doch die Rhetorik fürs TV ist ebenfalls vergiftet
wie die Bilder.

Nachzudenken dem, was klar gedacht und
glücklich strukturiert
zur menschlichen Kontrolle dieser Welt
einmal glaubhaft war. Gedankenkraft und
Denkverbindlichkeit,
die keiner mehr vermißt.

Doch selbst die Bücher,
die neu geschrieben werden, Fachliteratur,
bilden wieder nur die Bilder ab der visionärn Autorn,
die als Kind im Fernsehn Flipper sahn,

und sich nun in den falschen Bildern tümmlern.

(Aus: Gedichte für Übersetzer.pdf)

12.11.2019, aktualisiert vom Juni 2017 (src)

Ironie

ist wie eine Maske, die irgendwann festklebt. Der Esprit, der in der Uneigentlichkeit der nachgeahmten und verspotteten schlechten Sprechweisen einmal lag, wird vergessen werden und zum neuen Ernst. Dies geschieht fast jedem, der sich der Ironie im frühen Lebensalter schon verschrieb. Der Ausweg aus dieser Misere liegt darin, goethisch klar zu werden, bevor man selbst zu dem wird, was man einmal ironisch brechen wollte. Die klare unaufgeregte Prosa des älteren Goethe zu imitieren ist auch nicht die letzte Philosophie, aber immerhin origineller als die Sprache der Heerscharen der Ironiker, die man derzeit allerorten hört.

Annegret Kramp-Karrenbauer als Kriegsministerin der CDU

Weit vom Schuß

Bei den Meldungen über Luftangriffe fehlen selten die Namen der Firmen, welche die Flugzeuge hergestellt haben: Focke-Wulff, Heinkel, Lancaster erscheinen dort, wo früher einmal von Kürassieren, Ulanen und Husaren die Rede war. Der Mechanismus der Reproduktion des Lebens, seiner Beherrschung und seiner Vernichtung ist unmittelbar der gleiche, und demgemäß werden Industrie, Staat und Reklame fusioniert. Die alte Übertreibung skeptischer Liberaler, der Krieg sei ein Geschäft, hat sich erfüllt: die Staatsmacht hat selbst den Schein der Unabhängigkeit vom partikularen Profitinteresse aufgegeben und stellt sich wie stets schon real, nun auch ideologisch in dessen Dienst. Jede lobende Erwähnung der Hauptfirma in der Städtezerstörung hilft ihr den guten Namen machen, um dessentwillen ihr dann die besten Aufträge beim Wiederaufbau zufallen.

Theodor Adorno - Minima Moralia, 1951

Karl Kraus, ein Zitat

Täglich Presseschau

Je größer der Stiefel, desto größer der Absatz.

Nett und arglos

Die charmantesten Menschen

die wissen, warum und wie sehr sie geliebt werden,

  • werden unweigerlich zu den Lobbyisten
    • der unympathischsten Industrien.
  • Das ist leider meistens so,
    • daß die Sympathie ins Gegenteil umschlägt,
      • das ist das Wesen des Kapitalismus,
        • denn der kann alles kaufen und tut es auch.

Du wirst es bereuen

Heirate, du wirst es bereuen; heirate nicht, du wirst es auch bereuen; heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen; entweder du heiratest oder du heiratest nicht, du bereust beides. Lache über die Torheiten der Welt, du wirst es bereuen; weine über sie, du wirst es auch bereuen; lache über die Torheiten der Welt oder weine über sie, du wirst es beides bereuen; entweder du lachst oder du weinst über die Torheiten de Welt, du bereust beides. Trau einem Mädchen, du wirst es bereuen, traue ihr nicht, du wirst es auch bereuen; trau einem Mädchen oder traue ihr nicht, du wirst beides bereuen; entweder du traust einem Mädchen oder du traust ihr nicht, du wirst beides bereuen. Erhänge dich, du wirst es bereuen, erhänge dich nicht, du wirst es auch bereuen, erhänge dich oder erhänge dich nicht, du wirst beides bereuen; entweder du erhängst dich oder du erhängst dich nicht, du wirst beides bereuen.

Sören Kierkegaard

10. Juni 2017

Unerhört!

"Er hat die wichtigen Positionen mit ihm genehmen Leuten besetzt"

  • Zitat aus einer Honecker-Doku im TV.

    • Möge man einen Fall sagen, indem ein Mächtiger die

    Posten mit ihm kritisch entgegenstehenden Leuten besetzt hat.

Die Lehrer vom Zwecke des Daseins.

Ich mag nun mit gutem oder bösem Blicke auf die Menschen sehen, ich finde sie immer bei Einer Aufgabe, Alle und jeden Einzelnen in Sonderheit: Das zu thun, was der Erhaltung der menschlichen Gattung frommt. Und zwar wahrlich nicht aus einem Gefühl der Liebe für diese Gattung, sondern einfach, weil Nichts in ihnen älter, stärker, unerbittlicher, unüberwindlicher ist, als jener Instinct, - weil dieser Instinct eben das Wesen unserer Art und Heerde ist. Ob man schon schnell genug mit der üblichen Kurzsichtigkeit auf fünf Schritt hin seine Nächsten säuberlich in nützliche und schädliche, gute und böse Menschen auseinander zu thun pflegt, bei einer Abrechnung im Grossen, bei einem längeren Nachdenken über das Ganze wird man gegen dieses Säubern und Auseinanderthun misstrauisch und lässt es endlich sein. Auch der schädlichste Mensch ist vielleicht immer noch der allernützlichste, in Hinsicht auf die Erhaltung der Art; denn er unterhält bei sich oder, durch seine Wirkung, bei Anderen Triebe, ohne welche die Menschheit längst erschlafft oder verfault wäre. Der Hass, die Schadenfreude, die Raub- und Herrschsucht und was Alles sonst böse genannt wird: es gehört zu der erstaunlichen Oekonomie der Arterhaltung, freilich zu einer kostspieligen, verschwenderischen und im Ganzen höchst thörichten Oekonomie: - welche aber bewiesener Maassen unser Geschlecht bisher erhalten hat. Ich weiss nicht mehr, ob du, mein lieber Mitmensch und Nächster, überhaupt zu Ungunsten der Art, also "unvernünftig" und "schlecht" leben kannst; Das, was der Art hätte schaden können, ist vielleicht seit vielen Jahrtausenden schon ausgestorben und gehört jetzt zu den Dingen, die selbst bei Gott nicht mehr möglich sind. Hänge deinen besten oder deinen schlechtesten Begierden nach und vor Allem: geh' zu Grunde! - in Beidem bist du wahrscheinlich immer noch irgendwie der Förderer und Wohlthäter der Menschheit und darfst dir daraufhin deine Lobredner halten - und ebenso deine Spötter! Aber du wirst nie den finden, der dich, den Einzelnen, auch in deinem Besten ganz zu verspotten verstünde, der deine grenzenlose Fliegen- und Frosch-Armseligkeit dir so genügend, wie es sich mit der Wahrheit vertrüge, zu Gemüthe führen könnte! Ueber sich selber lachen, wie man lachen müsste, um aus der ganzen Wahrheit heraus zu lachen, - dazu hatten bisher die Besten nicht genug Wahrheitssinn und die Begabtesten viel zu wenig Genie! Es giebt vielleicht auch für das Lachen noch eine Zukunft! Dann, wenn der Satz "die Art ist Alles, Einer ist immer Keiner" - sich der Menschheit einverleibt hat und Jedem jederzeit der Zugang zu dieser letzten Befreiung und Unverantwortlichkeit offen steht. Vielleicht wird sich dann das Lachen mit der Weisheit verbündet haben, vielleicht giebt es dann nur noch "fröhliche Wissenschaft". Einstweilen ist es noch ganz anders, einstweilen ist die Komödie des Daseins sich selber noch nicht "bewusst geworden", einstweilen ist es immer noch die Zeit der Tragödie, die Zeit der Moralen und Religionen. Was bedeutet das immer neue Erscheinen jener Stifter der Moralen und Religionen, jener Urheber des Kampfes um sittliche Schätzungen, jener Lehrer der Gewissensbisse und der Religionskriege? Was bedeuten diese Helden auf dieser Bühne? Denn es waren bisher die Helden derselben, und alles Uebrige, zeitweilig allein Sichtbare und Allzunahe, hat immer nur zur Vorbereitung dieser Helden gedient, sei es als Maschinerie und Coulisse oder in der Rolle von Vertrauten und Kammerdienern. (Die Poeten zum Beispiel waren immer die Kammerdiener irgend einer Moral.)

  • Es versteht sich von selber, dass auch diese Tragöden im Interesse

der Art arbeiten, wenn sie auch glauben mögen, im Interesse Gottes und als Sendlinge Gottes zu arbeiten. Auch sie fördern das Leben der Gattung, indem sie den Glauben an das Leben fördern. "Es ist werth zu leben - so ruft ein jeder von ihnen - es hat Etwas auf sich mit diesem Leben, das Leben hat Etwas hinter sich, unter sich, nehmt euch in Acht!" Jener Trieb, welcher in den höchsten und gemeinsten Menschen gleichmässig waltet, der Trieb der Arterhaltung, bricht von Zeit zu Zeit als Vernunft und Leidenschaft des Geistes hervor; er hat dann ein glänzendes Gefolge von Gründen um sich und will mit aller Gewalt vergessen machen, dass er im Grunde Trieb, Instinct, Thorheit, Grundlosigkeit ist. Das Leben soll geliebt werden, denn Der Mensch soll sich und seinen Nächsten fördern, denn! Und wie alle diese Soll's und Denn's heissen und in Zukunft noch heissen mögen! Damit Das, was nothwendig und immer, von sich aus und ohne allen Zweck geschieht, von jetzt an auf einen Zweck hin gethan erscheine und dem Menschen als Vernunft und letztes Gebot einleuchte, - dazu tritt der ethische Lehrer auf, als der Lehrer vom Zweck des Daseins; dazu erfindet er ein zweites und anderes Dasein und hebt mittelst seiner neuen Mechanik dieses alte gemeine Dasein aus seinen alten gemeinen Angeln. Ja! er will durchaus nicht, dass wir über das Dasein lachen, noch auch über uns, - noch auch über ihn; für ihn ist Einer immer Einer, etwas Erstes und Letztes und Ungeheures, für ihn giebt es keine Art, keine Summen, keine Nullen. Wie thöricht und schwärmerisch auch seine Erfindungen und Schätzungen sein mögen, wie sehr er den Gang der Natur verkennt und ihre Bedingungen verleugnet: - und alle Ethiken waren zeither bis zu dem Grade thöricht und widernatürlich, dass an jeder von ihnen die Menschheit zu Grunde gegangen sein würde, falls sie sich der Menschheit bemächtigt hätte - immerhin! jedesmal wenn "der Held" auf die Bühne trat, wurde etwas Neues erreicht, das schauerliche Gegenstück des Lachens, jene tiefe Erschütterung vieler Einzelner bei dem Gedanken: "ja, es ist werth zu leben! ja, ich bin werth zu leben!"

  • das Leben und ich und du und wir Alle einander wurden uns wieder

einmal für einige Zeit interessant. - Es ist nicht zu leugnen, dass auf die Dauer über jeden Einzelnen dieser grossen Zwecklehrer bisher das Lachen und die Vernunft und die Natur Herr geworden ist: die kurze Tragödie gieng schliesslich immer in die ewige Komödie des Daseins über und zurück, und die "Wellen unzähligen Gelächters" - mit Aeschylus zu reden - müssen zuletzt auch über den grössten dieser Tragöden noch hinwegschlagen. Aber bei alle diesem corrigirenden Lachen ist im Ganzen doch durch diess immer neue Erscheinen jener Lehrer vom Zweck des Daseins die menschliche Natur verändert worden, - sie hat jetzt ein Bedürfniss mehr, eben das Bedürfniss nach dem immer neuen Erscheinen solcher Lehrer und Lehren vom "Zweck". Der Mensch ist allmählich zu einem phantastischen Thiere geworden, welches eine Existenz-Bedingung mehr, als jedes andere Thier, zu erfüllen hat: der Mensch muss von Zeit zu Zeit glauben, zu wissen, warum er existirt, seine Gattung kann nicht gedeihen ohne ein periodisches Zutrauen zu dem Leben! Ohne Glauben an die Vernunft im Leben! Und immer wieder wird von Zeit zu Zeit das menschliche Geschlecht decretiren: "es giebt Etwas, über das absolut nicht mehr gelacht werden darf!" Und der vorsichtigste Menschenfreund wird hinzufügen: "nicht nur das Lachen und die fröhliche Weisheit, sondern auch das Tragische mit all seiner erhabenen Unvernunft gehört unter die Mittel und Nothwendigkeiten der Arterhaltung!" - Und folglich! Folglich! Folglich! Oh versteht ihr mich, meine Brüder? Versteht ihr dieses neue Gesetz der Ebbe und Fluth? Auch wir haben unsere Zeit!

Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Technische Zukunft ist technische Vergangenheit.

Gut zu wissen ist ja

dass die Zukunft der amerikanischen Startups

  • im Grunde nur die SciFi-TV-Serien der 70er und 80er Jahre
    • nun liefern.
      • Das ist ja letztlich langweilig.

Allzuviele Bilder überall

Die allzuvielen Bilder

sehen wir ständig und überall im TV und im Internet,

  • und falsch daran ist, daß wir die Bilder nicht mehr selbst erzeugen,
    • indem wir durch Sprechen oder Lesen
      • selbst imaginieren, -
        • denn nur das wären unsere eigenen Bilder,
          • an denen wir Sprache, Vernunft und Selbstbewußtsein lernen können.

Immer im Zauberberg verfangen

Die große Gereiztheit

  • Das vorletzte Kapitel im Zauberberg von Thomas Mann,
    • wenn die Gesellschaft auseinanderbricht,
      • ist eine Vorkriegszeit.
  • Auch aktuell wieder:
    • Der Hass, die Gereiztheit in allen Medien.
      • Unser Leben ist ein Hindernis für alle Nebenmenschen, und das oft zurecht. Und das
        • ist wohl eine Art Vorkriegszeit.

Karl Kraus und die Presse

Ist für die Presse das Wort Presse schon insultierend? Wahrscheinlich. Denn sie nennt sich selbst inzwischen Qualitätsjournalismus, und das ist sie nie gewesen. Selbst der gutgeschriebebe SPIEGEL der 80er Jahre war Kampfpresse, allerdings eine, ich ich mit intellektuellem Genuß las. Heute aber hat längst die Politik, nein, nicht die Politik, sondern die Bezahlenden gewonnen. Und die Bezahlenden sind nicht die Käufer, die für ein Zeitungsexemplar bezahlen. Die Bezahler sind die Reichen, ihre Institutionen, die die Presse gekauft haben durch Anzeigen und ihre Vorab-Informationen.

Karl Kraus hat das alles schon im Detail beschrieben, denn die Käuflichkeit der Presse ist keine neue Entwicklung, es ist die Substanz der Finanzierung. Mit großer Freude erinnere ich mich an Kraus' Aufklärung, was die "Literarische Welt" anging, als er nachwies, daß eine Trennung von Redaktion und Anzeigenabteilung nicht existiert. Sein Spott ist wahr und witzig, und er kann es nachweisen. Auch heutzutage behauptet die Presse freilich noch ihre Unabhängigkeit von den Anzeigenkunden.

Und alle glauben es natürlich weiterhin. Unabhängiger Journalismus läßt sich doch durch Anzeigenkunden nicht beeinflussen. Das wäre ja!

"Lügenpresse" war freilich ein treffender Begriff von Hitler gewesen, und er hat extra seine eigene Lügenpresse dagegengesetzt. Wobei es rechtsradikale Zeitungen natürlich schon lange vor ihm gab. Und für die heutigen Nazis ist der Begriff immer noch richtig, geht es doch längst nicht mehr darum, die "Fackel" von Karl Kraus damit zu kennzeichnen, obwohl er eben keine Lügenpresse war, sondern die heutigen Zeitungen, die es freilich mehrheitich sind. Sondern die Lügenpresse ist nur die normale Lügenpresse.

Hätte es denn einen aufklärerischen Journalismus deutschlandweit seit der Wiedervereinigung gegeben, hätten man doch die Nazizusammenrottungen, die es von sich selbst ja noch nichtmal wissen, vermieden.

Ich selbst habe Lügenpresse in Stuttgart kennengelernt in den letzten 5 Jahren, seit hier über den Bahnhof S21 diskutiert wird. Ich war immer bei den Demos und den Gegnern, und die hiesigen Zeitungen schrieben niemals über die sachlichen Fakten, sondern nannten uns Wutbürger und stärkten die CDU-Mächtigen. "Stuttgarter Nachrichten" waren aggressiv CDU-staatstragend, und die "Stuttgarter Zeitung" berichtete nichts von den vernünftigen Einwänden und kriminalisierte lieber pauschal die Demonstranten. Nun, nach fünf Jahren, geben sie sich abgeklärt. Aber ich habe dieses Zeitungswesen sehr wohl mitgekriegt: Entweder nur dumm, und zugleich natürlich cdu-lastig, ebenso arrogant staatstragend. Ständig lügend, Fakten gemeinhin vermeidend, freilich ständig Politik betreibend, angelegentlich eine rechte Staatsanwaltschaft kritiklos lobend, immerzu empörendste Polizeibrutalität verniedlichend und herben Amtsmißbrauch schönredend. Diese Zeitungen sehe ich als Beispiele für die Lügenpresse, die eben die normale Presse ist, seit es sie gibt.

Die radikale Pressekritik von Karl Kraus, der in der deutschen "Journaille" die Kriegstreiber für die Weltkriege sieht, kann ich immer völlig nachvollziehen. Und die Springerpresse macht ja nichts anderes, als wieder und wieder zu lügen und zu hetzen.

Die Pegida-Anhänger lesen sicher die Springerzeitungen. Im Tal der Ahnungslosen gelten die wohl als die einzig ehrlichen.

Daß ich als junger Mensch "Die Fackel" durchgelesen habe, prägt mein Verständnis des Zeitungswesens bis heute. Ein wohlinvestiertes Lektürejahr.

Ignoranz und Selbstvertrauen

machen Männer zu richtigen Männern.

12.09.2019, aktualisiert vom Januar 2009 (src)

Automobilbau

  • scheint nun auch eine Art Küferhandwerk zu werden
    • sehr speziell,
      • aber ein bisschen wird es schon noch geben.
        • wie bei den Küfern halt
          • und den anderen mittelalterlichen Handwerken.
12.09.2019, aktualisiert vom Oktober 2018 (src)

Du wirst es bereuen

Heirate, du wirst es bereuen; heirate nicht, du wirst es auch bereuen; heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen; entweder du heiratest oder du heiratest nicht, du bereust beides. Lache über die Torheiten der Welt, du wirst es bereuen; weine über sie, du wirst es auch bereuen; lache über die Torheiten der Welt oder weine über sie, du wirst es beides bereuen; entweder du lachst oder du weinst über die Torheiten de Welt, du bereust beides. Trau einem Mädchen, du wirst es bereuen, traue ihr nicht, du wirst es auch bereuen; trau einem Mädchen oder traue ihr nicht, du wirst beides bereuen; entweder du traust einem Mädchen oder du traust ihr nicht, du wirst beides bereuen. Erhänge dich, du wirst es bereuen, erhänge dich nicht, du wirst es auch bereuen, erhänge dich oder erhänge dich nicht, du wirst beides bereuen; entweder du erhängst dich oder du erhängst dich nicht, du wirst beides bereuen.

Sören Kierkegaard

12.09.2019, aktualisiert vom Juli 2005 (src)

Essais

Zu den Bienen wäre nachzutragen, daß man bloß einen Schwarm davon auf das Monster loszulassen braucht, und er wird Stärke und Mut genug haben, es in die Flucht zu jagen. Als kürzlich die Portugiesen die Stadt Tamly im Gebiet von Xiatima belagerten, trugen deren Bewohner eine große Menge Bienenkörbe, an denen sie reich sind, auf die Befestigungsmauern und trieben die durch Feuer angriffswütig gemachten Tiere auf die Feinde, die nun, weil sie deren Sturm und Stichen nicht standzuhalten vermochten, ihr Unternehmen abblasen mußten. So verdankte die Stadt Sieg und Freiheit dieser neuartigen Hilfstruppe, die zudem vom Kriegsglück derart begünstigt war, daß bei der Rückkehr aus dem Kampf keine einzige Biene fehlte.

Michel de Montaigne, Essais, Zweites Buch, 12. Kap.

12.09.2019, aktualisiert vom November 2005 (src)

Solange die Sprachen

der Medien, der Politik und der Leute zuhause so weit auseinanderklaffen, wie sie es tun, gibt es keine neue Diktatur. Man muß diese schweren Diskrepanzen als heilsame Kunstfertigkeit des hegelschen Weltgeistes schätzen lernen. Die tätige Dialektik in ihrem Wirken ist immer absolut.

12.09.2019, aktualisiert vom Februar 2009 (src)

Die Idee der demokratisierten Vernunft

ist verführerisch,

  • denn das Volk weiß ja am besten, was es will,
    • trotz BILD und Großkonzernen,
      • die jeweils andere Ziele verfolgen als die der Vernunft.

Der Alltag aber ist, daß die Konzerne und die BILD den Alltag unseres Lebens,

  • verändern, manipulieren und ins Gegenteil verwandeln,
    • das bestätigt ich bei allen demokratischen Wahlen erneut, und
      • wieder und wieder.

Die demokratisierte Vernunft ist im Alltag die Vernunft der schwerreichen und egoistischen "Eliten",

  • und daß denen die Welt komplett gehört,
    • ist leider die demokratisierte Vernunft.

Erkannt, als unerquicklich empfunden, abgehakt.

  • Die Armut wäre längst kein Weltproblem mehr, wenn es nicht die Schwerreichen gäbe. Die aber sind systemrelevant für unsere demokratische Welt.
12.09.2019, aktualisiert vom Juli 2014 (src)

Der Traum der Menschheit,

fliegen zu können, ist inzwischen vollkommen eskamotiert,

  • denn er wird nun gelebt. Dieses Realisieren von Träumen ist insgesamt ohnehin immer ein Unding, und in diesem Fall erinnert es einen an nichts Poetisches, sondern an eine ökologische Katastrophe.
  • Wie schade um eines der schönsten Dinge, das sich die Menschen einmal in ihren Köpfen erträumen konnten. Berichte von Flugreisen werden hiermit zum Schund erklärt, und

Leute, die Flüge bei Fluggesellschaften buchen, sind aus dem gesellschaftlichen Bekanntenkreis zu entfernen.

  • Der Traum von einem blauen Himmel ohne die weißen Striche der Kondensstreifen ersetzt den vom Fliegen.
12.09.2019, aktualisiert vom November 2003 (src)

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Created: 2019-11-14 Do 20:18

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